Ifo-Barometer auf Rekordwert Stimmung der Manager so gut wie noch nie

Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im Juni überraschend auf ein neues Rekordhoch geklettert. Die Manager beurteilten sowohl die Geschäftslage als auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate besser.
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Bauboom, konsumfreudige Verbraucher und die von der robusteren Weltkonjunktur profitierenden Exporteure schieben derzeit Europas größte Volkswirtschaft an. Quelle: dpa
Rohbau in Hamburg

Bauboom, konsumfreudige Verbraucher und die von der robusteren Weltkonjunktur profitierenden Exporteure schieben derzeit Europas größte Volkswirtschaft an.

(Foto: dpa)

München/BerlinDie Stimmung der deutschen Manager ist so gut wie noch nie. Der Geschäftsklimaindex kletterte im Juni überraschend von 114,6 auf 115,1 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut am Montag zu seiner Umfrage unter 7000 Führungskräften mitteilte. Damit wurde der Rekordwert vom Vormonat überboten. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem leichten Rückgang auf 114,4 Zähler gerechnet. „In den deutschen Chefetagen herrscht Hochstimmung“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. „Die deutsche Wirtschaft setzt ihren Höhenflug fort.“ Die Manager beurteilten sowohl die Geschäftslage als auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate besser.

„Wir sehen drei maßgebliche Faktoren als Treiber der sehr guten Konjunktur in Deutschland“, sagte LBBW-Chefvolkswirt Uwe Burkert. „Die niedrigen Zinsen, den fallenden Ölpreis und den zum US-Dollar unterbewerteten Euro. Solange diese Faktoren wirken, dürfte sich an der Konjunkturdynamik in Deutschland wenig ändern.“ Risiken wie der geplante EU-Austritt Großbritanniens oder eine erratische Politik in den USA würden derzeit ausgeblendet. „Mittelfristig droht sogar eine Überhitzung“, sagte Burkert. „Die Party geht weiter“, sagte DekaBank-Experte Andreas Scheuerle. „Das Fest wird immer rauschender und die Stimmung schaukelt sich auf.“ Das werde sich irgendwann korrigieren. „Dann sollten wir bitte nicht den Fehler machen, dies als den Weg in die nächste Rezession zu interpretieren“, betonte Scheuerle.

Wo Verbraucher aktuell sparen können
Platz 11: Butter
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Die Verbraucherpreise im Mai 2017 haben im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,5 Prozent angezogen. Die Preise für Butter stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 44,6 Prozent. Noch im Frühjahr kostete beispielsweise Butter 75 Cent, dann kam im Juni 2017 ein kräftiger Sprung: Der Butterpreis erreichte ein Rekordhoch.

Quelle: Statistisches Bundesamt

Platz 10: Heizöl
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Großer Preistreiber war einmal mehr der Energiesektor. Leichtes Heizöl ist im Mai 2017 11,7 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Allerdings gilt die Entwicklung so nicht überall: Der Preis für Strom stieg nur um 1,2 Prozent.

Platz 9: Schmuck und Uhren
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Luxusartikel wie Schmuck und Uhren sind im Vergleich zum Mai 2016 etwas teurer geworden. Hier stieg das Preisniveau um 4,9 Prozent.

Platz 8: Tabakwaren
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Mit der Einfuhr der Schockbilder ist der Absatz der Tabakwaren im vergangenen Jahr etwas gesunken. Das Preisniveau von Mai 2016 bis Mai 2017 hingegen legte um 3,3 Prozent zu.

Platz 7: Pharmazeutische Erzeugnisse
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Pillen, Tabletten, Tropfen: Im Vorjahr waren pharmazeutische Produkte noch ein gutes Stück günstiger. Bis zum Mai 2017 stieg der Preis um drei Prozent.

Platz 6: Fisch und Fischwaren
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Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Preise für Fischwaren um 1,4 Prozent.

Platz 5: Pauschalreisen
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Pauschalreisen sind im Vergleich zum vergangenen Jahr günstiger geworden. Das Preisniveau sank im Mai 2017 um 2,4 Prozent.

Die Stimmung verbesserte sich etwa im Verarbeitenden Gewerbe. „Die Nachfrage und der Auftragsbestand entwickelten sich sehr gut“, erklärte Fuest. Auch im Groß- und Einzelhandel zeigte das Barometer nach oben. Dagegen ging es in der Baubranche auf hohem Niveau leicht nach unten. „Aufgrund der sehr guten Auftragslage ist zu erwarten, dass die Preise für Bauleistungen steigen“, sagte Fuest.

Bauboom, konsumfreudige Verbraucher und die von der robusteren Weltkonjunktur profitierenden Exporteure schieben derzeit Europas größte Volkswirtschaft an. Viele Institute hoben deshalb ihre Konjunkturprognose an. Die Ifo-Forscher korrigierten ihre Wachstumsschätzung für 2017 von 1,5 auf 1,8 Prozent und für 2016 von 1,8 auf 2,0 Prozent. Die Bundesregierung geht dagegen nur von 1,5 und 1,6 Prozent aus.

  • rtr
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