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Konjunktur Deutsche Industrie mit überraschend kräftigem Auftragsschwund

Die deutsche Industrie hat im November weniger Aufträge verzeichnet als im Oktober. Der Rückgang fiel höher aus als von Ökonomen erwartet.
Update: 07.01.2019 - 10:04 Uhr Kommentieren
Der Auftragsschwund fiel höher aus als von Ökonomen erwartet. Quelle: dpa
Deutsche Industrie

Der Auftragsschwund fiel höher aus als von Ökonomen erwartet.

(Foto: dpa)

BerlinDie deutsche Industrie hat im November wegen der schwächeren Nachfrage aus der Euro-Zone weniger Aufträge an Land gezogen. Das Neugeschäft schrumpfte um 1,0 Prozent zum Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Montag mitteilte. Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang um 0,4 Prozent gerechnet. Im Oktober waren die Aufträge noch um 0,2 Prozent gestiegen. Der Anteil an Großaufträgen fiel diesmal durchschnittlich aus.

Im Oktober und November zusammengenommen lagen die Aufträge um etwa 0,5 Prozent über ihrem durchschnittlichen Niveau im dritten Quartal. „Auch der hohe Auftragsbestand spricht dafür, dass die Industriekonjunktur, wenn auch mit verhaltener Dynamik, wieder etwas Fahrt aufnimmt“, erklärte das Ministerium.

Das Auslandsgeschäft schrumpfte im November um 3,2 Prozent. Dabei brachen die Bestellungen aus der Euro-Zone nach kräftigen Zuwächsen im Vormonat diesmal um 11,6 Prozent ein. Die Orders aus Drittstaaten – zu denen die weltgrößten Volkswirtschaften USA und China gehören – wuchsen hingegen um 2,3 Prozent. Die Inlandsnachfrage zog um 2,4 Prozent an.

„Die guten Nachrichten sind: Weniger Aufträge, das aber auf hohem Niveau. Und im Schlussquartal ist nach drei Quartalen wohl wieder ein Zuwachs in Sicht, wenn auch nur ein geringer“, analysiert Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe. Angesichts der Probleme der Autoindustrie und der an Fahrt verlierenden Weltwirtschaft sei es jedoch fraglich, wo nachhaltige Wachstumsimpulse aktuell herkommen sollten. „Der hohe Auftragsbestand sichert derzeit vor einer echten Rezession ab“, so Krüger.

Das Bundeswirtschaftsministerium wies darauf hin, dass der Auftragseingang in den Monaten Oktober und November etwa ein halbes Prozent über dem Durchschnitt des dritten Quartals gelegen habe. Vor dem Hintergrund des hohen Auftragsbestands in Unternehmen geht das Ministerium davon aus, dass die Industriekonjunktur wieder etwas Fahrt aufnimmt.

Diesen Optimismus teilen viele Ökonomen nicht. Für Sophia Krietenbrink, Referatsleiterin Konjunktur beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) lief 2018 insgesamt für die Industrie enttäuschend. „Auch der Ausblick fällt verhalten aus. Insbesondere die Sorgen um die Auslandsnachfrage nehmen zu – nicht zuletzt wegen der schwierigen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen“, sagte Krietenbrink. Angesichts dieser Unwägbarkeiten seien auch die Investitionsabsichten der Industrieunternehmen in der DIHK-Konjunkturumfrage merklich zurückgegangen.

Diese Einschätzung deckt sich mit den Ergebnissen einer aktuellen Kurzstudie. Sollten sich an den jetzigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nichts grundlegend ändern, werde die Wirtschaft im kommenden Jahr nur noch um 1,5 Prozent wachsen, sagten Volkswirte deutscher Großbanken in einer Umfrage der dpa voraus. Internationale Unsicherheiten trübten die Aussichten auch im kommenden Jahr ein.

Vor allem die von den USA ausgehenden Handelsstreitigkeiten mit China, die Haushaltsplanungen Italiens und der bevorstehende Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union (Brexit) würden die Stimmung dämpfen. „Für die Industrie ist das ein Cocktail, der schwer verdaulich ist“, sagte DZ-Bank-Volkswirt Michael Holstein. Da komme im Moment alles zusammen.

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  • rtr
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