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Ifo-Institut Weltwirtschaftsklima trübt sich ein: Ifo-Barometer fällt auf minus 10,1 Punkte

Der Handelskonflikt belastet laut dem Ifo-Institut die Konjunktur weltweit. Aus dem Handelsstreit droht ein Währungskrieg zu werden.
Update: 12.08.2019 - 12:38 Uhr Kommentieren
Ifo-Index: Weltwirtschaftsklima trübt sich ein Quelle: dpa
Handelskonflikt USA China

Die Weltkonjunktur reagiert auf den Handelskonflikt mit Schwäche.

(Foto: dpa)

Berlin Das Klima in der Weltwirtschaft hat sich im dritten Quartal wegen der Handelskonflikte eingetrübt. Das Ifo-Barometer fiel um 7,7 auf minus 10,1 Punkte, wie das Münchner Institut am Montag zu seiner vierteljährlichen Umfrage unter fast 1.200 Experten aus 116 Ländern mitteilte.

Die Lage bewerteten sie so negativ wie seit Anfang 2017 nicht mehr, auch die Erwartungen für die kommenden sechs Monate schraubten sie herunter. „Die Verschärfung des Handelskonflikts belastet die Weltkonjunktur beträchtlich“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die beiden größten Volkswirtschaften – USA und China – überziehen sich seit Monaten gegenseitig mit höheren Zöllen. Nach der Abwertung des chinesischen Yuan droht auch noch ein Währungskrieg.

Sorge an Finanzmärkten

Die Akteure an den internationalen Finanzmärkten teilen die Konjunktursorgen der Umfrageteilnehmer. Der Ölpreis hat in den vergangenen 30 Tagen um rund zwölf Prozent nachgegeben, weil eine Abschwächung der Nachfrage im Zuge der Konjunkturabkühlung erwartet wird.

Die Verzinsung von Staatsanleihen ist in den vergangenen Wochen so stark ins Rutschen gekommen, dass sie sogar für Bundesanleihen mit 30 Jahren Laufzeit negativ wurde. Das bedeutet, dass die Anleiheinvestoren mit einer so schwachen Wirtschaftsentwicklung rechnen, dass die Notenbanken die Leitzinsen auf sehr lange Sicht extrem niedrig halten werden. Denn wenn die kurzfristigen Zinsen, die stark am Notenbankzins hängen, in den nächsten 30 Jahren im Durchschnitt deutlich höher als null Prozent wären, würden denjenigen, die ihr Geld zu einem Negativzins langfristig angelegt haben, Renditechancen entgehen.

Die Aktieninvestoren mussten in den vergangenen Wochen fast überall hohe Kursverluste in Kauf nehmen. Besonders hoch waren diese mit rund fünf Prozent auf Monatssicht am deutschen Aktienmarkt. Denn die Abkühlung der Weltkonjunktur macht sich bereits deutlich im Auftragseingang und zunehmend auch in der Produktion der exportorientierten deutschen Unternehmen bemerkbar. Das schmälert die künftigen Gewinnaussichten, die die Basis für die Aktienbewertung sind.

Konjunktur weltweit eingetrübt

Das Wirtschaftsklima verschlechterte sich in allen Regionen. „In den fortgeschrittenen Volkswirtschaften und den asiatischen Schwellen- und Entwicklungsländern revidierten die Experten sowohl die Lagebeurteilung als auch die Erwartungen nach unten“, sagte Fuest. In Lateinamerika, in der Gemeinschaft unabhängiger Staaten sowie im Nahen Osten und Nordafrika fiel dagegen nur die Lagebeurteilung ungünstiger aus, während die Einschätzungen für die kommenden Monate nahezu unverändert blieben.

Die Experten erwarten ein deutlich schwächeres Wachstum des Welthandels. „Die Handelserwartungen liegen auf dem niedrigsten Niveau seit Ausbruch des Handelskonflikts im vergangenen Jahr“, sagte Fuest. Auch der privaten Konsum dürfte sich abschwächen, ebenso die Investitionstätigkeit.

Das ist auch die Einschätzung der Experten des Internationalen Währungsfonds, die in diesem Jahr bereits drei Mal ihre Wachstumsprognosen für die Weltwirtschaft nach unten revidiert haben, zuletzt im Juli von 3,3 auf 3,2 Prozent.

Deutsche Wirtschaftsleistung

Am Mittwoch veröffentlicht das statistische Bundesamt eine erste Schätzung für die Entwicklung des deutschen Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal. Eine bereits veröffentlichte Schnellschätzung des europäischen Statistikamts für den Euroraum, in die vorläufige deutsche Zahlen eingingen, deutet eigentlich auf ein leichtes Wachstum der deutschen Wirtschaftsleistung zum Vorquartal hin. In Anbetracht der seither bekannt gewordenen schwachen Daten zur Industrieproduktion im Juni, gilt aber auch Rückgang als nicht unwahrscheinlich.

Mehr: Der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft, Gabriel Felbermayr, hält vor allem hausgemachte Probleme wie die Regulierung der Wirtschaft für die Ursache der Konjunkturschwäche.

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