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Konjunktur „Fast im freien Fall“: Industrie erleidet größten Auftragseinbruch seit zwei Jahren

Erneut verzeichnet die deutsche Industrie ein Auftragsminus. Vor allem die schwache Auslandsnachfrage bedrückt Unternehmen. Pessimismus macht sich breit.
Update: 04.04.2019 - 16:54 Uhr 1 Kommentar

Ende des Wirtschaftsbooms – folgt nun die Rezession?

BerlinDie Sorgen um die deutsche Konjunktur werden angesichts der zunehmenden Schwäche der Industrie immer größer. Die exportabhängige Branche musste im Februar wegen der schwachen Auslandsnachfrage überraschend den stärksten Auftragseinbruch seit mehr als zwei Jahren hinnehmen.

Die Bestellungen fielen um 4,2 Prozent zum Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten hingegen einen Zuwachs von 0,3 Prozent erwartet.

Bereits im Januar waren die Aufträge um 2,1 Prozent gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat betrug der Rückgang im Februar 8,4 Prozent. „In den kommenden Monaten ist insbesondere wegen fehlender Auslandsnachfrage weiterhin mit einer verhaltenen Industriekonjunktur zu rechnen“, sagte das Ministerium voraus. Die maue Weltkonjunktur, Handelskonflikte und der Brexit belasten derzeit.

Die Industrieaufträge aus dem Inland fielen im Februar um 1,6 Prozent, die Auslandsaufträge verringerten sich sogar um 6,0 Prozent. Dabei schrumpften die Bestellungen aus den Ländern außerhalb der Euro-Zone mit 7,9 Prozent besonders deutlich.

„Die Industriekonjunktur wird immer mehr ausgebremst. Die außenwirtschaftlichen Krisenspots und Handelsstreitigkeiten schlagen immer stärker auf das globale Investitionsklima durch“, resümiert Ilja Nothnagel vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag. Zunehmend würden Projekte auf Eis gelegt. Vor allem Kernbereiche der deutschen Industrie seien davon hart betroffen.

Ökonomen zeigten sich von der Abwärtsdynamik überrascht. „Die Daten sind eine herbe Enttäuschung“, sagte Andreas Scheuerle von der Dekabank. „Wieder einmal ist es die Weltwirtschaft, die die deutsche Industrie in die Knie zwingt. Der Umschwung der globalen Konjunktur ist extrem und geht vor allem von der Region Asien aus.“ Jens-Oliver Niklasch von der LBBW sprach von einem herben Rückschlag: „Die Industriekonjunktur ist wohl schon fast im freien Fall.“

Ein Gutteil davon dürfte auch auf die hohe Unsicherheit in Sachen Brexit zurückgehen, glaubt er. Zu welchen Konditionen Großbritannien – einer der deutschen Top-Handelspartner – aus der EU ausscheidet, ist immer noch unklar.

Die führenden Wirtschaftsinstitute rufen das Ende des jahrelangen Konjunkturbooms in Deutschland aus. Für 2019 stampften sie ihre Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes auf 0,8 Prozent ein, nachdem sie im Herbst noch mit 1,9 Prozent gerechnet hatten. Für 2020 sagen die Experten unverändert ein Wachstum von 1,8 Prozent voraus.

Hoffnung liegt auf China

Hoffnung auf eine Trendwende macht manchem Experten die Entwicklung in China. „Steigt die Nachfrage aus Fernost rasch wieder an, käme die deutsche Volkswirtschaft mit einem blauen Auge davon“, prophezeit Gitzel. Zudem hofft er auf einen positiven Ausgang der Handelsgespräche zwischen den USA und China: Einigten sich die Großmächte, „weht im zweiten Halbjahr frischer Konjunkturwind durch die Produktionshallen.“

China hat beispielsweise die Mehrwertsteuer gesenkt und Milliardeninvestitionen in die Infrastruktur angekündigt. Die Volksrepublik ist Deutschlands wichtigster Handelspartner.

  • rtr
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1 Kommentar zu "Konjunktur: „Fast im freien Fall“: Industrie erleidet größten Auftragseinbruch seit zwei Jahren"

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  • Frage an die Autoren: ........wie passt das zu einem DAX auf 12.000 Punkten ???

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