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Fed-Bericht „Beige Book“ Starker Dollar lastet schwerer auf US-Unternehmen

Dem Konjunkturbericht der amerikanischen Notenbank zufolge wächst die Wirtschaft des Landes weiter - zumindest auf kleiner Flamme. Im Zeitraum von August bis Anfang Oktober mache sich aber mehr Anspannung bemerkbar.
14.10.2015 - 22:17 Uhr
Fed-Chefin Janet Yellen: Die Ära des billigen Geldes ist noch nicht beendet. Quelle: Reuters
Janet Yellen

Fed-Chefin Janet Yellen: Die Ära des billigen Geldes ist noch nicht beendet.

(Foto: Reuters)

Washington Die US-Wirtschaft hat nach Einschätzung der amerikanischen Notenbank Federal Reserve ihren Expansionskurs bis Anfang Oktober auf kleiner Flamme fortgesetzt. Einige Bezirke hätten aber von Gegenwind durch einen starken Dollar im Verarbeitenden Gewerbe und in der Tourismusbranche berichtet, erklärte die Fed am Mittwoch in ihrem Konjunkturbericht, der in der Fachwelt „Beige Book“ genannt wird.

In den meisten Bezirken habe die angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt zugenommen, aus manchen Bezirken lägen zudem Meldungen über einen Mangel an vor allem qualifizierten Arbeitskräften vor. Der Bericht wurde von der New Yorker Fed-Filiale erstellt und fasst Informationen aus den Bezirken von Mitte August bis 5. Oktober zusammen.

Insgesamt hätten sich laut Fed die Lohnzuwächse in den meisten Bezirken weiterhin in Grenzen gehalten. Meldungen über größere Zuwächse bei den Gehältern beträfen vor allem hoch ausgebildete Arbeitskräfte etwa in der IT-Branche oder in der Gesundheitsbranche.

Die US-Wirtschaft war insbesondere dank einer robusten Binnenkonjunktur von April bis Juni aufs Jahr hochgerechnet um 3,9 Prozent gewachsen. Dennoch hatte Fed-Chefin Janet Yellen Mitte September die Ära des billigen Geldes noch nicht beendet. Vor allem wegen der Sorgen um eine Abkühlung der Weltwirtschaft ließ die Notenbank den Leitzins unverändert. Yellen stellte eine Erhöhung noch in diesem Jahr in Aussicht, sollte die Inflation stabil bleiben und die US-Wirtschaft stark genug sein, einen Zinsschritt zu verkraften. Dafür bleiben der Fed aber nur noch die geldpolitischen Sitzungen am 27./28. Oktober und kurz vor Weihnachten am 15./16. Dezember.

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    Doch unter anderem wegen zuletzt schwacher US-Arbeitsmarktdaten herrscht an den Finanzmärkten Unklarheit, ob Yellen die Zinswende tatsächlich noch 2015 wagen wird. Es wäre die erste Zinserhöhung seit fast zehn Jahren. Die Fed hält die Zinsen bereits seit dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise Ende 2008 auf dem historisch niedrigen Niveau von null bis 0,25 Prozent.

    Einige hochrangige Fed-Vertreter mahnten unlängst zur Vorsicht: Fed-Gouverneur Daniel Tarullo lehnt eine Anhebung im laufenden Jahr ab ; die Konjunktur sei noch nicht bereit dafür. Fed-Direktorin Lael Brainard riet dazu, den Zinsschritt aufzuschieben, bis deutlich werde, dass die Turbulenzen in China und anderswo die Erholung der US-Wirtschaft nicht gefährden. Doch es gibt auch andere Stimmen: Der Präsident der Fed-Filiale von Richmond, Jeffrey Lacker, sagte am Mittwoch dem Sender Fox Business, die jüngsten schwachen Konjunkturdaten hätten seine Einschätzung der US-Wirtschaft nicht stark geändert. Lacker hatte im September für eine Zinsanhebung gestimmt. Wie er im Oktober abstimmen werde, habe er allerdings noch nicht entschieden.

    • rtr
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