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Geschäftsklima Wirtschaftsaussichten verdüstern sich – Ifo-Index sinkt auf niedrigsten Stand seit Ende 2014

Die Konjunktur flaut weiter ab: Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im Juni erneut gefallen. Die Stimmung verschlechtert sich in entscheidenden Branchen.
Update: 24.06.2019 - 11:00 Uhr 1 Kommentar
Konjunktur: Ifo-Index sinkt auf niedrigsten Stand seit Ende 2014 Quelle: dpa
Container im Hamburger Hafen

Der Geschäftsklimaindex gibt Einblick in die Wirtschaftsentwicklung.

(Foto: dpa)

BerlinDie Stimmung in den deutschen Unternehmen hat sich im laufenden Monat weiter verschlechtert. „Die Konjunktur flaut weiter ab“, sagte der Präsident des Münchner Instituts für Wirtschaftsförderung (Ifo) Clemens Fuest am Montag, als sein Institut den Geschäftsklimaindex vorstellte.

Die dafür befragten 9.000 Führungskräfte deutscher Unternehmen beurteilten ihre Geschäftslage aktuell zwar minimal besser als im Mai, die Aussichten für die kommenden sechs Monate sahen sie dagegen als schlechter an. Konkret fiel der Ifo-Geschäftsklima-Index auf 97,4 Punkte. Im Vormonat stand er noch 97,9 Punkten.

Ifo rechnet im laufenden Quartal mit einem Schrumpfen der Wirtschaftsleistung. Es befürchtet allerdings keine Rezession – also zwei Quartale in Folge mit zurückgehender Wirtschaftsleistung. Im ersten Jahresviertel hatte das deutsche Bruttoinlandsprodukt um 0,4 Prozent zugelegt. Es sind die Handelskonflikte, die Gefahr eines harten Brexit sowie die wachsenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran, die zuletzt bereits an den Börsen die Konjunkturerwartungen gedämpft hatten.

Die Lagebeurteilung fiel mit 100,8 Punkten leicht besser aus als im Vormonat, als sie 100,7 Punkte betrug. Die Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monate sanken allerdings deutlich auf 94,2 Punkte. Im Mai hatte der Wert noch 95,2 Punkte betragen. Die Mai-Werte korrigierte das Ifo um saisonale Effekte.

Die Stimmung in der Wirtschaft ist damit so schlecht wie seit November 2014 nicht mehr, so Fuest. In der Industrie wirkte sich der ohnehin seit Monaten anhaltende Pessimismus noch stärker aus, der Auftragsbestand sank.

Diese anhaltende Industrieschwäche stimmt auch die Dienstleister pessimistisch. Sie beurteilten ihre Geschäftsaussichten nun ebenfalls schlechter als bisher – obwohl ihre aktuelle Lage offenbar besser ist als erwartet.

Einen leichten Dämpfer vermeldete auch die Bauindustrie: Die Unternehmen beurteilten Lage und Aussichten nicht mehr so euphorisch wie in den vergangenen Monaten. Allerdings befindet sich der Klima-Index noch immer auf einem sehr hohen Niveau.

Gestiegen ist das Barometer für den Handel. Die Firmen beurteilten sowohl ihre Lage als auch die Aussichten besser als zuvor.

Skeptischer Blick auf die Exporte

Schon seit Mitte 2018 zeigt die deutsche Konjunktur Anzeichen von Schwäche. Vor allem die exportabhängigen Industriebranchen, darunter besonders die Autoindustrie, erleben nach Jahren des Booms schlechte Zeiten. Ein Abgleiten in die Rezession verhindern bisher die boomende Bauindustrie und der Konsum im Inland.

Die im Vergleich zu früheren Abschwüngen hervorragende Lage am Arbeitsmarkt hat die Kaufkraft gestärkt. Die Reallöhne steigen auch in diesem Jahr, Entlastungen bei Steuern und Abgaben führen zusätzlich zu mehr Netto vom Brutto.

Die Konjunkturforscher erwarteten daher in ihren aktuellen Sommer-Prognose durchweg noch etwas höhere Wachstumsraten als in der letzten Schwächephase 2012/2013. Damals hatte das deutsche Bruttoinlandsprodukt jeweils um 0,5 Prozent zugelegt.

Die Bundesbank, das Ifo-Institut, und das Kieler IfW waren mit ihrer Prognose von 0,6 Prozent für 2019 am pessimistischsten. Das RWI rechnete letzte Woche mit 0,8 Prozent, das DIW mit 0.9 Prozent und das gewerkschaftsnahe IMK mit einem Prozent Wachstum in diesem Jahr.

Die pessimistischeren Konjunkturforscher gewichteten dabei die Exportindustrie: Sobald dort die Entlassungen zunehmen, dürften auch die Geschäfte der Dienstleister nachlassen, die gute Lage am Arbeitsmarkt dauerhaft nicht halten, so die Argumentation, für die zuletzt das etwas schwächere Ifo-Beschäftigungsbarometer Anlass bot. Die optimistischeren Erwartungen basierten demgegenüber auf einem höheren Zutrauen in die Kraft der Binnenwirtschaft.

Die pessimistischste Prognose gab zuletzt die Bundesregierung ab: Sie erwartet in diesem Jahr nur 0,5 Prozent Wirtschaftswachstum.

Mehr: 2019 ist für die Wirtschaft kein Glanzjahr. Das Wachstum fällt mickrig aus. Nach der Exportwirtschaft droht auch die Inlandsnachfrage zu schwächeln.

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1 Kommentar zu "Geschäftsklima: Wirtschaftsaussichten verdüstern sich – Ifo-Index sinkt auf niedrigsten Stand seit Ende 2014"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Hoffentlich ist das nicht nur wieder ein Strohfeuer. Deutschland braucht dringend eine kleine Wirtschaftskrise. Vielleicht so 2-3 Jahre. Dann können sich die Dinge politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich wieder mal etwas normalisieren.

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