Niedrigzins-Politik Frankreichs Notenbankchef verteidigt EZB vor deutschen Abgeordneten

Deutsche Politiker schelten die EZB reichlich für ihre Niedrigzins-Politik. Frankreichs Notenbankchef Francois Villeroy de Galhau verteidigt im Bundestag die Notenbank. Die Europäische Zentralbank erfülle ihren Auftrag.
Villeroy de Galhau verteidigt die EZB gegen Kritik. Quelle: Reuters
Frankreichs Notenbankchef Francois Villeroy de Galhau

Villeroy de Galhau verteidigt die EZB gegen Kritik.

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FrankfurtFrankreichs Notenbankchef Francois Villeroy de Galhau hat vor einem Bundestags-Ausschuss die ultralockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) verteidigt. „Solange die Inflation zu niedrig ist, wie es heute der Fall ist, müssen wir handeln“, sagte Villeroy de Galhau in einer Rede vor Abgeordneten, die Reuters am Donnerstag vorlag. Ansonsten würde die Notenbank ihren Auftrag nicht erfüllen und das Deflationsrisiko in Europa und Deutschland würde wachsen, betonte er bei dem nichtöffentlichen Auftritt, der bereits am Mittwoch stattfand.

„Die Geldpolitik der EZB ist also keine südeuropäische Marotte“, sagte das EZB-Ratsmitglied. Er sei überzeugt, dass diese Politik weitgehend den deutschen Werten entspreche.

In seiner Rede rief Frankreichs Notenbank-Gouverneur zudem die Regierung seines Landes auf, noch energischer Reformen voranzutreiben. „Ich würde mir wie Sie wünschen, dass Frankreich die erforderlichen Reformen beschleunigt“, sagte Villeroy de Galhau.

„Die Sparer haben es selbst in der Hand“
„Die Sparer haben es mit ihren Anlage-Entscheidungen auch selbst in der Hand, wie hoch ihre Erträge ausfallen, auch in Zeiten niedriger Zinsen. Die Sparer müssen ihr Geld nicht nur auf dem Sparbuch anlegen, sondern haben auch andere Möglichkeiten.“
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Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank, lässt Kritik an sich abperlen. In einem Interview mit der „Bild”-Zeitung sagt er am 28. April 2016, der Wirkungsnachweis seiner Politik benötige Zeit und Geduld. Sparer legt der EZB-Präsident nahe, mehr Risiken am Kapitalmarkt einzugehen.

„Mittlerweile geht die expansive Geldpolitik in ein expansives Versagen über. Aus 'Quantitativer Lockerung' wird 'Quantitatives Scheitern'.“
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Nigel Wilson, Chef des britischen Versicherers Legal & General, im Handelsblatt-Interview am 28 April 2016.

„3 Prozent Zins bei 3 Prozent Inflation ist nicht dasselbe wie 0 Prozent Zins bei 0 Prozent Inflation.“
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Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) am 8. April 2016 auf einer Veranstaltung in Kronberg über die unterschiedliche Wahrnehmung einer realen Verzinsung in Höhe von null Prozent. Er sagte zudem laut „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, dass die Zeit der extrem lockeren Geldpolitik enden müsse.

„[Negative Zinsen] bestrafen die Sparer auf der Welt ganz erheblich.“
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Larry Fink, Chef des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock, am 10. April 2016 in seinem Brief an die Aktionäre.

„Wir wären besser dran, wenn wir das Geld unter eine Matratze stecken würden.“
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Das Problem: Er bräuchte nur eine vertrauenswürdige Person, die dann darauf schlafen würde. Der US-Investor Warren Buffett klagt im Programm des US-Wirtschaftssenders CNBC am 29. Februar 2016 über die notorische niedrigen Zinsen in Europa. Die Zinspolitik „verzerrt alles“.

„Das wird eine Reihe ungewollter Konsequenzen nach sich ziehen, die wir nicht verstehen.“
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Der CEO der Investmentbank JP Morgan, Jamie Dimon, kann sich negative Zinsen in den USA nicht vorstellen. Über den Minuszins in Europa sagt er dem US-Wirtschaftssender CNBC am 3. März: „In fünfzig Jahren werden darüber Bücher geschrieben, was wir hätten tun sollen, was wir getan haben, hätten tun können – und was wir daraus lernen können.“

„Die aktuellen Bedingungen könnten das Potenzial für künftige Systemrisiken schaffen.“
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Der Vorstandsvorsitzende der schweizerischen UBS, Sergio Ermotti, mahnt am 2. März 2016 in einem Interview mit Bloomberg vor den niedrigen Zinsen. „Manche Banken übernehmen sich bei der Kreditvergabe“, gibt er zu Bedenken.

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