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Konjunktur Zurück in die Rezession – Italiens Wirtschaft schrumpft im zweiten Quartal im Rekordtempo

Das Bruttoinlandsprodukt des Landes ist zuletzt um fast 13 Prozent zurückgegangen. Damit bricht die Wirtschaft stärker ein als bislang angenommen.
31.08.2020 Update: 31.08.2020 - 14:25 Uhr 1 Kommentar
Italien ist besonders stark von der Pandemie betroffen, darunter leidet vor allem die Wirtschaft des Landes. Quelle: dpa
Rom

Italien ist besonders stark von der Pandemie betroffen, darunter leidet vor allem die Wirtschaft des Landes.

(Foto: dpa)

Rom Schon die Prognose war schlimm, allerdings auch zu erwarten angesichts der schweren ökonomischen Folgen der Coronakrise in Italien: ein Minus von 12,4 Prozent hatte das nationale Statistikamt Istat Ende Juli für das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal geschätzt.

Jetzt kam es mit den revidierten Zahlen schlimmer: das Wachstum in Italien ist um 12,8 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal eingebrochen, teilte Istat zum Wochenbeginn mit. Und im Vergleich zum Vorjahresquartal liegt der Einbruch bei 17,7, Prozent. Das sei der tiefste Wert seit dem ersten Quartal 1995, so die Statistiker.

Die Binnennachfrage sei eingebrochen, vor allem beim Privatkonsum, erklärt Istat. Aber auch Investitionen hätten stark gelitten. Der Export ging um 26,4 Prozent zurück. Zwischen April und Juni hat die Volkswirtschaft insgesamt 50.289 Milliarden Euro verloren. Grund für den Absturz sind die Folgen des Lockdowns und des Produktionsstopps in Italien von Ende März bis Mai.

Damit ist Italien wieder zurück in der Rezession. Das letzte Mal habe es im zweiten Quartal 2019 ein Plus gegeben, so die Statistiker, dann kam ein Nullwachstum und seit dem Schlussquartal 2019 gab es nur noch Negativ-Vorzeichen.

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    Wirtschafts- und Finanzminister Roberto Gualtieri bemühte sich um Schadenbegrenzung, doch das Problem der chronischen Wachstumsschwäche des hochverschuldeten Landes bleibt. Seit Jahrzehnten gelingt es keiner Regierung, mit einen Reformkurs das Wachstum anzukurbeln. Die meisten hätten mit einem noch schlimmeren Einbruch gerechnet, sagte Gualtieri am Montag und er erwarte für das dritte Quartal einen „deutlichen Anstieg“ von rund 15 Prozent.    

    Jetzt könne es ja nur noch aufwärts gehen, kommentiert sarkastisch der Corriere della Sera. Ökonomen verweisen darauf, dass Frankreich, Spanien und Großbritannien größere Abstürze zu vermelden hätten. Und auch das relativ geringe Minus in Deutschland mit 9,7 Prozent sei ein Hoffnungsschimmer, denn die beiden Länder sind enge Handelspartner.

    Ende September legt die Regierung in Rom eine neue Wachstumsschätzung für das ganze Jahr vor. Noch geht sie von einem Einbruch des Bips von acht Prozent aus, doch die Zahl wird mit großer Sicherheit korrigiert werden.

    Arbeitsmarkt am meisten betroffen

    Die EU-Kommission rechnet in ihrer Prognose mit einem Rückgang in Italien um 11,2 Prozent. Der Industrieverband Confindustria kündigte am Montag an, dass die eigene Schätzung von elf Prozent revidiert werden müsse.

    Vor allem der Arbeitsmarkt ist von den Folgen der Coronakrise und dem Produktionsstopp im Frühjahr betroffen und bildet das größte Hindernis für Wachstum. Im zweiten Quartal ist die Zahl der Festangestellten im Vergleich zum Quartal davor um 11,8 Prozent gesunken, so Istat. Und dass, obwohl die Regierung Milliarden in Hilfsprogramme gesteckt hat, Arbeitslosen- und Kurzarbeitsgeld zahlt und Entlassungen bis Jahresende blockiert. 

    Die Regierung und die Notenbank rechnen mit dem Verlust von einer Million Arbeitsplätze in diesem Jahr. Dramatisch ist die Lage für Saisonkräfte im Tourismus und in der Gastronomie: Touristen aus dem Ausland bleiben weg, die Italiener haben kein Geld.    

    Wachstum und eine Rückkehr zur Normalität sind nicht in Sicht. Es werde noch mindestens fünf Jahre dauern, bis man bei den Pro-Kopf-Ausgaben wieder auf dem Niveau von 2019 sei, ist das Ergebnis einer Studie des Unternehmerverbands Confcommercio. 

    Den Finger in die Wunde legt Verbandspräsident Carlo Sangalli: „Um wieder zu wachsen, auch mit Hilfe der EU-Fonds, brauchen wir schnelle und einschneidende Maßnahmen. Die Zeit spielt nicht für uns und die steuerlichen und bürokratischen Probleme, die das Wachstum behindern, müssen noch beseitigt werden.“  

    Mehr: Digitalisierungshelfer Corona: So wirkt sich die Pandemie global aus.

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    1 Kommentar zu "Konjunktur: Zurück in die Rezession – Italiens Wirtschaft schrumpft im zweiten Quartal im Rekordtempo"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Italien sollte, entgegen der Meinung der EZB, endlich Mini-Bots, (Parallel-Währung) einführen und so die lokalen Märkte in den Städten und Gemeinden stimulieren und den ital. Staat in die Lage versetzen, mehr zu investieren, auf lokaler Ebene. Wenn dies die gegenwärtige, EU-hörige Regierung, versäumt, wird Salvini die nächsten Wahlen gewinnen. Dann gibt es eine große Konfrontation mit der EZB und vermutlich Austritt aus dem Euro-Raum. Als Folge des Austritts große Währungs-Turbulenzen und einen Crash verschiedner Währungen.

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