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Coronakrise Altmaier: Wirtschaft könnte stärker einbrechen als in der Finanzkrise

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier rechnet mit dem Höhepunkt der Krise im Mai. Beim Wirtschaftswachstum rechnet er mit tiefen Einschnitten.
02.04.2020 - 15:12 Uhr Kommentieren
Der Wirtschaftsminister äußerte sich zu den konjunkturellen Folgen der Coronakrise. Quelle: dpa
Peter Altmaier

Der Wirtschaftsminister äußerte sich zu den konjunkturellen Folgen der Coronakrise.

(Foto: dpa)

Berlin Die Corona-Pandemie könnte die deutsche Wirtschaft härter treffen als die Finanzkrise vor elf Jahren. Das erwartet Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). „Wir müssen mit tiefen Einschnitten beim Wirtschaftswachstum rechnen“, sagte Altmaier am Donnerstag in Berlin. Die Einschnitte würden „mindestens so stark, wenn nicht stärker als in der Finanzkrise 2009“. Damals war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 5,7 Prozent zurückgegangen.

Altmaier schätzt die Lage damit etwas schlechter ein als viele Konjunkturforscher. Die Wirtschaftsweisen etwa gehen in ihrer Prognose von vergangenem Montag davon aus, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr zwischen 2,8 und 5,4 Prozent schrumpfen wird – abhängig davon, wie lange der Stillstand dauern wird. Im besseren Szenario setzen die Weisen eine Lockerung der Kontaktverbote nach fünf Wochen voraus.

Altmaier rechnet mit dem Höhepunkt der Krise erst im April und Mai. In einzelnen Monaten könnte das Bruttoinlandsprodukt um bis zu acht Prozent zurückgehen, sagte er. Es gebe aber Hoffnung, das sich die Lage im zweiten Halbjahr wieder normalisieren könnte.

Eine konkrete Zahl für das BIP im Gesamtjahr nannte der Minister nicht; die offizielle neue Regierungsprognose soll erst Ende des Monats veröffentlicht werden. Am kommenden Mittwoch wollen die fünf großen Konjunkturforschungsinstitute ihre Gemeinschafts-Prognose vorlegen.

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    Auch das gewerkschaftsnahe Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) bewegt sich mit seiner Prognose in ähnlichen Größenordnungen wie die Wirtschaftsweisen und Altmaier. Unter der Voraussetzung, dass die Kontaktverbote im Mai gelockert werden, rechnet das IMK mit einem Schrumpfen des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um vier Prozent, dauert es länger, dann könnte der Einbruch tiefer werden.

    Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) wiederum rechnet mit einer Rezessionstiefe zwischen minus 4,5 und minus 8,7 Prozent, ebenfalls abhängig von der Dauer des Stillstands. Das Münchner  Ifo-Institut dagegen veröffentlichte zuletzt 18 Szenario-Rechnungen, nach denen die Wirtschaft bei einem schnellen Ende des Stillstands um 5,4 Prozent, im schlechtesten Fall eines dreimonatigen Lockdowns aber gar um bis zu 20,6 Prozent einbrechen könnte.

    Altmaier wies zweistellige Einbruchsraten zurück. Auch die Wirtschaftsweisen betonten, dass sie einen dreimonatigen Stillstand für eher unwahrscheinlich halten. Ebenso sei nicht zu erwarten, dass bis zu einem Drittel aller Branchen wirklich komplett stillstehen wird: Restaurants etwa eröffneten Lieferdienste, stillstehende Fabriken begännen, Schutzkleidung zu liefern.

    Der Wirtschaftsminister sprach von einer Krise, wie es sie in der Geschichte der Bundesrepublik bisher so nicht gegeben habe. Der Gesundheitsschutz habe absolute Priorität, zu einer vorschnellen Aufhebung der Einschränkungen dürfe es daher nicht kommen.  

    Mehr: Der Sachverständigenrat Wirtschaft geht von einem deutlichen Rückgang des BIP in Deutschland aus. Die Prognose ist allerdings weniger pessimistisch als die des Ifo-Instituts.

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