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Citigroup-Chefökonom Buiter „Kein intelligenter Politiker kann den Grexit wollen“

Willem Buiter ist Chefökonom des US-Bankriesen Citigroup und Miterfinder des Begriffs Grexit. Mit dem Handelsblatt sprach Buiter beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos über seine Sorge um Athen und die gesamte Eurozone.
2 Kommentare
Willem Buiter sorgt sich um Griechenland und die gesamte Eurozone. Quelle: dpa

Willem Buiter sorgt sich um Griechenland und die gesamte Eurozone.

(Foto: dpa)

Herr Buiter, im Jahr 2012 sagten Sie voraus, dass Griechenland ein Jahr später die Währungsunion verlassen würde. Keine sehr präzise Prognose.
Nein, da haben wir uns komplett getäuscht.

Was ist schiefgegangen?
Wir dachten, dass bei einer derart dramatischen Wirtschaftskrise der Druck der Bevölkerung zu groß werden würde. Aber es gab keinen Aufstand gegen die Regierung, wir hatten das Sicherheitsventil Auswanderung nicht berücksichtigt. Um eine Revolution zu starten, braucht man wütende junge Menschen. Viele von denen haben inzwischen allerdings einen neuen Job in Berlin oder Paris.

Heute, zwei Jahre später, steht der Grexit wieder zur Debatte.
Das glaube ich nicht. In Griechenland ist die Zustimmung zum Euro viel größer als in vielen anderen Staaten. Rund drei Viertel der Bevölkerung wollen in der Währungsunion bleiben. Selbst von den Bürgern, die Alexis Tsipras und sein Linksbündnis Syriza wählen wollen, unterstützen zwei Drittel laut Umfragen den Euro.
Einige Politiker in Berlin scheinen zu glauben, dass ein Euro-Austritt Griechenlands heute leichter zu verkraften wäre als noch vor zwei Jahren, weil die Währungsunion inzwischen deutlich gestärkt wurde.
Ein Grexit wäre ein so unglaubliches Eigentor, dass das kein Politiker, der einen zweistelligen Intelligenzquotienten hat, wollen kann. Ein Ausstieg Griechenlands aus der Eurozone würde die gesamte Währungsunion unterminieren.

Übertreiben Sie jetzt nicht?
Nein, es würde zu einem riesigen Chaos an den Märkten kommen, alle würden sich fragen, wer als nächstes aus der Währungsunion gedrängt wird. Eigentlich galt die Eurozone ja als unwiderruflich. Länder wie Portugal, Spanien oder Italien könnten wieder vom Markt ausgeschlossen werden.

„Griechenland hat die politischen Grenzen der Austerität erreicht“

Aber was ist mit der griechischen Schuldenlast? Braucht das Land nicht neue Erleichterungen, die stärkere Eurostaaten wie Deutschland aber nicht gewähren wollen?
Es ist klar, dass Griechenlands Schulden nicht länger tragbar sind. Das Land braucht dringend eine Umstrukturierung. Auf die eine oder andere Weise wird man sicher eine gesichtswahrende Lösung finden.

Wie könnte die aussehen?
Man könnte einen Teil der Schulden zum Beispiel in Anleihen mit unbegrenzter Laufzeit und einem Zinskupon von null Prozent umwandeln. Das würde die reale Last für Griechenland reduzieren, aber die Abschreibungen vermeiden, vor denen sich die Regierungen in Berlin oder Den Haag so fürchten. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Geld tatsächlich weg ist.

Macht man es Griechenland damit nicht zu leicht?
Griechenland hat die politischen Grenzen der Austerität erreicht. Aber natürlich braucht das Land dringend Reformen, zum Beispiel beim Steuersystem. Und die neue Regierung muss die Oligarchen an die Leine legen, die große Teile der griechischen Wirtschaft monopolisiert haben.

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2 Kommentare zu "Citigroup-Chefökonom Buiter: „Kein intelligenter Politiker kann den Grexit wollen“"

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  • „Kein intelligenter Politiker kann den Grexit wollen“

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    Ohne es auf irgend einen politischen Grund abzulenken...

    " ES GIBT KEINE INTELLIGENZ MEHR IN EUROPA...

    EUROPÄISCHE INTELLIGENZ IST AUSGEWANDERT...

    weil man außerhalb Europas besser lebt und besser verdient. "




  • Ein Dummschwätzer vor dem Herrn spricht die Intelligenz von Politikern an, die ihm selbst offensichtlich fehlt. Handelsblatt: Mir graust vor dir!

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