Chinas Konjunkturprogramm Peking plant gigantische Geldspritze

Die chinesische Regierung will ihrer angeschlagenen Wirtschaft helfen. Bis zu 148 Milliarden Euro für Infrastruktur sind im Gespräch. Ob sie neue Wachstumsimpulse bringen, ist unter Marktstrategen umstritten.
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Die chinesische Regierung hat aus den Fehlern vergangener Konjunkturprogramme gelernt. Fortan behält die Zentralregierung die Kontrolle über die Mittel, die Provinzen haben weniger zu sagen. Quelle: IMAGO
Bauprojekt in Peking

Die chinesische Regierung hat aus den Fehlern vergangener Konjunkturprogramme gelernt. Fortan behält die Zentralregierung die Kontrolle über die Mittel, die Provinzen haben weniger zu sagen.

(Foto: IMAGO)

PekingChinas Wirtschaftsmedien kennen am Mittwoch nur ein Thema: Peking könnte heimlich das nächste gigantische Konjunkturprogramm vorbereiten. Das an die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua angeschlossene Wirtschaftsportal Economic Information Daily berichtet von einem 300 Milliarden Yuan (rund 45 Milliarden Euro) schweren Förderprogramm für Chinas Infrastruktur. Das könnte erst der Anfang eines auf insgesamt eine Billion Yuan (rund 148 Milliarden Euro) ausgelegten Konjunkturprogramms sein, schreibt das Blatt. Der Staatsrat in Peking schweigt zu dem Thema. Aber viele chinesische Staatsmedien spekulieren bereits, wer von den Staatsgeldern profitieren könnte.

Peking strebt für dieses Jahr ein Wachstum von etwa sieben Prozent an. Im ersten Halbjahr wurde das Ziel genau erfüllt. Aber seitdem deuten viele Frühindikatoren auf neue Probleme in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Die Industrie ist im Juli stärker eingebrochen als erwartet. Gleichzeitig schwächelt der Außenhandel. Der für die deutsche Autoindustrie so wichtige Automarkt in China ist regelrecht eingebrochen – zumindest wenn man die jüngsten Zahlen ins Verhältnis zu den zweistelligen Wachstumsraten der vergangenen Jahre setzt. Der Branchenverband CAAM halbierte seine Prognose für das Wachstum auf dem weltgrößten Fahrzeugmarkt von sechs auf drei Prozent.

Deshalb halten viele Ökonomen neue Konjunkturprogramme für wahrscheinlich. Die Zentralbank hat die Zinsen seit November bereits vier Mal gesenkt und es den Banken erleichtert, Kredite zu vergeben. Vermutlich werde die Regierung nachlegen und neue Investitionsprogramme auflegen, vermutet Ökonom Yating Xu vom Analyseunternehmen IHS.

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3 Kommentare zu "Chinas Konjunkturprogramm: Peking plant gigantische Geldspritze"

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  • Immer diese schäumende Euphorie!
    Yuan sind also in Euro umgerechnet mit dem gültigen Dollarkurs. Die Chinesen geben aber keine Euro oder Dollar aus. Hier muss also das Kaufkraftbereinigungsverfahren angewendet werden. Nach destatis hat China bereits 2014 in kaufkraftbereinigten internationalen Dollar ein BIP von 17.617 Mrd. erwirtschaftet. Im ersten Halbjahr 2015 stieg das BIP um 7Prozent. Sollte dieses Wachstum bis zum Jahresende anhalten, steigt das BIP auf 18.800 Mrd. intenat. Dollar. Bei gleichem Wachstum 2016 erhöht es sich auf 20.170 oder um 1.300 Mrd. Welche Bedeutung könnten dabei ein Konjunkturprogramm von 165 Mrd. Dollar haben? Das ist weniger als ein Prozent des BIP verteilt auf mindestens zwei Jahre. Will man die Wirtschaft Chinas immer noch und immer wieder mit deutschem Maß messen?

  • Von den Chinesen kann man mal wieder lernen: statt in einen Buerokraten Wasserkopf in Bruessel zu investieren, wird dort die Infrastruktur aufgebaut - waehrend in D die Strassen und Bruecken verrotten.

  • ich werde dann wohl doch besser auf der Long Seite bleiben, was den japanischen Index betrifft. Offensichtlich will die chin. Regierung dafür sorgen, dass die Wirtschaft rund läuft. Undd as heißt, dass es u.a. Japan sehr gut gehen wird.

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