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Griechenland Koste es, was es wolle

Die Europäische Zentralbank hält den Geldhahn für griechische Banken offen. Mindestens bis zum Monatsende wird die Notenbank die ELA-Notfallkredite gewähren. Und das vor allem aus einem Grund.
12.06.2015 - 16:02 Uhr 16 Kommentare
Mario Draghi will den griechischen Banken wohl nicht vorzeitig den Geldhahn zudrehen. Quelle: dpa
EZB

Mario Draghi will den griechischen Banken wohl nicht vorzeitig den Geldhahn zudrehen.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Europäische Zentralbank (EZB) wird Insidern zufolge griechischen Banken während der laufenden Schuldengespräche den Geldhahn voraussichtlich nicht zudrehen. Zumindest bis Monatsende würden die Notfall-Kredithilfen (ELA) für die Institute weiter verlängert, sagten mehrere mit den Überlegungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Position hat sich damit trotz der verschärften Lage nach dem überraschenden Abschied des Internationalen Währungsfonds (IWF) aus den Verhandlungen am Donnerstag nicht geändert. Über die Haltung der Notenbank hatte das Handelsblatt bereits Mitte Mai berichtet.

Die Chefs der Notenbanken der Eurozone bereiteten sich allerdings auch darauf vor, diese Hilfe zurückzunehmen, sollten alle Krisenverhandlungen scheitern. Als entscheidender Wendepunkt gilt für viele ein mögliches Abrutschen Griechenlands in die Staatspleite.

„Während die Verhandlungen noch mit Aussicht auf eine Einigung andauern, wäre es verrückt, wenn die EZB ELA kappen würde“, sagte ein Insider. Die griechische Regierung ringt seit Monaten mit ihren internationalen Geldgebern um eine Freigabe von rund 7,2 Milliarden Euro aus dem Ende Juni auslaufenden Hilfsprogramm.

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    Für die Versorgung mit frischem Geld sind die griechischen Banken in erheblichem Maße auf Notfall-Kredithilfen der Athener Notenbank angewiesen, über deren Genehmigung die EZB inzwischen wöchentlich entscheidet. Der Rahmen für diese Liquiditätsspritzen liegt mittlerweile bei 83 Milliarden Euro. Dreht die EZB diesen Geldhahn zu, würde die Kreditwirtschaft des Landes nach allgemeiner Einschätzung binnen kürzester Zeit zusammenbrechen. Die EZB darf ELA-Hilfen nur für solvente Geldhäuser genehmigen.

    Ein weiterer Insider sagte, die EZB wolle die laufenden Verhandlungen nicht erschweren und vor allem auch nicht später als die Institution dastehen, die den Kollaps des Landes ausgelöst habe. Aber: „Falls Griechenland sich zahlungsunfähig erklärt, würde sich alles ändern.“ Es wäre für die EZB dann nur schwer möglich, eine Finanzierung von Banken über Sicherheiten eines zahlungsunfähigen Schuldners zu erlauben.

    • rtr
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    16 Kommentare zu "Griechenland: Koste es, was es wolle"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • @M. Zimmer
      [...]

      Griechenland bleibt im Euro und wird weiter alimentiert, finanziert, ausgehalten!
      Das geht so lange gut, bis es richtig anfängt zu knbirschen, dann aber ist nichtgs mehr
      zu retten.

      Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

    • Was ich unternehme?

      Ich sitze auf einem Stuhl, und sehe ohnmächtig zu wie wie verkauft werden.

      Was für Möglichkeiten habe ich, um diesem Desaster ein Ende zu setzen?

      Nur das Kreuzchen beim Wahltag, nicht mehr als sie auch.

      Soll ich mit einer Kalaschnikow in den Bundestag gehn?

      Das wäre nur eine Fussnote in der Geschichte. Was ich hier mache, ist genau was sie auch machen....

      Meine Stimme zu gehör bringen.

    • @Herr Feuster, was unternehmen Sie denn?

      Oder gehören Sie auch nur zu denen, die von anderen erwarten ihre Kämpfe auszufechten?

      Ich gehe davon aus. dass Sie auf dem Sofa sitzen und im Netz surfen - ok, andere gehen arbeiten und schlafen

    • Draghi gehört sofort in Einzelhaft

    • Ein klares Nein, wir (!) , haben es in der Hand, aber unsere Hand, wird von Anderen geführt.

    • Für mich ist das alles Hochverrat am Volk. Es gibt Staaten, wo solche Leute nicht den nächsten Tag überleben.

      Aber unsere Mitbürger schlafen, oder ist masochistisch.

      Leider müssen diejenigen, die noch einigermaßen bei klarem Verstand sind, die Zeche mitbezahlen.

    • Genau , man tut immer so als würde es Eurobäume geben.

      Nö, leider nicht, wir sind die Bäume.

    • „Falls Griechenland sich zahlungsunfähig erklärt, würde sich alles ändern.“

      Weshalb sollten sie das tun? Wenn der IWF Ende des Monats sein Geld nicht erhält, dann ist das eben so. Die Ratingagenturen werden das Land nicht als default erklären, denn der IWF ist ein öffentlicher Gläubiger. Anders würde es sich verhalten, wenn einer der privaten Gläubiger, die noch Forderungen haben, ihre Geld nicht zurückerhalten.

      Die Griechen haben es in der Hand, Kapitalverkehrskontrollen einzuführen, niemand sonst. Obwohl sie sicherlich mehrfach dazu gedrängt wurden. Es ist ihnen egal, dass die Konten geräumt werden. Geht ja alles auf die Target-Kredite.

      Sollen doch andere die Kontenräumungen bezahlen!

    • Das muß heißen: "Koste es ANDERE, was es wolle"!

    • Nicht aufregen.
      Dass Griechenland im Euro bleibt, ist doch alternativlo.

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