Marke von 2012 geknackt Deutsche Industrie schafft neuen Exportrekord

Dem Ukraine-Konflikt und der Ebola-Epidemie zum Trotz steigern die deutschen Exporteure ihren Rekord von 2012. Dank des schwachen Euros könnten sie in diesem Jahr noch einen draufsetzen.
Update: 09.02.2015 - 10:37 Uhr 8 Kommentare

Deutschland: Konjunkturlokomotive Europas?

BerlinDeutschlands Exporteure schaffen einen neuen Rekord: Trotz der Krise in Russland und der Ukraine haben die Betriebe 2014 so viele Waren in alle Welt geliefert wie noch nie zuvor. Insgesamt wurden Produkte im Wert von 1133,6 Milliarden Euro ausgeführt und damit 3,7 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte.

Die Einfuhren erreichten 916,5 Milliarden Euro und lagen damit 2,0 Prozent höher als 2013. „Die Exporte und Importe übertrafen im Jahr 2014 die bisherigen Höchstwerte vom Jahr 2012. Damals wurden Waren im Wert von 1095,8 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 905,9 Milliarden Euro importiert“, berichteten die Statistiker.

„Die Zahlen sind ordentlich. Die Exporte sind im gesamten vierten Quartal gestiegen“, kommentierte Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen. „Der schwache Euro spricht dafür, dass die deutschen Exporteure in diesem Jahr Rückenwind bekommen.“ Stefan Schilbe von HSBC Trinkaus geht auch 2015 von einem wenig dynamischen Wachstum des Welthandels aus. Doch: „Der schwächere Euro hilft - zumal die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen ohnehin gut ist“, so der Ökonom. „Die schwächere Währung ist ein zusätzlicher Treiber.“

Die Zahlen 2014 zeigen: Die deutsche Industrie hat der Russland-Ukraine-Krise getrotzt. Denn wie Eckhard Cordes, Vorsitzender des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, kürzlich betonte, sind die Ausfuhren nach Russland 2014 angesichts der politischen Konfrontation um knapp 20 Prozent gesunken.

Besonders stark wuchs der Außenhandel mit Ländern aus der Europäischen Union, die wie Großbritannien oder Polen nicht der Euro-Zone angehören. Die Exporte dorthin kletterten um satte 10,2 Prozent auf 243,1 Milliarden Euro, die Einfuhren um 6,6 Prozent auf 188,5 Milliarden Euro. Nach einem Minus im Vorjahr lieferten die deutschen Betriebe 2014 auch wieder mehr Produkte in die Partnerländer der Euro-Zone: Die Exporte stiegen auf 414,2 Milliarden Euro (+ 2,7 Prozent), die Einfuhren auf 411,4 Milliarden Euro (+ 2,3 Prozent).

Boom im Handel mit Drittländern
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8 Kommentare zu "Marke von 2012 geknackt: Deutsche Industrie schafft neuen Exportrekord"

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  • Dafür werden Völker versklavt?!
    Die Exportgier der Industrieländer und deren Großkonzerne, durch Bestechung von korrupten Regierungen und Regierungsmitgliedern Griechenlands und mit der Mittäterschaft von deutschen und französischen Banken, hat zu dieser Überschuldung geführt.
    Jetzt wird ein ganzes Volk versklavt, während die korrupte griechische Regierungsmitglieder und unsere Bankmanager, die Verantwortliche von Siemens, Mercedes, Kraus-Maffei, Ferrostahl, Dassault, etc., etc., unbestraft, ein Leben in Luxus und Überfluss genießen können. βεντέτα

  • Ob es irgendjemand bewusst ist dass unser Überschuss das Defizit (Schulden) anderer Länder ist?

  • Wie sieht es in unserer Gesellschaft aus , wenn das auf 0 € zurückgeht?

    Es kann einem Angst und Bange werden, zumal wir davon ausgehen müssen, dass uns dann von außen allenfalls genauso schlaue Ratschläge gegeben werden wie wir sie derzeit dem Rest der Welt geben!

    Anderer Gesichtspunkt: Obwohl wir Exportweltmeister sind und Geld ohne Ende nach D fließt. Warum haben wir dann nicht noch deutlicher Überschüsse, letztlich auch im Bundeshaushalt? Es scheint wir haben ein "monetäres Effizienzproblem"!

  • Autor: Reuters. Mehr muss man dann nicht mehr dazu sagen. Das ist die Lügenpresse.

    Selbstverständlich bemängelt das Ausland nicht die Exportabhängigkeit Deutschlands, sondern die Leistungsbilanzüberschüsse die gleichzeitig Verschuldung und Arbeitslosigkeit mit exportieren.

    Das HB täte gut daran im Gegenzug mal zu informieren was in der Abschlusserklärung der G20 in Brisbane so alles drinsteht.

  • Welchen Wohlstandsgewinn erreicht Deutschland, wenn für 215 Mrd. Euro mehr Güter und Dienstleistungen das Land verlassen als im Inland verbraucht werden? Dennoch errechnen Statistiker einen positiven Beitrag zum Wirtschaftswachstum. Ist das irgendwie balla balla?

  • Toller Erfolg!
    Wieder über 200 Milliarden €uro mehr Ungleichgewicht. Deutschland sollte seine Lohndumpingpolitik endlich aufgeben und die Leistungsbilanz ausgleichen. Sonst müssen wir das Geld zum Bezahlen unserer Waren gleich mitliefern.

  • Soll ich mich jetzt freuen als Deutscher? Leider sehe ich keinen einzigen Eurocent von den Exportmilliarden der Konzerne. Die tüfteln doch schon wieder dran, wie sie ihre Gewinne rumschieben, um hierzulande keine Steuer zu zahlen.

  • So schön es sich liest, es ist auch ein neuer Minusrekord: Deutschland hat für über 200 Mrd € mehr Waren- und Dienstleistungen erstellt, als die Bürger selbst verbraucht haben. Haupstsächlich auf dem Rücken der Geringverdiener aus Zeit- und Leiharbeit, bzw der Werkverträge. Aber dies ist nichts Neues, die Metaller streiken ja auch für höhere Löhne , aber nicht für gleiche Lohnbehandlungen im gleichen Betrieb. Einer arbeitet dann für 20 €, ein Leiharbeiter für 12 € und ein Werkverträgler für 8,50 €, alles bei der gleichen Tätigkeit. Irgendiwe ist usner Sysrem bekloppt...

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