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Konjunktur Schlechtes Wetter macht Händlern zu schaffen

Der deutsche Einzelhandel hat schwere Umsatzeinbußen verbucht. Experten führen das schlechte Abschneiden auf den kalten und regnerischen Frühjahrsauftakt zurück. Ansonsten bleiben die Rahmenbedingungen aber weiter gut.
29.04.2016 - 13:38 Uhr
DIe neuen Kollektionen im Bekleidungshandel blieben im März häufig in den Regalen liegen. Quelle: dpa
Regen in Frankfurt

DIe neuen Kollektionen im Bekleidungshandel blieben im März häufig in den Regalen liegen.

(Foto: dpa)

Berlin Die deutschen Einzelhändler haben im März die stärksten Umsatzeinbußen seit anderthalb Jahren erlitten. Sie nahmen 0,9 Prozent weniger ein als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Freitag bekanntgab. Preisbereinigt (real) fiel der Umsatz sogar um 1,1 Prozent. Auch das war der kräftigste Rückgang seit September 2014. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Zuwachs von 0,3 Prozent gerechnet. Die Experten führten das schlechte Abschneiden auch auf den teils kalten und regnerischen Frühjahrsauftakt zurück.

„Dadurch blieben im Bekleidungshandel die neuen Kollektionen vielfach in den Regalen liegen“, sagte Ulrike Kastens von Sal. Oppenheim. So schrumpften die Umsätze mit Textilien, Bekleidung und Schuhen um 5,4 Prozent im Vergleich zum März 2015. Wesentlich besser lief es dagegen im Lebensmittelhandel, der ein Plus von 2,7 Prozent schaffte – obwohl der März diesmal einen Verkaufstag weniger zählte als ein Jahr zuvor.

Volkswirten zufolge bleibt der private Konsum – zu dem der Einzelhandel etwa ein Viertel beiträgt – eine wichtige Konjunkturstütze. „Die Rahmenbedingungen sind einfach gut“, sagte Kastens. Fallende Energiepreise stützen die Kaufkraft, während die Beschäftigung auf Rekordniveau liegt und teurere Anschaffungen wegen niedriger Zinsen sehr günstig finanziert werden können. „Viele Verbraucher investieren deshalb in langlebige Konsumgüter wie Möbel“, erklärte Kastens.

Im ersten Quartal lag der Einzelhandelsumsatz um rund 1,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Der Branchenverband HDE peilt für das gesamte Jahr ein Wachstum von rund zwei Prozent an. 2015 hatte es mit rund drei Prozent das größte Plus seit zwei Jahrzehnten gegeben.

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