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Industrie

„Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe starteten insgesamt schwach ins dritte Quartal“, erklärte das Bundeswirtschaftsministerium.

(Foto: dpa)

Konjunktur Deutsche Industrie muss unerwartet großen Auftragsschwund verkraften

Im Juli gab es für die deutsche Industrie nicht sonderlich viele Großaufträge – so ist das Neugeschäft im Juli um 2,7 Prozent zum Vormonat geschrumpft.
Update: 05.09.2019 - 09:47 Uhr Kommentieren

Berlin Die deutsche Industrie hat zu Beginn des zweiten Halbjahres wegen der sinkenden Nachfrage aus Übersee einen unerwartet starken Auftragsrückgang erlitten. Das Neugeschäft schrumpfte im Juli um 2,7 Prozent zum Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang um 1,5 Prozent gerechnet.

„Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe starteten insgesamt schwach ins dritte Quartal“, erklärte das Ministerium dazu.

Im Juni hatte es noch ein kräftiges Wachstum von 2,7 Prozent gegeben, allerdings nur aufgrund ungewöhnlich vieler Großaufträge. Diese fielen im Juli unterdurchschnittlich aus.

Während die Bestellungen aus dem Inland um 0,5 Prozent abnahmen, stiegen die aus der Euro-Zone um 0,3 Prozent. Dagegen sank die Nachfrage aus dem Rest der Welt – mitsamt den weltgrößten Volkswirtschaften USA und China – um 6,7 Prozent.

„Angesichts der weiter schwelenden internationalen Handelskonflikte und der zurückhaltenden Geschäftserwartungen im Verarbeitenden Gewerbe zeichnet sich für die kommenden Monate noch keine grundlegende Besserung der Industriekonjunktur ab“, so das Ministerium.

Mit der anhaltenden Schwäche der Industrie steige die Gefahr „erheblich“, dass Europas größte Volkswirtschaft im laufenden dritten Quartal erneut schrumpft und damit in eine Rezession abrutsche, sagte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel. Und weiter: „Die Schwäche der Neubestellungen belastet in weiterer Folge die Industrieproduktion und damit auch das Wachstum der gesamten Wirtschaft.“

Experten weisen darauf hin, dass die Misere auch auf die geringere Binnennachfrage zurückgeht. „Seit Jahresbeginn sind die Inlandsaufträge sogar stärker gesunken als die Auslandsaufträge“, sagte der Deutschland-Chefvolkswirt der niederländischen Bank ING, Carsten Brzeski. „Das deutet darauf hin, dass die globalen Probleme die Binnenwirtschaft erreicht haben.“

Die deutsche Industrie steckt derzeit in der Rezession und zieht die gesamte Wirtschaft mit nach unten, die im zweiten Quartal um 0,1 Prozent schrumpfte. Ihr machen vor allem die globalen Handelskonflikte, der nahende EU-Abschied Großbritanniens und die schwächelnde Autoindustrie zu schaffen. Experten rechnen für 2019 nur noch mit einem Wachstum von 0,5 Prozent – es wäre das schwächste Plus seit 2013.

Mehr: Den Börsen stehen turbulente Zeiten bevor. Der Leitindex Dax scheint nur wenig Spielraum nach oben zu haben. Was trotz der schwächelnden Konjunktur noch für Aktien spricht.

  • rtr
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