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Frankreichs Konjunktur Weniger Defizit, mehr Arbeitslose

Rekord-Arbeitslosigkeit, ein gigantischer Schuldenberg und mies gelaunte Verbraucher. Frankreich kommt wirtschaftlich nicht auf die Beine, zudem gilt immer noch der Ausnahmezustand. Nur das Defizit überrascht positiv.
25.03.2016 - 09:36 Uhr
Die wirtschaftliche Lage sieht weiter finster aus. Immerhin sank das Staatsdefizit überraschend. Quelle: dpa
Frankreich

Die wirtschaftliche Lage sieht weiter finster aus. Immerhin sank das Staatsdefizit überraschend.

(Foto: dpa)

Paris Die Kauflaune der Franzosen hat sich im März überraschend weiter eingetrübt. Das Barometer für das Verbrauchervertrauen fiel im Februar von 95 auf 94 Punkte, wie das Statistikamt Insee am Freitag unter Berufung auf seine monatliche Umfrage mitteilte. Das war der schwächste Wert seit August 2015. Von Reuters befragte Ökonomen hatten dagegen mit einer Erholung auf 96 Zähler gerechnet.

Die nach Deutschland zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone ist zuletzt kaum gewachsen. Im vierten Quartal 2015 betrug das Plus 0,3 Prozent, wie aus den am Morgen vorgelegten endgültigen Daten zum Bruttoinlandsprodukt hervorgeht. Für das Gesamtjahr revidierte das Statistikamt INSEE die Zahl von zuvor 1,1 auf 1,2 Prozent leicht nach oben.

Auch das Staatsdefizit konnte im vergangenen Jahr stärker reduziert werden als zunächst gedacht. Allerdings waren die Schulden des Landes noch nie so hoch. Wie das französische Statistikamt am Freitag mitteilte, lag der Fehlbetrag im Staatshaushalt 2015 bei 3,5 Prozent der Wirtschaftsleistung. Das war die kleinste Lücke seit der weltweiten Finanzkrise 2008. Angepeilt und der EU zugesagt hatte Frankreich ein Defizit von 3,8 Prozent. Trotz der besseren Entwicklung reißt die zweitgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone nach Deutschland erneut die EU-Defizitgrenze von maximal drei Prozent. 2017 soll Frankreich sie wieder einhalten.

Der Schuldenberg wuchs indes im letzten Jahr auf den Rekordwert von 95,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes an. Ein Jahr zuvor lag er noch bei 95,3 Prozent. Die Ausgaben des Staates gingen auf 56,8 Prozent des BIP leicht zurück. Unklar war aber zuletzt, wie stark sich die höheren Aufwendungen für Sicherheit auf den Staatshaushalt auswirken. In Frankreich herrscht seit den islamistischen Anschlägen in Paris im November mit 130 Toten der Ausnahmezustand. Das Land leidet außerdem weiter unter einer hohen Arbeitslosigkeit. Sie stieg im Februar auf einen Rekordwert.

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