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Konjunktur Bundesbürger lassen sich Konsumlaune nicht verderben

Durch die gute Lage am Arbeitsmarkt und deutliche Rentenerhöhungen bleiben die Verbraucher in Kauflaune. Doch die Konjunkturerwartung sinkt im Mai weiter.
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Die Einkommenserwartungen der Verbraucher bleiben stabil und auf einem hohen Niveau. Quelle: dpa
Einzelhandel

Die Einkommenserwartungen der Verbraucher bleiben stabil und auf einem hohen Niveau.

(Foto: dpa)

NürnbergDie Konsumneigung der Bundesbürger bleibt auch im Mai stabil. „Die Stimmung der Verbraucher zeigt sich nur wenig verändert“, berichtete die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Dienstag in Nürnberg. Während sich die Konjunkturerwartung und die Anschaffungsneigung in dem Monat weiter verschlechterten, schätzten die Befragten ihre eigene Einkommenserwartung sogar noch etwas optimistischer als im Vormonat ein. Für Juni prognostiziert das Marktforschungsunternehmen für das Konsumklima einen Wert von 10,1 Punkten nach revidierten 10,2 Punkten für den Mai.

Die Einkommenserwartungen der Verbraucher zeigten eine überaus große Stabilität auf einem ohnehin schon sehr hohen Niveau, erklärte der GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl. Gründe seien die gute Lage am Arbeitsmarkt, die „signifikanten“ Rentenerhöhungen im Juli und die im Schnitt über der Inflationsrate liegenden Tarifabschlüsse, betonte der Fachmann. Zum 1. Juli steigen die Renten in Ostdeutschland um 3,91 Prozent, in Westdeutschland um 3,18 Prozent.

Dagegen ging die Anschaffungsneigung um 2,6 Punkte auf 50,5 Punkte zurück. Auch der Konjunkturoptimismus verschlechterte sich weiter, aber in deutlich langsamerem Tempo.

Die globale Abkühlung der Konjunktur, die Endlos-Diskussionen um den Brexit und die Gefahr einer Ausweitung des Handelskonflikts mit den USA habe den Konjunkturaussichten der Verbraucher einen spürbaren Dämpfer verpasst, erläuterte der Experte. „Gerade für die Exportnation Deutschland sind anhaltende Handelskonflikte eine Bedrohung.“ Folglich seien die Wachstumsprognosen für Deutschland zuletzt auf etwa 0,5 Prozent gesenkt worden.

Im Gegensatz dazu sei die deutsche Wirtschaft überraschend gut in das Jahr 2019 gestartet. Nach Angaben des Statistischen Bundesamt wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um 0,4 Prozent nach 0,0 Prozent im letzten Quartal 2018.

Als immer wichtigere Stütze der Konjunktur erweise sich die Binnennachfrage, erklärte Bürkl. Damit das so bleibe, dürfe aber die Verunsicherung durch den Handelsstreit mit den USA und die Diskussionen um den Brexit nicht weiter zunehmen. Vom Ausgang der Europawahl seien für die Verbraucherstimmung in Deutschland möglicherweise dann Auswirkungen zu erwarten, wenn durch eine CO2-Steuer oder durch höhere Flugtickets Mehrbelastungen auf die Konsumenten zukämen, erläuterte er.

Auf Jahressicht geht die GfK weiter von einem Anstieg der privaten Konsumausgaben um etwa 1,5 Prozent aus – im vergangenen Jahr lag die Zunahme bei 1,1 Prozent.

Die GfK-Studie basiert auf monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews im Auftrag der Europäischen Union. Das Konsumklima bezieht sich nicht nur auf die Ausgaben im Einzelhandel, sondern umfasst auch Dienstleistungen, Mieten, Reisen und Gesundheit.

In diesem Monat stellte die GfK die Erhebungsmethode um. Von jetzt an werden die 2.000 Interviews nicht mehr persönlich an der Haustür geführt, sondern online. Die Umstellung war nach Bürkls Worten auch der Grund für die Revision des Konsumklima-Werts für den Mai um minus 0,2 Zähler. Ursprünglich hatte die GfK für diesen Monat einen Wert von 10,4 Punkten vorhergesagt.

Mehr: Zum zweiten Mal in Folge fällt der wichtige Geschäftsklima-Index. Die rund 9.000 befragten Manager beurteilen die Lage ihrer Geschäfte deutlich ungünstiger.

  • dpa
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