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Konjunkturentwicklung Die Bremse aus Fernost

Finanzexperten macht laut dem aktuellen ZEW-Index die deutsche Konjunktur Sorgen. Die Ursachen liegen vor allem in den Industriebranchen. Doch die Nachfrage nach Made-in-Germany könnte woanders wieder steigen.
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„Made in Germany“ ist 2015 weniger gefragt

Düsseldorf Damit hatte jetzt niemand gerechnet: Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft, die das Mannheimer ZEW regelmäßig mit einer Umfrage unter Finanzexperten misst, sind deutlich mieser als noch vor einem Monat. Sicher, Börsenleute lassen sich oft von der Entwicklung an den Aktienmärkten blenden, wenn sie die Konjunktur bewerten, obwohl doch beides nicht zwingend zusammenhängt.

Da der Dax zuletzt gefallen ist, ist ihre schlechte Laune also nicht allzu verwunderlich. Doch das Ausmaß des Absturzes ist schon beachtlich: Von 53,3 Punkten ging es runter auf 41,9. Zwar schwanken solche Indizes oft hin und her, aber die großen Trends zeichnen sie meist treffend vor.

Gut möglich also, dass sich das Wachstum nun doch verlangsamt, zumal es der zweite Rückgang in Folge war. Darauf deuten auch die Auftragsbücher der Industrie: Seit Jahresbeginn kommen weniger Bestellungen aus dem Ausland rein.

Da die Schwellenländer – allem voran China – immer mehr selbst produzieren und sich auch insgesamt mehr auf den Heimatmarkt konzentrieren, gehen von ihnen keine Impulse aus. Passend dazu, schätzten auch die ZEW-Experten die Geschäftsaussichten der exportstarken Industriebranchen schwach ein: Elektro, Maschinenbau, Stahl – gerade hier läuft es demnach schlechter als erhofft.

Grundsätzlich ist die Dynamik in der deutschen Wirtschaft natürlich weiterhin robust und klar positiv: Die Löhne sind gestiegen, der Konsum treibt das Wachstum, die Arbeitslosigkeit bleibt weiter niedrig. Doch ob 2015 nur ein mittelmäßiges Jahr mit ein bis eineinhalb Prozent Wachstum wird oder doch ein gutes mit mehr als zwei Prozent – das entscheidet sich beim Export.

Die Hoffnungen ruhen hier auf den USA, deren Aufschwung derzeit aber auf der Kippe steht, und auf den Euro-Partnern. Gerade die erholten sich zuletzt schneller. Spaniens Aufhol-Boom geht weiter, aber auch in Frankreich und Italien läuft es besser. Vielleicht steigt so ja auch der Bedarf an Made-in-Germany.

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