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Konjunktur Corona und Lieferengpässe: Deutsche Wirtschaft zwischen Erholung und Sorge

Während der Einzelhandel von den Corona-Lockerungen profitiert, zählt die Automobilindustrie bisher zu den großen Verlierern 2021. Ein Überblick.
13.07.2021 - 13:51 Uhr Kommentieren
Keine guten Zeiten für die deutschen Autobauer – sie sorgen sich vor allem wegen fehlender Halbleiter.
Produktion der letzten i8-Modelle im BMW-Werk Leipzig

Keine guten Zeiten für die deutschen Autobauer – sie sorgen sich vor allem wegen fehlender Halbleiter.

Das Statistische Bundesamt hat erste Zahlen zur konjunkturellen Entwicklung im zweiten Quartal 2021 veröffentlicht, die leise Hoffnungen auf eine Erholung der Corona-geplagten Branchen wecken.

Während sich der Rückgang der Inzidenzen und die Wiedereröffnung von Gastronomie und Einzelhandel dort positiv auf die Umsatzzahlen auswirkten, haben Automobilindustrie und Maschinenbau neben der Pandemie mit Lieferengpässen zu kämpfen. Ein Überblick über die wichtigsten Zahlen.

Produktion

Während sich die Produktion 2020 nach dem pandemiebedingten Einbruch im Frühjahr überraschend schnell erholen konnte, stagniert sie 2021 und befindet sich weiter unter dem Vorkrisenniveau. Gegenüber Februar 2020 lag der Rückstand im Mai 2021 in der industriellen Produktion bei 6,6 Prozent, im produzierenden Gewerbe insgesamt bei fünf Prozent. Zwischen den Industriezweigen gibt es allerdings große Unterschiede.

Die Baubranche zeigt sich dabei vergleichsweise krisenresistent und erreicht nach einem kleinen Einbruch zum Ende der Mehrwertsteuersenkung Anfang 2021 im Mai ein um 1,8 Prozent höheres Niveau als noch vor der Pandemie. Auch die Produktion in der chemischen Industrie lag 1,7 Prozent über dem Wert im Vorkrisenmonat Februar 2020.

Die Maschinenbauer und vor allem die Automobilindustrie plagen hingegen die Sorge über Lieferengpässe. Während die Produktion im Maschinenbau mit 2,1 Prozent im Mai 2021 nur leicht unter dem Vorkrisenniveau lag, haben die Autobauer ein dickeres Minus zu verzeichnen.

Um fast 28 Prozent liegt ihr Produktionsniveau niedriger als noch im Februar 2020. Der erneute Abwärtstrend nach einer zügigen Erholung 2020 setzte schon zu Beginn des Jahres 2021 ein. Monat für Monat ging die Produktion der Autohersteller zurück, von April bis Mai 2021 allein um 7,2 Prozent.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) führt die Entwicklung auf Lieferengpässe vor allem bei Halbleiterkomponenten zurück. Auch die Zahlen der Auftragseingänge liefern keine guten Nachrichten für die Autobauer. Im Gegensatz zu den anderen produzierenden Branchen fiel dort der Auftragseingang im Mai 2021 im Vergleich zum April um 9,6 Prozent.

Tourismus

Die am stärksten von der Pandemie betroffenen Branchen wie Hotellerie und Transport können trotz der Öffnungen noch nicht mit einer nennenswerten Erholung aufwarten. Die Übernachtungszahlen lagen im Mai 2021 bei nur einem Drittel im Vergleich zum Mai 2019, die Fluggastzahlen sogar nur bei 15 Prozent. In der Gastronomie hingegen deutet die hohe Nachfrage bei Online-Tischreservierungen auf eine insgesamt eher positive Entwicklung hin.

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Einzelhandel und Dienstleistungen

Das Geschäft mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren erlebt eine Öffnungseuphorie nach den Schließungen im April und verzeichnete im Mai ein Umsatzplus von etwa 72 Prozent. Im Lichte der Gesamtsituation betrachtet, geht es der Branche allerdings weiterhin sehr viel schlechter als vor Beginn der Coronakrise: Mit 37,6 Prozent liegt sie weiter deutlich unter dem Vorkrisenniveau und zählt somit zu den größten Verlierern der Krise. Anders sieht es beim Internet- und beim Versandhandel aus, deren Umsätze im Mai 2021 um 45 Prozent höher als im Vorkrisenmonat Februar 2020 lagen.

Einen Hinweis darauf, dass sich die Menschen im Sommer 2021 wieder stärker in die Innenstädte trauen und weniger im Internet bestellen, liefern die Passantenzahlen des Analysten Hystreet für die größten deutschen Städte. Ähnlich wie schon im Sommer 2020 deutet sich hier eine deutliche Erholung an, die sogar teilweise das Vorkrisenniveau übersteigt.

Vorsichtig positive Aussichten

Darauf, dass sich die Kauflaune der Verbraucher weiter steigern könnte, deuten auch aktuelle Zahlen des Konsumklimaindexes hin. Er bildet ab, wie die zukünftige Entwicklung der allgemeinen Wirtschaftslage eingeschätzt wird.

Während er vor der Coronakrise bei einem Wert von etwa plus 10 lag, fiel er im März 2020 auf minus 24. Mittlerweile wird das Konsumklima mit minus 0,3 fast wieder als neutral bewertet – allerdings wurde dieser Wert auch letzten Sommer schon erreicht, bevor er im Herbst wieder stark fiel.

Mehr: Inflationsrate im Juni bei 2,3 Prozent – Preisauftrieb schwächt sich etwas ab

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