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Konjunktur Stimmung im Mittelstand eingetrübt – „Industrie im Sturzflug“

Das Geschäftsklima der kleinen und mittleren Firmen in Deutschland verschlechterte sich im Juli und setzt damit den „steilen Abwärtstrend fort“.
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Etliche Firmen sehen sich derzeit auf wirtschaftlicher Talfahrt. Quelle: Reuters
Elektroindustrie

Etliche Firmen sehen sich derzeit auf wirtschaftlicher Talfahrt.

(Foto: Reuters)

Berlin Die Konjunkturflaute hat den Mittelstand voll erreicht. Das Geschäftsklima der kleinen und mittleren Firmen in Deutschland verschlechterte sich im Juli erneut und setzt damit den „steilen Abwärtstrend fort“, wie am Donnerstag aus dem KfW-Ifo-Mittelstandsbarometer hervorgeht. „Bei den Großunternehmen ist die Stimmung mittlerweile alarmierend schlecht.“

Deutlich pessimistischer schätzen die großen Industriebetriebe ihre Lage ein. Das Barometer dazu fiel auf den tiefsten Wert seit April 2010. „Die Großunternehmen und das Verarbeitende Gewerbe befinden sich nach stetigen Stimmungsverschlechterungen in den Vormonaten und dem Sturzflug im Juli in Alarmstimmung“, sagte KfW-Experte Philipp Scheuermeyer.

Abwärtsrisiken wie die globalen Handelskonflikte oder ein No-Deal-Brexit bremsten die exportabhängige deutsche Investitionsgüterindustrie. „Die Binnenwirtschaft sollte zwar vorerst vergleichsweise robust bleiben.“ Für ein stabiles Wachstum der gesamten Wirtschaft müsste sich aber die „globalen Risikosituation“ deutlich entspannen, sagte Scheuermeyer. Damit die Schwäche der Industrie nicht auf den Jobmarkt und die Inlandskonjunktur übergreift, sollte man „über eine großzügige Förderung der Kurzarbeit nachdenken, die zur Weiterbildung genutzt werden sollte“.

Die Metall- und Elektroindustrie (M+E) sieht sich derweil auf Talfahrt. „Die Rezession ist da“, sagte Chefvolkswirt Michael Stahl vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall. Die Produktion sei zwischen April und Juni um 2,4 Prozent zum Vorquartal gefallen.

Insgesamt lag die M+E-Produktion im ersten Halbjahr laut Verband 4,9 Prozent unter dem Niveau vor einem Jahr. „Die M+E-Unternehmen sind von den Auseinandersetzungen im Welthandel, vom weiter drohenden ungeregelten Brexit und von der aufgeflammten Klimadebatte verunsichert“, sagte Stahl. „Aber auch Investoren im In- und Ausland halten sich derzeit zurück.“ Rund 30 Prozent der Betriebe hätten im Juli „Auftragsmangel“ als Hauptgrund für Produktionsbehinderungen angegeben.

Mehr: Energieintensive Branchen investieren in vielen EU-Staaten nur noch sehr zurückhaltend – vor allem in Deutschland. Grund ist auch die Klimadebatte.

  • rtr
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