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Konjunktur Licht und Schatten am US-Jobmarkt – Rätselraten über Fed-Zinskurs

Entgegen den Erwartungen ist die Arbeitslosenquote in den USA weiter gesunken. Sie ist damit so niedrig wie kaum zuvor in den vergangenen 50 Jahren.
Update: 04.10.2019 - 16:52 Uhr Kommentieren

„Die amerikanische Wirtschaft hat Sand im Getriebe“

Washington Die Arbeitslosenquote in den USA ist auf den niedrigsten Stand seit fast 50 Jahren gefallen. Sie verringerte sich im September überraschend auf 3,5 von 3,7 Prozent, wie die Regierung am Freitag in Washington mitteilte. Zugleich schwächte sich der Jobaufbau ab. Es entstanden lediglich 136.000 neue Stellen. In den Vormonaten waren es 168.000 beziehungsweise 166.000.

Als Wermutstropfen gilt zudem, dass die Stundenlöhne gegenüber August stagnierten. Die unterschiedlichen Signale vom Arbeitsmarkt erschweren den Währungshütern die Entscheidung über den weiteren Zinskurs: „In der Summe ist der Arbeitsmarktbericht weder Fisch noch Fleisch. Die US-Notenbank Fed dürfte sich auf ihrer nächsten Sitzung Ende Oktober schwertun, hieraus eindeutige Schlüsse zu ziehen“, sagte LBBW-Chefvolkswirt Uwe Burkert.

Ob die Fed-Notenbanker nach dem „Positiv-Knüller“ einer niedrigeren Arbeitslosenquote handeln werde, erscheine nun doch sehr fraglich, erklärte Analyst Bernd Krampen von der NordLB. Die Fed, die Vollbeschäftigung und stabile Preise fördern soll, hat die Zinsen zuletzt auf die Spanne von 1,75 bis 2,0 Prozent gekappt.

Mehrere Währungshüter sind angesichts der jüngsten Konjunktureintrübung offen für eine weitere Lockerung. Dafür könnte auch die Inflation sprechen, die seit längerer Zeit unter dem gewünschten Wert der Fed von 2,0 Prozent liegt. Mit stagnierenden Stundenlöhnen kommt die Fed diesem Ziel jedoch kaum näher. Experten hatten damit gerechnet, dass sich im September weiter Lohndruck aufbaut, doch wurden die Erwartungen enttäuscht.

Die weltgrößte Volkswirtschaft hat im Sog des Zollkonflikts bereits deutlich an Schwung verloren. Konjunkturbarometer deuten auf eine weitere Abkühlung hin: Demnach schrumpft die Industrie so stark wie seit 2009 nicht mehr. Und das Wachstumstempo im Dienstleistungsbereich hat sich spürbar verlangsamt. US-Präsident Donald Trump drängt die Fed seit langem, die Zinsen zum Ankurbeln der Wirtschaft zu senken. Nun legte sein Wirtschaftsberater Peter Navarro nach und sagte, die Arbeitsmarktdaten sollten die Fed nicht von einer Lockerung abhalten.

Sorge um Aufschwung

Einer Faustregel zufolge gilt ein Stellenaufbau von 100.000 im Monat als ausreichend, um mit dem Bevölkerungswachstum Schritt zu halten. Analysen der Liechtensteiner VP Bank zeigen, dass bereits ab Jahresmitte 2018 ein nachgebender Trend bei der Einstellungsbereitschaft zu erkennen ist.

„Das Inkrafttreten der Strafzölle gegenüber China könnte hierbei eine nicht unbedeutende Rolle gespielt haben“, so VP-Chefökonom Thomas Gitzel. Bislang zeigten die Zollstreitigkeiten vor allem in der exportstarken europäischen Wirtschaft negative Konsequenzen: Doch nun scheinen die USA selbst zunehmend unter die Räder zu kommen“, prophezeite Gitzel. Er geht davon aus, dass in den kommenden Monaten die monatlichen Arbeitsmarktzahlen enttäuschend ausfallen werden.

„Da der private Konsum im Wesentlichen von dem in der Vergangenheit kräftigen Beschäftigungsaufbau bei steigenden Löhnen getragen wird, würde eine Abschwächung des Arbeitsmarktes die wichtigsten Motoren der Inlandsnachfrage und damit des konjunkturellen Aufschwungs abwürgen“, befürchtet Commerzbank-Ökonom Christoph Balz. Er erwartet, dass die Fed wegen der Abwärtsrisiken die Zinsen in diesem Jahr noch zweimal senken wird.

Mehr: Rezession? Nicht mit den USA. Gegen alle Prognosen bleibt die US-Wirtschaft unter Dampf. Zum Problem könnte ausgerechnet der Verursacher werden: Donald Trump.

  • rtr
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