Einkaufsmanagerindex Industrie in der Euro-Zone drosselt ihr Wachstum erneut

Die Industrie der Eurozone ist im März langsamer gewachsen. Der Einkaufsmanagerindex fiel damit zum dritten Mal in Folge. Experten geben aber Entwarnung.
Update: 03.04.2018 - 12:16 Uhr Kommentieren
Nach dem Neujahres-Boom normalisiert sich das Wachstum wieder. Quelle: dpa
Industriewachstum

Nach dem Neujahres-Boom normalisiert sich das Wachstum wieder.

(Foto: dpa)

BerlinDie Industrie in der Euro-Zone ist im März so langsam gewachsen wie seit acht Monaten nicht mehr. Der Einkaufsmanagerindex fiel um 2,0 auf 56,6 Punkte und damit zum dritten Mal in Folge, wie das Institut IHS Markit am Dienstag zu seiner monatlichen Umfrage unter 3000 Betrieben mitteilte. Einen so starken Rückgang gab es zuletzt 2011.

„Allerdings sollte man darüber nicht allzu besorgt sein, denn eine gewisse Normalisierung war nach dem Boom zum Jahreswechsel unausweichlich“, sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. „Nicht zuletzt, da die kurzfristigen Kapazitätsengpässe die Wirtschaft daran hindern, längere Zeit so stark zu wachsen.“ Zudem hielt sich das Barometer deutlich über der Marke von 50 Punkten, ab der es Wachstum anzeigt.

Das kalte Wetter im März dürfte dem Institut zufolge zu dem Rückgang beigetragen haben. Dass die Geschäftsaussichten so schlecht bewertet werden wie seit 15 Monaten nicht mehr, deute aber auch auf andere negative Faktoren hin. „So haben sich die Exportorderzuwächse seit Ende letzten Jahres mehr als halbiert, nicht zuletzt infolge der Aufwertung des Euro“, sagte Williamson. Am besten schlug sich die Industrie in den Niederlanden, gefolgt von Deutschland und Österreich. Schlusslichter waren diesmal Frankreich und Irland.

Auch die britische Industrie stockt: Sie ist im ersten Quartal so langsam gewachsen wie seit einem Jahr nicht mehr. Der Einkaufsmanagerindex stieg im März zwar überraschend um 0,1 auf 55,1 Punkte. In den ersten drei Monaten insgesamt aber blieb das Barometer unter dem Wert der Vorquartale. „Die jüngste Umfrage lieferte weitere Beweise dafür, dass die britische Industrie in diesem Jahr in eine sanftere Wachstumsphase eingetreten ist“, sagte Markit-Experte Rob Dobson. Aufträge und Beschäftigung seien zuletzt langsamer gestiegen.

Ein Grund dafür könnte die jüngste Aufwertung des Pfund sein, die Exporte verteuert. Die Landeswährung hat seit Ende 2017 mehr als vier Prozent zum Dollar zugelegt. Insbesondere die Hersteller von Konsumgütern spürten zuletzt aber auch die Folgen einer schwachen Inlandsnachfrage, die durch die relativ hohe Inflation gehemmt wird. Diese drückt die Kaufkraft. Hinter dem Anstieg des Pfund und der Teuerung steckt auch der geplante EU-Austritt der Briten.

Dem Institut zufolge dürfte die Industrieproduktion im ersten Quartal um etwa 0,5 Prozent gewachsen sein. Das wäre deutlich weniger als Ende 2017 mit 1,3 Prozent. Die Industrie trägt rund zehn Prozent zur britischen Wirtschaftsleistung bei.

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