Händlerbericht Bundesbank macht wohl absichtlich Verluste

Laut zwei Händlern kauft die Bundesbank Papiere mit Renditen unter dem Einlagenzins – und nimmt damit automatisch Verluste in Kauf. Die Zentralbank lehnte eine Stellungnahme zu dem Thema ab.
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Mit dem Ankauf von Staatsanleihen mit geringer Verzinsung sollen Konjunktur und Inflation angekurbelt werden. Quelle: dpa
Deutsche Bundesbank

Mit dem Ankauf von Staatsanleihen mit geringer Verzinsung sollen Konjunktur und Inflation angekurbelt werden.

(Foto: dpa)

London/FrankfurtDie Bundesbank hat Händlern zufolge am Montag erstmals Staatsanleihen mit Renditen unterhalb des Einlagenzinses erworben. Laut zwei Marktteilnehmern kaufte die Bundesbank Titel mit Laufzeiten um die fünf Jahre, deren Rendite niedriger liegt als minus 0,4 Prozent.

Mit dem Kauf von Papieren unterhalb des Einlagenzinssatzes nimmt die Bundesbank automatisch Verluste mit in Kauf. Die Bundesbank lehnte eine Stellungnahme ab.

Der Bunker der Bundesbank
Bundesbank-Bunker
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Von 1964 bis 1988 galt der Bundesbank-Bunker als Staatsgeheimnis. Hier lagerte die Notenbank 15 Milliarden D-Mark einer Ersatzwährung. Seit Mitte März sind die Räume für Besuchergruppen zugänglich.

Notfall-Geldscheine
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Die Notfall-Währung sollte als Schutz vor einem Szenario dienen, bei dem die Volkswirtschaft von gegnerischen Mächten mit Falschgeld untergraben worden wäre. Schon Ende der 1980er-Jahre waren die großen Geldvorräte geschreddert worden.

Besitzer des Bunkers
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Der Bunker gehört mittlerweile Petra und Manfred Reuter. Er ist jetzt eine Touristen-Attraktion.

In einem Wohnviertel in Cochem
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Der Eingang über der Erde war als Schulungszentrum für Bundesbank-Mitarbeiter getarnt.

Geldsäcke
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Ein Museumsführer zeigt einige der Säcke, in denen die Scheine gelagert worden waren.

Lagerstätte
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Die Räume liegen 30 Meter unter der Erde, der Betonbunker hat eine Fläche von 1500 Quadratmetern und verfügt über 300 Meter Tunnel.

Notfall-Telefone
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Der Bunker war so ausgelegt, dass er seine eigenen Energie erzeugen konnte.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte im Dezember beschlossen, im Rahmen ihres billionenschweren Anleihenkaufprogramms auch Käufe von Papieren mit einer geringeren Verzinsung als den Einlagensatz zuzulassen. Die Beschlüsse vom Dezember wurden am Freitag wirksam. Durch die Anleihenkäufe wollen die Währungshüter die Konjunktur ankurbeln und die aus ihrer Sicht noch immer zu niedrige Inflation in die Höhe treiben.

An der Börse fielen die Kursreaktion verhalten aus: Die Rendite der fünfjährigen Bundesanleihe fiel auf minus 0,497 von minus 0,471 Prozent. Die zweijährigen Titel rentierten bei minus 0,732 Prozent, nach minus 0,710 Prozent am Freitag.

  • rtr
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