Frankreich Arbeitslosigkeit leicht angestiegen

Fast zehn Prozent der Franzosen sind einer Statistikbehörde zufolge im dritten Quartal arbeitslos. Das ist ein weiterer Rückschlag für den unpopulären Präsidenten François Hollande.
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Eine erneute Präsidentschaftskandidatur möchte François Hollande von Erfolgen im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit abhängig machen. Quelle: AFP
Frankreichs Präsident François Hollande

Eine erneute Präsidentschaftskandidatur möchte François Hollande von Erfolgen im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit abhängig machen.

(Foto: AFP)

Paris Neue schlechte Nachrichten für Frankreichs Staatschef François Hollande: Die Arbeitslosigkeit in dem Land ist im dritten Quartal leicht angestiegen. Die Arbeitslosenquote lag zwischen Juli und September bei 9,7 Prozent und damit 0,1 Prozentpunkt höher als im Vorquartal, wie die französische Statistikbehörde Insee am Donnerstag in Paris mitteilte. Die Zahl der Arbeitslosen lag demnach bei rund 2,8 Millionen.

Arbeitsministerin Myriam El Khomri betonte aber, aufs Jahr gesehen sei die Entwicklung positiv. Tatsächlich sank die Quote im Vergleich zum dritten Quartal 2015 um 0,4 Punkte. Werden die französischen Überseegebiete eingerechnet, liegt die Arbeitslosenquote laut Insee bei zehn Prozent.

Der leichte Anstieg im dritten Quartal ist ein weiterer Rückschlag für Präsident Hollande. Der unpopuläre Sozialist hat eine erneute Präsidentschaftskandidatur von Erfolgen im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit abhängig gemacht. Er will im Dezember bekanntgeben, ob er bei der Wahl im kommenden Frühjahr für eine zweite Amtszeit antritt.

Wie ein Staatspräsident sich selbst demontiert
Der Präsident, der seine eigene Partei abschaffen will
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Jahrelang hat Francois Hollande alles versucht, um jede Strömung seiner Partei PS zu berücksichtigen. Doch spätestens mit seinem Buch „Ein Präsident sollte das nicht sagen...“ schlägt er die gegenteilige Richtung ein. Er halte die Sozialisten für überflüssig. „Die Liquidierung ist notwendig, ein Hara-Kiri.“

Nach der
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Nach der gesamten Partei pickte sich Hollande auch die Spitzenkräfte in der Regierung heraus. Über seinen Außenminister und früheren Premier Jean-Marc Ayrault ließ er in dem Buch verlauten: „Er ist so loyal, dass er nicht mehr zu hören ist – ich benutze ihn bis zum Schluss, dann wechsele ich ihn aus.“

Die ungebildete Bildungsministerin
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Auch die Frauen in der französischen Regierung verschont er nicht. Über seine Parteifreundin und Bildungsministerin Najat Vallaud-Belkacem: „Sie ist gut, Najat, sehr stark im Dreschen von hohlen Phrasen. Sie ist ehrgeizig, will etwas erreichen, mehr als die anderen. Najat ist keine Intellektuelle, sie hat nicht die ENA (Elite-Hochschule) gemacht.“

Kein Charisma
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Parlamentspräsidenten Jean-Claude Bartolone war zunächst in der Verlosung um ein höheres Amt. Doch Hollande gab nun noch während seiner Amtszeit bereitwillig Auskunft, warum er ihn nicht zum Premier gemacht hat: „Bartolone, nein, er hat nicht die Statur dafür. Außerdem hat er verletzend über Deutschland geredet und er ist nicht sehr bekannt. Am Tag, an dem er es würde, sähe man: Er hat kein großes Charisma.“  

Auch seine Gegenspieler verschont Hollande nicht
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Über seinen Vorgänger Nicolas Sarkozy sagte der aktuelle Präsident: „Wir hatten den kleinen Napoleon, hier haben wir den kleinen de Gaulle. Für Sarkozy gibt es keine Grenze zwischen dem, was sich gehört und dem, was sich nicht gehört – diese Geldgier, er redet immer nur übers Geld, das erste, was er mir sagt, ist wie viel Geld er mit seinen Vorträgen verdient.“

 

Der hilfsbedürftige Grieche
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Auch zum griechischen Premier hat Hollande eine bis dato unveröffentlichte Meinung: „Er ist unerfahren aber intelligent, und manchmal etwas verloren. Ich habe ihm gesagt: Hilf mir, Dir zu helfen. 14 Länder wollen Dich rauswerfen (aus der Eurozone), nur drei wollen Dich drin behalten: Frankreich, Italien und Zypern. …Putin hat mich nach dem griechischen Referendum angerufen: ‚Ich habe eine Information für Dich, Griechenland hat uns angerufen und gebeten, ob wir Drachmen für sie drucken können, sie hätten keine Druckerei mehr. Ich sage es Dir, damit Du siehst, dass das nicht unsere Absicht ist.‘“

Das faule Volk
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Während sich die Meinung zu Tsipras geradezu harmlos liest, schlägt er bei seinem Fazit über das griechischen Volk völlig unangemessene Töne an: „Sie haben sich daran gewöhnt, keine Steuern zu bezahlen, schwarz zu arbeiten, mit 50 oder 55 in Rente zu gehen, soviel zu betrügen wie möglich – die Griechen sind kollektiv verantwortlich.“

Die Quartalszahlen der Statistikbehörde Insee weichen deutlich von den monatlich veröffentlichten Zahlen des französischen Arbeitsministeriums ab. Grund sind unterschiedliche Berechnungsmethoden. Laut dem Ministerium war die Arbeitslosigkeit zuletzt stark gesunken: Demnach waren im September 3,49 Millionen Menschen als arbeitslos gemeldet, 66.300 weniger als im August. Es war der stärkste Rückgang in einem Monat seit 20 Jahren.

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