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Flüchtlinge Bundesbank prognostiziert hohe Arbeitslosigkeit unter Zuwanderern

Die Deutsche Bundesbank geht davon aus, dass sich positive Effekte durch den Zuzug von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt erst langfristig bemerkbar machen werden. Zuwanderer müssten sich erst Qualifikationen aneignen.
21.12.2015 - 15:53 Uhr
Der afghanische Flüchtling Sha Kah Ahmadi (l.) und der indische Flüchtling Singh Satwinder feilen in der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) in Dresden an Metallwerkstücken. Quelle: dpa
Flüchtlinge zum Probearbeiten in Dresden

Der afghanische Flüchtling Sha Kah Ahmadi (l.) und der indische Flüchtling Singh Satwinder feilen in der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) in Dresden an Metallwerkstücken.

(Foto: dpa)

Frankfurt Der Zuzug von Flüchtlingen wird sich einer Prognose der Deutschen Bundesbank zufolge erst nach und nach positiv auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar machen. Zunächst bleibe die Arbeitslosenquote unter den Flüchtlingen sehr hoch, da die Zuwanderer im Schnitt weniger gut qualifiziert seien als der Durchschnitt der sonstigen Bevölkerung, heißt es in dem am Montag in Frankfurt am Main veröffentlichten Monatsbericht der Zentralbank. Viele Flüchtlinge müssten sich erst Sprachkenntnisse und andere Qualifikationen aneignen, bevor sie eine Arbeit fänden.

Die Bundesbank geht davon aus, dass im ersten Jahr nach der Anerkennung als Flüchtling 70 Prozent der Zuwanderer arbeitslos bleiben und die Quote auch danach erst langsam fällt. Insgesamt könnte sich die Arbeitslosenquote in Deutschland durch die Flüchtlinge um 0,5 Prozent erhöhen.

Andere Arbeitslose müssen sich nach Einschätzung der Bundesbank fast keine Sorgen darum machen, durch die hohe Zahl an Flüchtlingen schwieriger an einen Job zu kommen: Eine "Verdrängung Einheimischer vom Arbeitsmarkt" sei kaum zu erwarten, heißt es in dem Bericht. Grund sei die unterschiedliche Qualifikationsstruktur. Allenfalls könne dies "in kleinerem Umfang" Menschen mit geringer Qualifikation oder "bereits im Inland lebende Immigranten" betreffen.

Weiter geht die Bundesbank davon aus, dass der starke Flüchtlingszuzug sich positiv auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) auswirken wird. Die zusätzlichen staatlichen Ausgaben für Flüchtlinge dürften demnach "ähnlich wie ein Konjunkturprogramm" auf das BIP wirken und es bis zum Jahr 2017 um 0,75 Prozent erhöhen. Auswirkungen werde die hohe Zahl an Flüchtlingen auch auf den Wohnungsbau haben. Mit einem "spürbaren Nachfrageeffekt" für den privaten Wohnungsbau rechnet die Bundesbank allerdings erst "im Zeitverlauf".

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