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Konjunktur IWH-Institut schraubt Wachstumsprognose für Deutschland nach oben

Die Ökonomen erwarten wegen der Lockerung der Corona-Maßnahmen einen Konsumschub. Allerdings sehen die Forscher auch Gefahren für den erwarteten Aufschwung.
15.06.2021 - 12:15 Uhr Kommentieren
Das IWH-Institut erwartet einen kräftigen Anstieg der privaten Käufe. Quelle: dpa
Passanten in München

Das IWH-Institut erwartet einen kräftigen Anstieg der privaten Käufe.

(Foto: dpa)

Berlin Das IWH-Institut hat seine Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft wegen der abflauenden Pandemie erhöht. Das Bruttoinlandsprodukt werde in diesem Jahr um 3,9 Prozent und 2022 sogar um 4,0 Prozent zulegen, sagte das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) am Dienstag voraus.

Im März war es nur von 3,7 und 3,6 Prozent ausgegangen. 2020 war Europas größte Volkswirtschaft wegen der Coronakrise noch um 4,8 Prozent eingebrochen.

„Im Sommer sind die konjunkturellen Aussichten in Deutschland günstig“, betonte das IWH. „Weil die Pandemie auf dem Rückzug ist, dürften die Restriktionen, die die Aktivität in vielen Dienstleistungsbranchen behindert haben, nach und nach aufgehoben werden.“ Dadurch sei mit einem kräftigen Schub bei den privaten Käufen zu rechnen, von dem insbesondere der Einzelhandel, das Gastgewerbe und andere Anbieter von Freizeitaktivitäten profitieren dürften.

Die Zahl der Arbeitslosen dürfte 2022 auf durchschnittlich 2,3 Millionen sinken und damit beinahe das Vorkrisenniveau erreichen. Die Zahl der Erwerbstätigen dürfte gleichzeitig auf knapp 45,5 Millionen steigen, nachdem es 2020 lediglich 44,8 Millionen waren.

Allerdings sehen die Forscher auch Gefahren für den erwarteten Aufschwung. „Ein Abwärtsrisiko für die Konjunktur in Deutschland ist die Möglichkeit, dass sich das Leben zu einem Zeitpunkt normalisiert, zu dem die Herdenimmunität noch nicht erreicht ist und die Pandemie in der Folge im Sommer noch einmal aufflammt“, sagte IWH-Vizepräsident Oliver Holtemöller. „Dadurch könnte der Aufholprozess erneut verzögert werden.“

Zudem könnten Lieferengpässe die Industrie, die derzeit von der anziehenden Auslandsnachfrage profitiert, noch stärker belasten. Diese klagt unter anderem über fehlende Halbleiter, etwa für die Autobranche.

Mehr: DIHK erwartet Aufschwung – bleibt aber pessimistischer als die Regierung

  • rtr
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