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Konjunktur US-Arbeitslosenquote fällt auf tiefsten Stand seit fast 50 Jahren – 263.000 neue Stellen im April

In den USA stieg die Zahl der Jobs noch stärker als von Experten ursprünglich erwartet. Damit rückt auch eine Senkung der Leitzinsen in weitere Ferne.
Update: 03.05.2019 - 17:39 Uhr Kommentieren
Die Arbeitsmarkt in den USA ist noch stärker gewachsen, als für das Bevölkerungswachstum nötig wäre. Quelle: dpa
US-Arbeitsmarkt

Die Arbeitsmarkt in den USA ist noch stärker gewachsen, als für das Bevölkerungswachstum nötig wäre.

(Foto: dpa)

Washington Die Regierung in Washington meldete am Freitag für April 263.000 neue Stellen. Experten hatten lediglich mit 185.000 gerechnet, nach 189.000 Jobs im März. Damit ist der Stellenaufbau weitaus stärker als nötig, um mit dem Bevölkerungswachstum Schritt zu halten. Dafür genügen einer Faustregel zufolge rund 100.000 Jobs pro Monat.

Die getrennt von der Stellenzahl erhobene Arbeitslosenquote fiel zugleich auf 3,6 von zuvor 3,8 Prozent. So niedrig war sie zuletzt im Dezember des Jahres 1969. Die Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt führt Präsident Donald Trump auf seine Politik niedriger Steuern und auf den wirtschaftsfreundlichen Abbau von Regulierungen zurück. Trump schrieb nach der Veröffentlichung am Freitag auf Twitter: „JOBS, JOBS, JOBS!“ Experten sehen den Einfluss der Politik auf die Entwicklung als begrenzt an.

Die US-Notenbank (Fed), die Vollbeschäftigung und stabile Preise fördern soll, hat angesichts der globalen Konjunkturabkühlung und der gedämpften Inflation in den USA eine Leitzinspause eingelegt, nachdem sie den Schlüsselsatz voriges Jahr vier Mal angehoben hatte - zuletzt im Dezember auf die Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent.

Laut Notenbankchef Jerome Powell gibt es derzeit keine schlagkräftigen Argumente, daran etwas zu ändern. Ihre Ziel der Vollbeschäftigung hat die Notenbank nun fast erreich. Dabei kam sie schneller voran als gedacht. Sie hatte erst für das Jahresende eine Quote von 3,7 Prozent auf dem Zettel.

Auch an den Märkten wird nun eher nicht mehr damit gerechnet, dass die Notenbank noch dieses Jahr die Zinsen senkt: Wohl sehr zum Leidwesen von Trump, der die unabhängige Notenbank immer wieder zu einer lockeren Linie drängt. Sein Vizepräsident Mike Pence legte nun nach und sagte dem Sender CNBC, angesichts der niedrigen Inflation sei es an der Zeit, über Senkungen und nicht über Erhöhungen nachzudenken.

Die Federal Reserve hatte in ihrem jüngsten Bericht zur US-Konjunktur erklärt, es sei davon auszugehen, dass der Arbeitsmarkt weiter bis ins nächste Jahr hinein stabil bleibe. Erst 2021 – dem Jahr nach der Präsidentschaftswahl in den USA – dürfte die Arbeitslosenquote wieder steigen.

„Die guten Arbeitsmarktdaten killen jegliche Rezessionsbefürchtungen“, sagte Ökonom Bernd Krampen von der NordLB. Zu Jahresbeginn hatte die Konjunktur sogar überraschend an Fahrt gewonnen: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte mit einer aufs Jahr hochgerechneten Rate von 3,2 Prozent zu. Ende 2018 war lediglich ein Plus von 2,2 Prozent herausgesprungen.

Fed besorgt über zu niedrige Inflation

Die Fed, die auch stabile Preise fördern soll, achtet besonders auf Preisveränderungen bei den persönlichen Ausgaben der Verbraucher, wobei Energie- und Nahrungsmittelkosten außen vor bleiben. Diese Rate sackte trotz des Wirtschaftsbooms zuletzt auf nur noch 1,6 Prozent und damit weit unter das Ziel der Notenbank von zwei Prozent ab. „Während die Fed ihr Ziel der Vollbeschäftigung mit Recht als erreicht ansieht, zeigt sie sich aber zunehmend besorgt über die aus ihrer Sicht zu niedrige Inflation“, sagte Ökonom Christoph Balz von der Commerzbank.

Entsprechend dürfte sie aus Sicht des Experten genau auf die Entwicklung der Löhne schauen, deren Anstieg im April im Vorjahresvergleich bei 3,2 Prozent verharrte. „Da der Arbeitsmarkt das Bild eines anhaltenden Aufschwungs bei relativ geringem Inflationsdruck bestätigt, besteht für die Fed weiterhin kein unmittelbarer Handlungsdruck“, sagte Balz.

Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow sieht dies anders: Die gedämpfte Inflation sei Anlass, dass die Notenbank sich doch noch für niedrigere Zinsen entscheiden könne. Er glaube zumindest, dass sie diese in den Blick nehme, sagte er dem TV-Sender Fox.

  • rtr
  • dpa
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