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Geschäftsklima „Konjunktur fehlt es an Schwung“ – Ifo-Index fällt stärker als erwartet

Zum zweiten Mal in Folge fällt der wichtige Geschäftsklima-Index. Die rund 9000 befragten Manager beurteilen die Lage ihrer Geschäfte deutlich ungünstiger.
Update: 23.05.2019 - 10:34 Uhr Kommentieren
Die vom Ifo-Institut befragten Manager sind pessimistischer als erwartet. Quelle: dpa
Geschäftsklima

Die vom Ifo-Institut befragten Manager sind pessimistischer als erwartet.

(Foto: dpa)

BerlinDie Stimmung in den deutschen Unternehmen ist in diesem Monat schlechter als erwartet. „Der deutschen Konjunktur fehlt es weiterhin an Schwung“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest am Donnerstag, als er den Geschäftsklimaindex vorstellte. Die dafür befragten 9000 Führungskräfte deutscher Unternehmen beurteilten ihre Geschäftslage aktuell ungünstiger. Allerdings: Die Aussichten für die kommenden sechs Monate blieben unverändert – trotz weltweiter Handelskonflikte.

Konkret fiel der Ifo-Geschäftsklima-Index auf 97,9 Punkte. Im Vormonat hatte er noch 99,2 Punkte betragen. Vor allem die Lagebeurteilung fiel mit 100,6 Punkten deutlich schlechter aus als im Vormonat, als sie 103,4 Punkte betrug. Die Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monate blieben konstant bei 95,3 Punkten.

In der Industrie stand dabei die Chemische Industrie für den Lichtblick: Dort geht es offenbar wieder aufwärts. Einen Dämpfer gab es bei den zuletzt sehr optimistischen Dienstleistern, die sich in der Umfrage nun etwas unsicherer äußerten. Im Handel schwächelt laut Ifo offenbar der Großhandel – während die Einzelhändler dank des guten Konsums optimistisch auf die aktuelle Lage und nahe Zukunft blicken. Und: Der Bauboom bleibt ungebrochen, so Fuest.

Gemessen an den zum Jahreswechsel pessimistischen Erwartungen war die deutsche Wirtschaft überraschend kräftig in dieses Jahr gestartet. Das Statistische Bundesamt bekräftigte am Donnerstag seine Schnellschätzung aus der vergangenen Woche.

Danach legte das Bruttoinlandsprodukt um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu. Im Schlussquartal hatte das Wachstum stagniert, nachdem es im dritten Quartal 2018 um 0,2 Prozent geschrumpft war.

Mehr Schwung, aber keine Trendwende

Der KfW-Konjunkturkompass bestätigte an diesem Donnerstag ebenfalls den schwungvollen Start in dieses Jahr. Allerdings erwartet die KfW nicht, dass der Schwung lange anhalten wird. „So erfreulich die Rückkehr des Wachstums zu Jahresbeginn auch ist, eine überzeugende Trendwende zum Besseren markiert sie nicht“, sagte der KfW-Konjunkturexperte Klaus Borger.

In diesem Quartal werde der Zuwachs „kaum über 0,1 Prozent hinauskommen“, erwartet Borger, der 2019 mit „nur einer moderaten Erholung“ rechnet.

Gebremst ist das Wirtschaftswachstum offenbar aktuell im Mai. Die deutsche Industrie habe überraschend an Fahrt verloren, meldete das Instituts IHS Markit. Sein Einkaufsmanagerindex für die Industrie sank am Donnerstag leicht um 0,1 auf 44,3 Punkte. Von Reuters befragt Ökonomen hatten einen Anstieg auf 44,8 Zähler erwartet. Das Barometer entfernte sich damit weiter von 50 Punkten, der Schwelle, ab der es Wachstum signalisiert. Die Industrie befände sich damit auf Schrumpfkurs.

Zu Jahresbeginn hatten sich der Bauboom und der Konsum der privaten Verbraucher als Treiber der Wirtschaft erwiesen, so das Statistische Bundesamt. Die Konsumausgaben stiegen im ersten Quartal um 1,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Ein ähnlich starkes Plus verzeichnete der Konsum zuletzt im Jahr 2011. Ungewöhnlich ist dies auch deshalb, weil normalerweise um Weihnachten herum besonders viel eingekauft wird.

Die Wiesbadener Statistiker erklären sich dies mit der historisch guten Lagen auf dem Arbeitsmarkt und gestiegenen Einkommen. Dazu trugen auch niedrigere Krankenkassenbeiträge und Steuern bei.

Die Bau-Investitionen wiederum legten um 1,9 Prozent zu: Der milde Winter gab der ohnehin boomenden Branche weiteren Rückenwind. Unerwartet waren zu Jahresbeginn auch die Exporte wieder stärker als die Importe gestiegen – und die Unternehmen investierten wieder in Maschinen und Ausrüstungen.

Markit-Experte Phil Smith schließt aus allen vorliegenden Daten, dass die deutsche Wirtschaft nach der konjunkturellen Erholung zu Jahresbeginn im zweiten Quartal dank Dienstleistern weiter wachsen wird, wenn auch wieder deutlich schwächer. Dass sein Barometer für den Servicesektor an Stärke verloren hat, wertet Smith als Ausdruck der Furcht, dass auch die Dienstleister in den Sog des internationalen Handelsstreits geraten könnten.

Mehr: Europa soll weniger Autos in die USA exportieren. Darauf aber will sich die EU-Handelskommissarin nicht einlassen – trotz Trumps Strafandrohungen.

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