Bundesfinanzministerium Staat nimmt Steuern in Rekordhöhe ein

Wirtschafts- und Arbeitsmarktzahlen sehen in Deutschland derzeit gut aus: Das schlägt sich positiv auf die Einnahmen des Fiskus nieder. Der Staat hat im vergangenen Jahr so viele Steuern eingenommen wie nie zuvor.
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Der Dezember ist traditionell der einnahmestärkste Monat.  2014 wurden rund 81,48 Milliarden Euro verbucht. Quelle: dpa

Der Dezember ist traditionell der einnahmestärkste Monat. 2014 wurden rund 81,48 Milliarden Euro verbucht.

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BerlinDer Staat hat im vergangenen Jahr so viele Steuern eingenommen wie nie zuvor. Bund und Länder verbuchten 2014 ein Aufkommen (ohne reine Gemeindesteuern) von gut 593 Milliarden Euro. Das waren 4,0 Prozent mehr als im Vorjahr, wie aus dem Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums hervorgeht.

Der Fiskus profitierte von der guten Beschäftigungslage und mehr Privatkonsum. Aber auch höhere Unternehmensgewinne schlugen sich in den Staatskassen nieder.

Der Zuwachs im vergangenen Jahr fiel etwas stärker aus als von den Steuerschätzern im November für das Gesamtjahr vorhergesagt. Das Steuer-Rekordplus kommt nicht überraschend. Bis auf eine Handvoll Ausnahmen steigen seit Jahrzehnten die Steuereinnahmen von Jahr zu Jahr und damit von Rekord zu Rekord.

Traditionell einnahmestärkster Monat ist der Dezember. Daher wurden im Dezember 2014 auch Rekordeinnahmen von rund 81,48 Milliarden Euro verbucht.

Einkommensabhängige Steuerarten dominieren das gute Gesamtergebnis. Das Lohnsteueraufkommen stieg um gut sechs Prozent auf fast 168 Milliarden Euro. Die veranlagte Einkommensteuer lag bei 45,6 Milliarden Euro - fast 8 Prozent mehr als 2013. Das lässt auf eine weiter gute Ertragslage von Selbständigen, Einzelunternehmern und Personengesellschaften schließen. Die Einnahmen aus der von großen Unternehmen zu zahlenden Körperschaftsteuer kletterten 2014 gegenüber dem Vorjahr um 2,7 Prozent auf rund 20 Milliarden Euro.

Die Umsatzsteuer stieg um 3,2 Prozent auf gut 203 Milliarden Euro. Die Zuwächse bei Lohn-, Einkommen- und Körperschaftsteuer führten trotz eines starken Rückgangs bei der Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge (minus 9,8 Prozent) auch beim „Soli“-Zuschlag zu einem höheren Plus als erwartet: Die Einnahmen daraus stiegen um 4,6 Prozent auf gut 15 Milliarden Euro. Sie stehen allein dem Bund zu.

Die Länder haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Steuern im Zuge von Immobilienkäufen sowie Erb- und Schenkungsfällen eingenommen. Vor allem bei der Grunderwerbsteuer verbuchten die Länderkassen zum Jahresende nochmals einen kräfigen Zuwachs, wie aus dem Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums hervorgeht. Danach kletterte das Aufkommen allein im Dezember um fast 29 Prozent, im gesamten Jahresverlauf um mehr als 11 Prozent auf insgesamt rund 9,4 Milliarden Euro.

Die Erbschaftsteuer, deren Einnahmen allein den Ländern zustehen, stieg im vergangenen Jahr um 17,7 Prozent auf gut 5,45 Milliarden Euro und damit stärker als noch im November geschätzt. Ein Grund könnten neben größeren Erbfällen auch Vorzieheffekte gewesen sein. So hatte Bundesverfassungsgericht im Dezember über Begünstigungen für Firmenerben entschieden und einige Vorgaben verschärft..

  • rtr
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8 Kommentare zu "Bundesfinanzministerium: Staat nimmt Steuern in Rekordhöhe ein"

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  • Zwei Fakten fallen mir zu dieser Medung ein: Unsere Geamtschulden von 8.0 Bio Euro oder 300% BIP = das gesamte Nettovermögen des Landes; Hinzu kommen noch die Schulden aus der beginnenden Auflösung der Währungsunion, die Hans-Werner Sinn einmal vorsichtig auf 3,0 Bio. Euro geschätzt hat. Ferner erhebt sich für mich immer wieder die Frage, wieso ein Land mit den weltweit höchsten Abgaben und Steuern die weltweit geringsten Ausgaben für Bildung hat.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Mutti Merkel wird's schon richten und Griechenland ist auf einem guten Weg...

    Da brauchen wir uns wirlich keine Sorgen machen.

    Zur Not kann Drucker-Draghi ja noch ein paar Billionen zaubern - davon wird dann alles bezahlt!

  • Kleiner Nachtrag: Wenn man bei einer derartigen Einnahmesituation seine eigenen Finanzen nicht in den Griff bekommt und Schulden abbaut, wage ich nicht an die Maßnahmen zu denken, die bei einer Eintrübung der wirtschaftlichen Situation und den damit verbundenen Rückgängen bei den Steuereinnahmen ergriffen werden. Ehrlich? Wir sind schon ein komisches Volk. Pegida treibt uns auf die Straße. Die Aufgabenverfehlungen unserer Politiker und der damit verbundene Betrug an den Steuerzahler nicht. Im Gegenteil: Sehen wir uns die Beliebtheitsskala an, stehen genau die Politiker an der Spitze, die von ihrem Job keine Ahnung haben. Würden wir als verantwortungsvolle Arbeitnehmer und Unternehmer auch nur ansatzweise so agieren, man würde uns einsperren und die Schlüssel entsorgen.

  • die "schwarzen Löcher", in denen die ganze Kohle verschwindet, werden immer größer und undurchsichtiger.

    Hier im Land wird jedenfalls nichts investiert, wenn man sich die Straßen usw. anschaut

  • Trotzdem ist "kein Geld da" und es muss dringend über neue Einnahmequellen nachgedacht werden!

  • Ist doch schon, dann können wir ja einen Schuldenschnitt für die Griechen machen! Ach ja, und wegen deren "Guten Willen" auch gleich noch ein paar Mrd. überweisen. Bei uns können wir ja auch die Beitragsbemessungsgrenzen und das Rentenalter erhöhen oder halt Kindergeld unverändert lassen und die Rentner ... den geht es ja auch so super hier.

  • Na also. Ein weiterer Beweis für die tatsächliche "Schwarze Null": Schäuble sollte abtreten. Wer bei einer derartigen Finanzsituation keine Haushaltskonsolidierung auf die Reihe bekommt, hat in dieser Position nichts verloren. Schulden abbauen, Zinslasten reduzieren. Das sollte hier die oberste Devise sein. Schafft er nicht. Wie weit müssen die Steuereinnahmen eigentlich noch steigen, bis der Mann endlich den Job richtig macht? Hauptsache mit erhobenem Zeigefinger die Schuldenstaaten ständig ermahnen. Das ist an Dreistigkeit nicht zu überbieten.

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