Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Konjunktur IWF fürchtet Risiko von Handelskonflikten – und senkt Wachstumsprognose

In seiner neuen Weltwirtschaftsprognose erwartet der IWF eine leichte Abkühlung. Im Euro-Raum und in Schwellenländern schwächt sich der Aufschwung ab.
Kommentieren

„Der Handelsstreit könnte für Schwellenland-Märkte einen Schock bedeuten“

BerlinZu seinem Abschied vom Posten des IWF-Chefökonomen erlaubt sich Maurice Obstfeld ein sehr deutliches Plädoyer für internationale Wirtschaftszusammenarbeit: In den reichen Industrieländern müssten die Regierungen für eine bessere Verteilung der Wohlstandsgewinne sorgen. So könnten sie die Bürger überzeugen, dass internationale Zusammenarbeit, der Multilateralismus, auch ihnen nutzt.

Besonders in der Zeit nach der Finanzkrise hätten zu wenige Menschen vom Wachstum profitiert, räumt der IWF in seinem neuen Wirtschaftsausblick ein. Andererseits aber sei klar, dass die leichte Abkühlung des seit 2016 andauernden Weltwirtschaftsbooms vor allem den Handelskonflikten geschuldet sei, so Obstfeld.

In seiner Herbstprognose, die an diesem Dienstag auf Bali veröffentlicht wird, erwartet der IWF in den Jahren 2018 und 2019 jeweils ein Weltwirtschaftswachstum von 3,7 Prozent – statt 3,9 Prozent, wie noch im Frühjahr. Vor allem im Euro-Raum und in vielen Schwellenländern schwächt sich der Aufschwung leicht ab.

In Deutschland erwartet der IWF nur noch 1,9 Prozent Wachstum in beiden Jahren. Im April hatte er für 2018 noch mit 2,5 Prozent gerechnet. Damit ist er weiterhin etwas optimistischer als die Bundesregierung, die ihre Prognose am Donnerstag auf 1,7 oder 1,8 Prozent senken wird. Für die Euro-Zone insgesamt, darunter auch für Frankreich, senkte der IWF seine Prognose leicht, ebenso für die meisten Schwellenländer.

In den USA soll die Abkühlung erst Ende 2019 einsetzen – dank der Steuerreform, die dort das Wachstum noch befeuert. Ab 2020 würden aber die steigenden Schulden für die US-Wirtschaft zur Last.

Grafik

Insgesamt fürchtet der IWF das Risiko von Handelskonflikten, die US-Präsident Donald Trump gegenüber China und der EU begonnen hat, viel stärker als noch im Frühjahr. Die Wahrscheinlichkeit „positiver Überraschungen“ hält der Fonds für geringer als zuletzt. Vor allem der Welthandel werde langsamer zulegen: um 4,2 statt um 5,1 Prozent.

Chefökonom Obstfeld zeigt in seiner Analyse durchaus Verständnis für den Frust, der zur Wahl von Populisten in vielen Industriestaaten geführt hat: Insgesamt falle das Wachstum in der Ersten Welt seit der Jahrtausendwende geringer aus als in Schwellenländern; in der Finanzkrise hätten Banken mit Milliarden gerettet werden müssen. Und drittens hätten von den Wohlstandsgewinnen danach nur wenige profitiert. Etwa in den USA: Mittlere Einkommen seien 2016 nicht höher gewesen als 1999.

„Politiker müssen alles für dauerhaftes inklusives Wachstum tun“, fordert Obstfeld. Der IWF versteht darunter gute Gesundheitsversorgung, sichere soziale Netze, Investitionen in die Infrastruktur, Bildung, eine höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen und gute Kinderbetreuung.

Nur wenn die Wohlstandsgewinne, die durch Globalisierung höher seien, als sie es ohne internationale Lieferketten wären, vielen zugutekämen, seien Menschen in Industriestaaten weiter bereit, Parteien zu wählen, die für Multilateralismus eintreten.

Die große Herausforderung: Gleichzeitig mit dem Ausbau des Sozialstaats müssten Staaten, in denen die Wirtschaft gut läuft, ihre Staatsfinanzen sanieren, um für die nächste Krise besser gerüstet zu sein.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Konjunktur - IWF fürchtet Risiko von Handelskonflikten – und senkt Wachstumsprognose

0 Kommentare zu "Konjunktur: IWF fürchtet Risiko von Handelskonflikten – und senkt Wachstumsprognose"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote