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Geldflut durch die EZB Kreditvergabe im Euro-Raum zieht weiter an

Die Vergabe von Krediten an Privathaushalte ist im August um 1,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen – knapp unter den Erwartungen der Experten. Sorge macht der EZB unverändert die Inflationsrate.
25.09.2015 Update: 25.09.2015 - 15:25 Uhr
Nach der großen Geldflut durch die EZB ist die Kreditvergabe an Privathaushalte im Euro-Raum weiter gestiegen. Quelle: dpa
EZB

Nach der großen Geldflut durch die EZB ist die Kreditvergabe an Privathaushalte im Euro-Raum weiter gestiegen.

(Foto: dpa)

Frankfurt/Berlin Die Geldflut der Europäischen Zentralbank (EZB) schiebt die Kreditvergabe der Banken im Euro-Raum weiter an. Die Institute vergaben im August 1,0 Prozent mehr Darlehen an Haushalte als ein Jahr zuvor, wie die EZB am Freitag mitteilte. Im Juli lag der Zuwachs nur bei 0,9 Prozent. Die Kredite an Firmen, die für die Konjunkturentwicklung besonders wichtig sind, zogen jedoch nur um 0,4 Prozent an. „Insgesamt sind die Daten damit doch etwas ernüchternd ausgefallen“, sagt Ökonom Johannes Mayr von der BayernLB.

Die Notenbank kauft seit März Anleihen in großen Stil und beabsichtigt, bis Herbst 2016 Bonds im Wert von 1,14 Billionen Euro in ihre Bücher zu nehmen. Mit der Geldschwemme will EZB-Präsident Mario Draghi Staatsanleihen für Banken unattraktiv machen und die Institute so anregen, mehr Kredite zu vergeben.

Die für den Währungsraum wichtige Geldmenge M3 wuchs im September um 4,8 Prozent. Experten hatten mit einem Anstieg von 5,3 Prozent gerechnet. Die Geldmenge M3 umfasst unter anderem Bargeld, Einlagen auf Girokonten, kurzfristige Geldmarktpapiere sowie Schuldverschreibungen mit bis zu zwei Jahren Laufzeit. Steigt M3 stark an, gilt dies als ein Signal für zunehmende Inflationsrisiken.

Zurzeit droht diese Gefahr aber nicht, denn die Teuerung in der Euro-Zone lag im August bei nur 0,1 Prozent. Stabile Preise sehen die Währungshüter bei einer Inflation von knapp unter zwei Prozent gewährleistet, weil dieser Wert als ideal für die Wirtschaftsentwicklung gilt. Doch dieses Ziel wird laut der hauseigenen Prognose der EZB selbst im Jahr 2017 nicht erreicht werden.

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    Das Wertpapierankaufprogramm ist laut Draghi jedoch flexibel genug angelegt, um bei Bedarf gegensteuern zu können. Ökonom Peter Vanden Houte von der ING Bank sieht den Zeitpunkt dafür allerdings noch nicht gekommen. Dies könne sich aber ändern, falls die wirtschaftliche Erholung im Euro-Raum ins Stocken geraten sollte. „Dann könnte das Volumen des Kaufprogramms von monatlich 60 auf bis zu 70 Milliarden Euro aufgestockt werden“, sagte der Experte.

    • rtr
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