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Lkw-Maut-Fahrleistungsindex Konjunktur-Frühindikator bricht im März um Rekordwert von 5,9 Prozent ein

Der Lkw-Maut-Fahrleistungsindex macht sich den Zusammenhang zwischen Verkehr und Konjunktur zunutze. Nun ist der Frühindikator so stark gefallen wie noch nie.
09.04.2020 - 10:56 Uhr Kommentieren
Der Indikator kann schon früh Hinweise geben, da er den Zusammenhang zwischen Lkw-Verkehr und Industrieproduktion veranschaulicht. Quelle: dpa
Lkw-Verkehr

Der Indikator kann schon früh Hinweise geben, da er den Zusammenhang zwischen Lkw-Verkehr und Industrieproduktion veranschaulicht.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die Coronakrise trifft die deutsche Wirtschaft schwer. Wie schwer, da sind sich die Ökonomen noch uneinig. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Lage rechnete im März mit einem Rückgang von 2,8 bis 5,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für 2020.

Die gestern veröffentlichte Gemeinschaftsdiagnose der führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute geht von einem Minus von 4,2 Prozent in diesem Jahr aus. Vor allem das erste Halbjahr dürfte sehr schlecht laufen, da viele Unternehmen die Produktion eingestellt haben.

In der amtlichen Statistik waren diese negativen Effekte bislang kaum sichtbar. Viele Konjunkturstatistiken haben eine Verzögerung von mindestens fünf Wochen bis sie valide ausgewertet und veröffentlicht werden können.

Beim Lkw-Maut-Fahrleistungsindex ist das anders. Er ist der schnellste Konjunkturindikator der amtlichen Statistik und kann bereits neun Tage nach Monatsende veröffentlicht werden.

Der Indikator macht sich zunutze, dass zwischen Lkw-Verkehr und Industrieproduktion ein enger Zusammenhang besteht. Daher gibt er frühe Hinweise auf die konjunkturelle Lage in Deutschland.

Wie das Statistische Bundesamt und das Bundesamt für Güterverkehr am Donnerstagmorgen mitteilten, ist der Index im März saisonbereinigt um 5,9 Prozent gegenüber dem Februar gefallen. „Einen ähnlich deutlichen Rückgang der Lkw-Fahrleistung hatte es zuletzt während der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise gegeben“, wie es in der Mitteilung heißt. Damals betrug das Minus im Januar 2009 jedoch nur 4,3 Prozent.

Tägliche Aktualisierung

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Wegen der hohen Unsicherheit, wie sich die Konjunktur in Deutschland während der Coronakrise entwickelt, wird der Index zudem nach Ostern vorübergehend nicht mehr nur monatlich, sondern täglich aktualisiert.

Georg Thiel, Präsident des Statistischen Bundesamtes, sprach im Handelsblatt-Interview in diesem Zusammenhang von einem möglichen „Quantensprung für die deutsche Statistik“. Unklar sei jedoch, ob der Zusammenhang zwischen Lkw-Verkehr und Konjunktur auch für eine Krisenzeit wie dieser gelte. „Es könnte ja sein, dass durch die hohe Nachfrage nach Toilettenpapier jetzt mehr Traffic auf der Straße ist.“ Dies bedeute jedoch nicht unbedingt, dass damit auch eine erhöhte Produktion verbunden sei.

Trotzdem zeigte sich Thiel zuversichtlich über die Aussagekraft des Indikators: „Dieser Indikator könnte als eine Art Temperaturmesser dienen, ob die Wirtschaft wieder ins Laufen kommt.“

Mehr: Lesen Sie hier das Interview mit dem Präsidenten des Statistischen Bundesamtes

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