Interview Bundesbank-Chef Weidmann warnt vor zu viel Konjunkturpessimismus
Der Chef der Deutschen Bundesbank äußert sich in einem Interview zur konjunkturellen Situation.
Frankfurt Trotz trüber Konjunkturaussichten hat Bundesbankpräsident Jens Weidmann vor einer allzu negativen Einschätzung der Lage gewarnt. „Wir sollten weder in Aktionismus noch in Pessimismus verfallen“, sagte Weidmann der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.
Er sprach zwar von einer konjunkturellen Flaute, aber die deutsche Wirtschaft komme aus einem langen Aufschwung mit Rekordbeschäftigung und stark ausgelasteten Kapazitäten. Käme es zu einer echten Rezession, wäre aus seiner Sicht die Finanzpolitik der Bundesregierung gefordert. Aktuell sehe er allerdings noch keinen Grund, ein großes Konjunkturprogramm aufzulegen.
Internationale Handelskonflikte und die Abkühlung der Weltkonjunktur hatten die exportorientierte deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal ausgebremst. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte nach Zahlen des Statistische Bundesamts um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Zum Jahresanfang war Europas größte Volkswirtschaft noch um 0,4 Prozent gewachsen.
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