Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Konsum USA mit stärkstem Wachstum seit 2009

Der Konsum der Verbraucher ist so hoch wie seit knapp zehn Jahren nicht mehr. Anleger hielten sich mit Käufen bei Apple und Alphabet erstmal zurück.
Kommentieren
Ökonomen hatten lediglich mit einem Anstieg von 0,7 Prozent gerechnet. Quelle: dpa
Einkaufen

Ökonomen hatten lediglich mit einem Anstieg von 0,7 Prozent gerechnet.

(Foto: dpa)

Washington, New York Die Verbraucher in den USA haben ihren Konsum im März so kräftig gesteigert wie seit über neuneinhalb Jahren nicht mehr. Sie erhöhten ihre Ausgaben um 0,9 Prozent zum Vormonat, wie das US-Handelsministerium am Montag in Washington mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Plus von 0,7 Prozent gerechnet, nachdem es im Februar nur zu einem Mini-Wachstum von 0,1 Prozent gereicht hatte.

Besonders für Fahrzeuge und Gesundheit machten die Amerikaner mehr Geld locker. Im gesamten ersten Quartal wuchs der private Konsum mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 1,2 Prozent. Das war der kleinste Quartalszuwachs seit einem Jahr. Auf den privaten Verbrauch entfallen rund zwei Drittel des Bruttoinlandsproduktes der weltgrößten Volkswirtschaft. Diese wuchs im ersten Quartal mit 3,2 Prozent überraschend deutlich.

Die US-Notenbank Fed dürfte deshalb ihren Leitzins am Mittwoch nicht antasten. Volkswirte erwarten, dass er in der Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent bleiben wird. Die Währungshüter um Fed-Chef Jerome Powell hatten ihn 2018 aggressiv angehoben. Dieses Jahr schwenkten sie angesichts des internationalen Handelsstreits und der Abkühlung der Weltwirtschaft um und verordneten sich eine Pause.

Die notwendige Zeit dafür gibt auch die niedrige Inflationsrate, die die Fed bei zwei Prozent halten will. Sie achtet dabei besonders auf Preisveränderungen bei den persönlichen Ausgaben der Verbraucher, wobei Energie- und Nahrungsmittelkosten außen vor bleiben.

Diese Teuerungsrate fiel im März auf 1,6 Prozent von 1,7 Prozent im Februar, den niedrigsten Wert seit mehr als einem Jahr. Einer starken Inflation folgen oft Zinserhöhungen. Durch teureres Geld kann die Nachfrage und damit der Preisauftrieb gedämpft werden.

Die Anleger in den USA haben sich am Montag vor den Geschäftszahlen der Tech-Größen Apple und Alphabet mit Käufen zurückgehalten. Der Dow Jones-Index der Standardwerte stieg bis zum frühen Nachmittag in New York um 0,1 Prozent auf 26.577 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 rückte um 0,2 Prozent auf 2947 Punkte vor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verbesserte sich um 0,3 Prozent auf 8167 Zähler.

Allein in dieser Woche sollen etwa 160 der 500 S&P-Mitgliedsfirmen Einblick in ihre Bücher gewähren. Analysten gehen nach Refinitiv-Daten davon aus, dass die Gewinne der 500 größten Unternehmen im abgelaufenen Quartal im Schnitt um 0,3 Prozent gefallen sind. Sie sind damit deutlich optimistischer als noch Anfang des Monats, als sie noch einen Rückgang um zwei Prozent vorhergesagt hatten.

Die jüngsten Inflationsdaten wurden mit Zurückhaltung aufgenommen. Zwar legten die Konsumausgaben im März so stark zu wie seit mehr als neuneinhalb Jahren nicht mehr. „Man muss diese Zahlen aber mit Vorsicht genießen“, sagte Scott Brown, Chefvolkswirt beim Vermögensverwalter Raymond James. Der Sektor sei vom Regierungsstillstand Anfang des Jahres besonders stark getroffen worden. „Deswegen sehen wir hier Nachholeffekte.“

Gefragt waren die Aktien von Ingersoll-Rand mit einem Kursplus von mehr als sechs Prozent. Der Pumpen- und Kompressoren-Hersteller Gardner Denver steht einem Bericht des „Wall Street Journal“ zufolge kurz davor, mit einer Sparte des Mischkonzerns Ingersoll-Rand zu fusionieren. Gardner-Aktien schnellten mehr als 16 Prozent in die Höhe.

Nach der Kursrally der vergangenen Tage zeigten Anleger dem europäischen Aktienmarkt am Montag die kalte Schulter. Der Dax stieg zeitweise auf den höchsten Stand seit Ende September, gab die Gewinne aber wieder ab und schloss noch 0,1 Prozent fester bei 12.328 Zählern. Der EuroStoxx50 ging mit 3.501 Punkten kaum verändert aus dem Handel.

„Anleger sind aktuell auf der Hut und bleiben vernünftigerweise an der Seitenlinie“, sagte Salah-Eddine Bouhmidi, Marktanalyst beim Brokerhaus IG. Sie warteten auf neue Impulse unter anderem von der US-Notenbank Fed in der laufenden Woche. Die Fed dürfte ihren Leitzins am Mittwoch nicht antasten. Volkswirte erwarten, dass er in der Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent bleiben wird.

  • rtr
Startseite

Mehr zu: Konsum - USA mit stärkstem Wachstum seit 2009

0 Kommentare zu "Konsum: USA mit stärkstem Wachstum seit 2009"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote