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Konjunktur Euro-Wirtschaft halbiert Wachstum – Dennoch weniger Arbeitslose

Viele Unternehmen in der Euro-Zone sind angesichts globaler Risiken verunsichert – der Arbeitsmarkt sendet trotzdem positive Signale.
Update: 31.07.2019 - 12:31 Uhr Kommentieren
Euro-Wirtschaft halbiert Wachstum – Dennoch weniger Arbeitslose Quelle: dpa
Konjunktur

Viele Volkswirtschaften in Europa wachsen deutlich langsamer.

(Foto: dpa)

Brüssel/Berlin Die Wirtschaft der Euro-Zone hat ihr Wachstum im zweiten Quartal angesichts von schwächerer Weltkonjunktur, Handelskonflikten und nahendem Brexit halbiert. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte zwischen April und Juni nur noch um 0,2 Prozent zum Vorquartal zu, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch in einer Schnellschätzung mitteilte. Ökonomen hatten mit einem Plus in dieser Höhe gerechnet, nach einem Anstieg von 0,4 Prozent zu Jahresbeginn. Details zur Entwicklung von Konsum, Exporten und Investitionen wurden noch nicht genannt.

Während die nach Deutschland zweitgrößte Euro-Volkswirtschaft Frankreich im Frühjahrsquartal ebenfalls um 0,2 Prozent wuchs, ging es in Spanien um 0,5 Prozent bergauf. Daten für Deutschland werden erst am 14. August vorgelegt. Das Berliner DIW-Institut erwartet „kaum mehr als eine Stagnation“.

Die italienische Wirtschaft ist im Frühjahr auf der Stelle getreten. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) verharrte von April bis Juni auf dem Niveau des Vorquartals, wie das nationale Statistikamt Istat am Mittwoch mitteilte. Experten hatten sogar mit einem Rückgang von 0,1 Prozent gerechnet, nachdem es zum Jahresauftakt noch zu einem Mini-Wachstum von 0,1 Prozent gereicht hatte. Damit hinkt die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone der Entwicklung in der Währungsunion weiter hinterher: Dort gab es im zweiten Quartal ein Wachstum von 0,2 Prozent, nach einem Plus von 0,4 Prozent zum Jahresauftakt.

In Italien ist nicht nur das chronisch schwache Wachstum ein Problem, sondern auch die Verschuldung: Das Land ächzt unter einem Schuldenberg von rund 130 Prozent der Wirtschaftsleistung, dem zweithöchsten in der Euro-Zone nach Griechenland. Die seit Mitte vorigen Jahres amtierende populistische Regierung in Rom will die Konjunktur unter anderem mit Steuersenkungen und höheren Sozialausgaben ankurbeln und nimmt dafür höhere Schulden in Kauf. Sie rechnet für 2019 mit einem Wachstum von 0,2 Prozent, nachdem es 2018 noch zu 0,9 Prozent gereicht hatte.

Wegen der Konjunktureintrübung und der niedrigen Inflation hat die Europäische Zentralbank eine weitere Lockerung ihrer Geldpolitik signalisiert. EZB-Chef Mario Draghi zufolge werden mehrere Optionen geprüft - von der Wiederaufnahme von Anleihekäufen bis hin zu höheren Strafzinsen für Geld, das Banken bei der EZB parken.

Die internationalen Handelskonflikte und der Brexit sorgen derzeit für Verunsicherung bei vielen Unternehmen. Die EU-Kommission rechnet deshalb für das Gesamtjahr nur mit einem Wirtschaftswachstum von 1,2 Prozent in der Euro-Zone, das sich 2020 auf 1,5 Prozent erhöhen soll.

Trotz der Konjunkturabkühlung läuft es am Jobmarkt in der Währungsunion aber noch rund. Im Juni fiel die Arbeitslosenquote auf den tiefsten Stand seit elf Jahren. Der um jahreszeitliche Schwankungen bereinigte Wert lag bei 7,5 Prozent. Demnach waren knapp 12,4 Millionen registrierte Menschen im Euroraum auf Jobsuche - dies waren 45.000 weniger als im Vormonat und 1,032 Millionen weniger als vor einem Jahr.

Mehr: Im Juli sind die Verbraucherpreise in Europa weniger stark gestiegen. Die Rate liegt weit entfernt von den EZB-Zielen. Besonders Lebensmittel, Alkohol und Tabak wurden teurer.

  • rtr
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