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Folgen der Pandemie Weltbank: Corona stürzt 2020 mindestens 60 Millionen Menschen in die Armut

Die Pandemie wirft laut einem Report der Weltbank vor allem Schwellen- und Entwicklungsländer wirtschaftlich um Jahre zurück. Das hat mehrere Gründe.
02.06.2020 - 16:00 Uhr Kommentieren
Die Coronakrise macht vor allem afrikanischen Staaten wie Nigeria zu schaffen. Quelle: action press
Lagos

Die Coronakrise macht vor allem afrikanischen Staaten wie Nigeria zu schaffen.

(Foto: action press)

Berlin Die Corona-Pandemie hat die tiefste Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit verursacht – und das in allen Ländern auf der Welt. Während allerdings die reichen Industriestaaten bereits dabei sind, die Folgen zu überwinden, dürfte das Virus die Schwellen- und Entwicklungsländer wirtschaftlich um Jahre zurückwerfen. Das jedenfalls befürchtet die Weltbank in ihrem neuen Report über globale Wirtschaftsperspektiven.

Demnach wird die Coronakrise in diesem Jahr voraussichtlich mindestens 60 Millionen Menschen in die absolute Armut stürzen. „Es könnten noch mehr werden“, sagte Weltbank-Präsident David Malpass am Dienstag in Washington.

Es komme nun darauf an, wie schnell die Industriestaaten ihre Wirtschaft wieder in Gang bringen – und ob sie dabei die Lage in den Entwicklungs- und Schwellenländern berücksichtigen. Seit März etwa bekommen mehr als 100 Staaten Hilfskredite des Internationalen Währungsfonds (IWF). Die G20-Staaten haben einen Schuldenerlass für die allerärmsten Länder beschlossen. 

Während die meisten Ökonomen erwarten, dass die Industriestaaten spätestens in der zweiten Jahreshälfte zum Wachstum zurückkehren, hält die Weltbank es für wahrscheinlich, dass in vielen ärmeren Ländern auf die Rezession eine Phase von Stagnation oder nur sehr geringem Wachstum folgen wird.

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    Über einen Fünf-Jahres-Zeitraum betrachtet könnte die Rezession kombiniert mit einer Finanzkrise ein durchschnittliches Schwellen- und Entwicklungsland acht Prozent Wachstum kosten. Ist ein solches Land zusätzlich Ölexporteur, könnten es bis zu elf Prozent werden, so der Report.

    Der Corona-Wirtschaftsschock trifft ärmere Länder aus mehreren Gründen besonders hart: Investitionen aus reicheren Ländern werden zurückgefahren, internationale Investoren ziehen ihr Kapital ab. Die Staaten selbst können wenig Mittel für Konjunkturprogramme aufbringen, und Auswanderer weniger Geld in ihre Herkunftsländer schicken.

    Zudem können viele Eltern, die als Tagelöhner arbeiten, das Schulgeld für ihre Kinder nicht mehr aufbringen: Der Rückschlag im Bildungssektor verhindere so Entwicklung über einen längeren Zeitraum, heißt es in dem Report.

    Afrika vor großen Problemen

    Für Ölexporteure wie Nigeria und Ghana kommt hinzu, dass wegen des vermutlich für längere Zeit niedrigeren Ölpreises Einnahmen fehlen. Auch andere Rohstoffpreise sind wegen schwächerer Nachfrage aus den Industriestaaten und China gefallen. In vielen Ländern Afrikas verschärft dies die Rezession.

    Auch das Institut für Weltwirtschaft (IfW) fürchtet für die Länder Afrikas, die noch wenig in die globalen Wertschöpfungsketten eingebunden sind, dass sie nun erst recht von der Globalisierung ausgeschlossen werden – „selbst wenn einige afrikanische Länder generell das Potenzial zur Einbindung haben“, schreiben die IfW-Ökonomen.

    Der Afrikaverein der deutschen Wirtschaft ermutigt Unternehmen, den Nachbarkontinent in Betracht zu ziehen, wenn sie als Folge der Krise ihre Abhängigkeit von einzelnen Vorlieferanten aus Asien verringern wollen. „Für Vorprodukte können da auch afrikanische Länder interessant werden“, sagte der Vorsitzende, Stefan Liebing, dem Handelsblatt.

    Zunächst allerdings hat die deutsche Wirtschaft, die gerade erst begonnen hatte, Afrika für Investitionen zu entdecken, auf Rückzug umgeschaltet. „In Afrika werden gerade fast alle Aktivitäten deutscher Unternehmen verschoben“, so Liebing. Viele afrikanische Länder hätten schärfere Shutdown-Maßnahmen eingeführt als Deutschland, und Mitarbeiter, die nicht ins Büro dürften, seien kaum zu erreichen.

    „Aktuell jedenfalls sagen 75 Prozent der in Afrika engagierten Unternehmen, dass ihre Projekte unter Druck stehen. Wir befürchten daher, dass alles, was Deutschland in den letzten fünf Jahren dort aufgebaut hat, durch die Krise aufgefressen werden könnte und wir nach Corona von vorn anfangen müssen“, sagte Liebing.

    Mehr: Das Coronavirus verschärft die wirtschaftlichen und sozialen Probleme Afrikas.

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