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Konjunktur Überraschende Flaute am US-Arbeitsmarkt

Der Aufschwung am US-Arbeitsmarkt war überraschend kurz. Im Februar hat die Regierung nur 20.000 neue Jobs gemeldet – die schwächste Zahl seit 2017.
Update: 08.03.2019 - 16:11 Uhr Kommentieren
Zwar wurden weniger Jobs geschaffen, aber die Arbeitslosenquote fiel leicht auf 3,8 Prozent. Quelle: dpa
US-Arbeitsmarkt

Zwar wurden weniger Jobs geschaffen, aber die Arbeitslosenquote fiel leicht auf 3,8 Prozent.

(Foto: dpa)

WashingtonNach einem fulminanten Jahresauftakt ist der Aufschwung am US-Arbeitsmarkt im Februar plötzlich ins Stocken geraten. Die Regierung in Washington meldete am Freitag nur 20.000 neue Stellen – die schwächste Zahl seit September 2017.

„Der US-Jobmotor hat eine Vollbremsung hingelegt“, so die Einschätzung von Ökonom Bastian Hepperle vom Bankhaus Lampe. Dieses Bremsmanöver kam für Experten völlig überraschend: Sie hatten für Februar im Schnitt mit 180.000 neuen Stellen gerechnet, nachdem im Januar noch 311.000 Jobs geschaffen worden waren.

Im Februar war der Stellenaufbau nun weit schwächer als nötig wäre, um mit dem Bevölkerungswachstum Schritt zu halten. Dafür ist über den Daumen gepeilt eine Zahl von rund 100.000 neuen Jobs pro Monat erforderlich. „Womöglich hat die Kälte im Februar die Beschäftigung doch stärker gedämpft, die in den witterungsabhängigen Branchen wie dem Bau sogar gesunken ist“, gibt Commerzbank-Ökonom Christoph Balz zu bedenken.

Larry Kudlow, der Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump, sagte dem Sender CNBC, im Weißen Haus messe man den Zahlen nicht viel Bedeutung zu. Die Werte für Februar seien ein Ausreißer.

Die US-Notenbank Fed, die stabile Preise und Vollbeschäftigung fördern soll, hat angesichts unsicherer Konjunkturaussichten bereits eine Zinspause eingelegt. Manche Beobachter schließen nun nicht mehr aus, dass als Nächstes auch eine Senkung infrage kommt.

Die Job-Zahlen drückten an der Wall Street auf die Stimmung: Dow Jones und S&P gaben zur Börseneröffnung jeweils um 0,8 Prozent nach. An der technologielastigen Nasdaq fiel das Minus noch etwas größer aus.

Auch wenn die Arbeitsmarktdaten enttäuschend ausfielen, hellt sich das Bild auf den zweiten Blick doch etwas auf: Denn die getrennt von der Stellenzahl ermittelte Arbeitslosenquote fiel auf 3,8 von zuvor 4,0 Prozent. Zudem gibt es mittlerweile deutliche Anzeichen, dass sich der Wirtschaftsaufschwung auch im Portemonnaie der Amerikaner bemerkbar macht: Die Löhne legten im Februar zum Vorjahr um 3,4 Prozent zu – das dickste Plus seit April 2009.

Die US-Notenbank Fed hatte den Leitzins im Dezember angehoben – auf die Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent. Anfang 2019 hielt sie jedoch still und signalisierte ein geduldiges Vorgehen. „Der beste Weg, um die Fortschritte auf dem Arbeitsmarkt und bei der Inflation zu sichern, ist ein vorsichtiges Navigieren bei den Zinsen“, so die Devise von Fed-Direktorin Lael Brainard in einer Rede am Donnerstagabend. „Sie scheint den Boden für eine Wende der US-Geldpolitik bereiten zu wollen“, meint Commerzbank-Experte Balz.

Brainard habe ausführlich über Abwärtsrisiken für die US-Wirtschaft gesprochen, die die Fortschritte bei der Erreichung der Ziele der Fed gefährden könnten. Laut Balz erweckte die einflussreiche Fed-Direktorin den Eindruck, dass sie als nächsten Schritt der Fed „eher eine Zinssenkung als eine Erhöhung für wahrscheinlich hält“.

Jüngste US-Konjunkturindikatoren hatten kein einheitliches Bild ergeben: Die Industrie verlor überraschend kräftig an Fahrt, während die Dienstleister ihr Wachstumstempo im Februar deutlich erhöhten. Zuletzt hatte sich die Konjunktur abgekühlt. Zwischen Oktober und Dezember wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 2,6 Prozent, nachdem im Sommer noch ein Plus von 3,4 Prozent herausgesprungen war.

Brexit 2019
  • rtr
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