Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Konjunktur „Der Abschwung macht eine Pause“ – Ifo-Index steigt

Im August lag das Ifo-Konjunkturbarometer noch auf dem niedrigsten Wert seit 2012 – im September hat sich die Stimmung wieder verbessert. Doch das ist nur ein kurzfristiger Trend.
Update: 24.09.2019 - 16:04 Uhr Kommentieren
Trotz einer Verbesserung des Ifo-Indexes: Der Pessimismus in der deutschen Wirtschaft nimmt immer mehr zu. Quelle: imago/Stephan Wallocha
Container-Terminal in Hamburg

Trotz einer Verbesserung des Ifo-Indexes: Der Pessimismus in der deutschen Wirtschaft nimmt immer mehr zu.

(Foto: imago/Stephan Wallocha)

Berlin Einen kleinen Lichtblick in einem Meer der konjunkturellen Dunkelheit verbreitet an diesem Dienstag der Ifo-Geschäftsklimaindex. Der wichtigste deutsche Frühindikator verbesserte sich erstmals seit Monaten leicht: Er stieg von 94,3 auf 94,6 Punkte. Ursache dafür ist, dass die dafür befragten Manager ihre aktuelle Lage besser einschätzten als im August: Das galt für die Industrie und die Dienstleister sowie das Bauhauptgewerbe, nicht aber für den Handel, der seine Lage schlechter einschätzte.

Die positivere Lage scheint aber nicht von Dauer zu sein: Für die nächsten sechs Monate erwarten die befragten Manager eine Verschlechterung. Der Index für die Erwartungen ist von 91,3 auf 90,8 Punkte gefallen. „Die Erwartungen sind pessimistisch, der Ausblick hat sich abgekühlt“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest: „Der Abschwung macht eine Pause.“ Sogar im Bauhauptgewerbe sind demnach die Erwartungen nicht mehr ganz so gut wie in den Vormonaten.

Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hoffte in seiner ebenfalls am Dienstag veröffentlichten Prognose, dass die seit fast einem Jahr anhaltende Industrierezession auch weiter von den Dienstleistern und dem privaten Konsum ausgeglichen werde. IW-Direktor Michael Hüther befürchtet, „dass sich die Konjunkturverlangsamung als Einstieg in eine länger anhaltende Wachstumsschwäche erweitern könnte“. Er nannte Handelskonflikte und Unsicherheiten in der digitalen Transformation als strukturelle Belastungen.

In den letzten Wochen kannten die Wachstumsprognosen vor allem für Europa nur eine Richtung: abwärts. Ebenso zeichneten die Frühindikatoren ein eher düsteres Bild. Zuletzt veröffentlichte am Montag IHS-Markit seinen Einkaufsmanagerindex für die Euro-Zone mit trüben Aussichten.

Die Schwäche der Industrie hat demnach das Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone offenbar in diesem Monat gestoppt. Der Einkaufsmanagerindex für die Euro-Zone sank im September auf 50,4 Punkte, den tiefsten Wert seit Juni 2013.  Wichtigster Grund: Die Talfahrt der Industrieproduktion beschleunigte sich, sie sank so schnell wie zuletzt im Euro-Krisenjahr 2012. Auch im Servicesektor schwächte sich das Geschäftswachstum ab.

Die Industrie-Einkaufsmanager verzeichneten dabei einen schwachen Auftragseingang. Sie beurteilen deshalb sowohl die aktuelle Lage, als auch und vor allem die Aussichten äußerst pessimistisch. IHS-Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson erwartet daher für das dritte Quartal 2019 für die gesamte Euro-Zone nurmehr ein Wachstum von 0,1 Prozent – „mit nachlassender Dynamik im September“.

Beigetragen hat dazu die inzwischen von die meisten Volkswirten erwartete technische Rezession in Deutschland, mit schrumpfender Wirtschaft im zweiten und dritten Quartal 2019.

„Die Gewinnschätzungen für 2020 sind deutlich zu hoch“

Die Ergebnisse der aktuellen Umfrage deuteten laut Williamson darauf hin, „dass es in nächsten Monaten weiter bergab gehen dürfte“. Von der Industrie sei der Rückgang inzwischen auf den Dienstleistungssektor übergegangen. In der Industrie nahmen die Entlassungen zu, bei den Dienstleistern verlangsamte sich der Stellenaufbau deutlich.

Die Volkswirte der Internationalen Organisationen von OECD über IWF und die Notenbanken EZB und Fed rechnen inzwischen nicht mit einer schnellen Erholung. „Wir erleben nicht nur eine Konjunkturdelle“, sagte OECD-Chefvolkswirtin Laurence Boone dem Handelsblatt. Denn die Ursachen der Schwäche der Weltwirtschaft – Handelskonflikte, Brexit – seien anders als erwartet nicht zurückgegangen, sondern hätten sich verfestigt.

Hinzu kämen strukturelle Probleme vor allem in den Industriestaaten: Sie hätten für ihren Umgang mit Digitalisierung, Alterung der Gesellschaften und Klimawandel noch zu wenig Strategien gefunden.  

Mehr: Geschäfte der Industrie laufen so schlecht wie seit der Finanzkrise 2009 nicht mehr.

Startseite

Mehr zu: Konjunktur - „Der Abschwung macht eine Pause“ – Ifo-Index steigt

0 Kommentare zu "Konjunktur: „Der Abschwung macht eine Pause“ – Ifo-Index steigt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote