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GfK-Index Konsumlaune der Deutschen trübt sich etwas ein

Der Konsumklimaindex der GfK ist unerwartet um 0,1 Punkte gesunken. Als Grund nennt das Unternehmen vor allem die Diskussion um Negativzinsen für Privatanleger.
20.12.2019 - 09:16 Uhr Kommentieren
Konsumlaune der Deutschen trübt sich etwas ein Quelle: dpa
Konsum

Die Sparneigung liegt auf einem Allzeittief von 74 Punkten, ermittelte die GfK.

(Foto: dpa)

Nürnberg Die Verbraucher in Deutschland bleiben in Konsumlaune, auch wenn sich die Stimmung etwas eintrübt. In seinem monatlich ermittelten Konsumklimaindex prognostiziert der Nürnberger Marktforscher GfK für Januar einen Rückgang um 0,1 Punkte auf 9,6 Zähler. Im Vormonat war der Wert um 0,1 Zähler gestiegen. Als Grund nannte das Unternehmen neben Verunsicherungen durch Handelskonflikte insbesondere die Diskussion um Negativzinsen auch für Privatanleger.

„Wenn für Geldanlagen bezahlt werden muss, betrifft das auch die Geldbörsen der Verbraucher. Sie haben die Befürchtung, dass nun flächendeckend Strafzinsen für Privatkunden eingeführt werden“, sagte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl am Freitag in Nürnberg.

Die Debatte um Negativzinsen habe die Sparneigung auf ein neues Allzeittief von minus 74 Punkten gedrückt. Auch auf die Einkommenserwartung habe die Zinsdebatte durchgeschlagen, sagte Bürkl. Mit 35,0 Punkten habe dieser Wert zuletzt vor über sechs Jahren so niedrig gelegen.

Der Leitzins im Euroraum liegt seit langem auf dem Rekordtief von null Prozent. Parken Geschäftsbanken Geld bei der Europäischen Zentralbank, müssen sie dafür 0,5 Prozent Strafzinsen zahlen. Die Folgen: Die Zinsen für Sparbuch und Tagesgeld sind quasi abgeschafft. Zudem verlangen immer mehr Banken Negativzinsen bei größeren Guthaben, bei Neukunden teils schon ab dem ersten Euro.

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    Auch die Konjunkturaussichten schätzen die Konsumenten laut GfK pessimistischer ein als im Dezember. Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank sollte die Investitionen von Firmen anregen, sagte der Experte. „Das passiert aber wegen der generellen Verunsicherung durch die schwächere Weltwirtschaft nicht in dem erhofften Ausmaß.“

    Anschaffungsneigung verbessert sich

    Die Handelskonflikte zwischen den USA und China sowie zwischen den USA und der EU führten dazu, dass vor allem exportorientierte Firmen vorsichtiger bei Investitionen seien. In der Autoindustrie und bei deren Zulieferern komme der Umbruch hin zur Elektromobilität und in der Folge Angst um Arbeitsplätze hinzu.

    Dafür habe sich aber die Anschaffungsneigung der Verbraucher weiter verbessert, erläuterte Bürkl. Dieser Wert legt laut GfK um 2,2 Zähler zu und erreicht mit aktuell 52,2 Punkten wieder das gute Niveau des Vorjahres. „In einem stürmischer werdenden konjunkturellen Umfeld erweist sich die Anschaffungsneigung auch zum Jahresende als ein Fels in der Brandung. Für den Handel sind das gute Nachrichten.“

    Im Jahresrückblick ergebe sich beim Konsumklima für 2019 eine leicht negative Tendenz, die Verbraucher ließen sich ihre Kauflaune aber bislang nicht verderben. Für 2020 werde entscheidend sein, ob die Beschäftigungssituation stabil bleibe. „Dann wird der Konsum auch im nächsten Jahr eine gute Stütze der Konjunktur sein“, sagte Bürkl.

    Altmaier: Gefahr einer Rezession ist gebannt

    Auch Wirtschaftsminister Peter Altmaier zeigt sich optimistisch: Er rechnet nicht mit einem Abwärtsstrudel für die deutsche Wirtschaft. „Die Gefahr einer Rezession ist gebannt, nicht zuletzt auch dank der gewachsenen Klarheit beim Brexit“, sagte der CDU-Politiker dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ laut Vorabbericht vom Freitag. Auch wenn der Aufschwung ein „zartes Pflänzchen“ bleibe, helle sich die Stimmung in der Wirtschaft zusehends auf.

    Der Ifo-Index war im Dezember zum zweiten Mal in Folge gestiegen und signalisierte eine bessere Stimmung unter den Firmenchefs in Deutschland. Die Ökonomen vom Münchner Ifo-Institut prognostizieren für das Schlussquartal 2019 ein Wirtschaftswachstum von 0,2 Prozent. Die Experten vom Berliner DIW dagegen rechnen mit einem Rückgang von 0,1 Prozent.

    Entspannung sieht der Wirtschaftsminister auch im Handelsstreit mit den USA. „Ich glaube nicht, dass der amerikanische Präsident ein Jahr vor den Wahlen ein großes Interesse daran hat, einen Handelskrieg mit Europa vom Zaun zu brechen“, sagte Altmaier. Dazu führen die Amerikaner zu gern deutsche Autos. „Bislang ist es uns jedenfalls gelungen, eine Eskalation zu vermeiden.“

    Mehr: Der Ifo-Index zeigt Aufschwungs-Hoffnung für 2020 – nur nicht für die Industrie.

    • dpa
    • rtr
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