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Konjunktur Geschäfte der Industrie laufen so schlecht wie seit der Finanzkrise 2009 nicht mehr

Der Einkaufsmanagerindex ist im September überraschend um mehr als zwei Prozentpunkte gesunken. Ökonomen hatten zuvor noch mit einem leichten Anstieg gerechnet.
Update: 23.09.2019 - 12:06 Uhr Kommentieren
Handelskriege, Brexit und die Probleme der Autobranche verunsichern die deutsche Industrie. Quelle: dpa
Hamburger Hafen

Handelskriege, Brexit und die Probleme der Autobranche verunsichern die deutsche Industrie.

(Foto: dpa)

Berlin Die Geschäfte der deutschen Industrie laufen so schlecht wie seit dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise Mitte 2009 nicht mehr. Der Markit-Einkaufsmanagerindex sank im September überraschend um 2,1 auf 41,4 Punkte, wie aus der am Montag veröffentlichten monatlichen Umfrage des Instituts IHS Markit unter rund 800 Firmen hervorgeht.

Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hingegen hatten mit einem Anstieg auf 44,0 Zähler gerechnet. Erst ab 50 signalisiert das Barometer ein Wachstum. „Die Industriedaten sind einfach schrecklich“, sagte Markit-Ökonom Phil Smith. Die Verunsicherung wegen Handelskriegen, Brexit und die Probleme der Autobranche bremsten die Aufträge.

„Der Gegenwind für die Konjunktur in Deutschland bläst immer stärker“, sagte BayernLB-Ökonom Stefan Kipar deshalb. Die deutschen Maschinenbauer stellen sich bereits auf eine längere Durststrecke ein: 2020 erwarte die Branche wie bereits im laufenden Jahr einen Produktionsrückgang von zwei Prozent. „Der Handelsstreit zwischen den USA und China und ein wachsender Protektionismus rund um den Globus gehen nicht folgenlos am Exportweltmeister Maschinenbau vorbei“, erklärte der Chefvolkswirt des Branchenverbandes VDMA, Ralph Wiechers. „Eine baldige, nachhaltige Änderung zum Positiven ist nicht absehbar.“

Auch die Dienstleister können sich dem Abwärtssog nicht mehr so recht entziehen. Deren Einkaufsmanagerindex fiel um 2,3 auf 52,5 Zähler, den schlechtesten Wert seit neun Monaten. „Da der Stellenaufbau in Deutschland stagniert, hat der vom Binnenmarkt abhängige Service-Sektor eine seiner Wachstumsgrundlagen verloren“, sagte Smith. Der erste Rückgang der Neuaufträge seit mehr als viereinhalb Jahren signalisiere, dass die Nachfrage nachlasse.

Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft – Industrie und Dienstleister zusammen – fiel um 2,6 auf 49,1 Punkte. Das ist der schlechteste Wert seit fast sieben Jahren. Damit stehen die Weichen auf Rezession. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt ist bereits im zweiten Quartal vor allem wegen schwächelnder Exporte um 0,1 Prozent gesunken. Die Bundesbank hält im zu Ende gehenden Sommerquartal einen weiteren Rückgang für möglich. Damit würde Europas größte Volkswirtschaft erstmals seit dem Jahreswechsel 2012/13 in eine Rezession rutschen.

Auch für die Euro-Zone hat sich die Konjunktur eingetrübt. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft – Industrie und Dienstleister zusammen – fiel um 1,5 auf 50,4 Punkte, wie das Institut IHS Markit am Montag unter Berufung auf seine monatliche Umfrage unter Tausenden Unternehmen mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten einen stabilen Wert erwartet.

Mehr: Das Bundesfinanzministerium rechnet auch zukünftig mit einer schwachen Konjunktur. Das wird auch auf dem Arbeitsmarkt spürbar werden.

„Die Gewinnschätzungen für 2020 sind deutlich zu hoch“

  • rtr
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