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Prognose BDI: Konjunkturerholung wird sich bis weit ins Jahr 2022 erstrecken

Der Bundesverband der Deutschen Industrie erwartet im Jahr 2020 eine schwere Rezession md fordert von der Bundesregierung ein Investitionsprogramm.
09.06.2020 - 07:32 Uhr 1 Kommentar
Die Bundesregierung rechnet mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 6,3 Prozent. Quelle: dpa
Porsche-Neuwagen in Leipzig

Die Bundesregierung rechnet mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 6,3 Prozent.

(Foto: dpa)

Berlin Die Industrie rechnet trotz des milliardenschweren Konjunkturpaketes der Bundesregierung in diesem Jahr mit einer schweren Rezession in Deutschland. „Die Wirtschaftsleistung dürfte um real 6,5 Prozent sinken. Die Erholung wird sich bis weit ins Jahr 2022 erstrecken“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Joachim Lang.

Das Konjunktur- und Wachstumspaket der Großen Koalition kommt nach Einschätzung des BDI zur rechten Zeit. Ein Großteil der beschlossenen Maßnahmen werde noch in diesem Jahr Wirkung entfalten. Vor allem die Stützung der privaten Konsumausgaben solle den Konjunktureinbruch deutlich abmildern.

Das Paket der schwarz-roten Koalition soll für 2020 und 2021 einen Umfang von 130 Milliarden Euro haben. Die Mehrwertsteuer wird vorübergehend gesenkt, zudem gibt es unter anderem Finanzspritzen für Familien und Kommunen sowie eine höhere Kaufprämie für Elektroautos. Union und SPD wollen so die von der Corona-Pandemie ausgebremste Wirtschaft und den Konsum der Bürger wieder ankurbeln. Die Bundesregierung rechnete zuletzt mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 6,3 Prozent im Gesamtjahr.

Einen massiven Rückgang von preisbereinigt (real) 15 Prozent erwartet der BDI beim Export von Waren und Dienstleistungen in diesem Jahr. Da das wirtschaftliche Wachstum bei nahezu allen Handelspartnern dramatisch einbreche, werde auch die Nachfrage nach „Made in Germany“ deutlich sinken. Die Importe dürften um ungefähr 12 Prozent zurückgehen.

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    Zugleich belasten dem BDI zufolge Einkommenseinbußen aufgrund von Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit sowie die Sorge um den Job massiv die Konsumlaune der Verbraucher. Erwartet wird ein Rückgang des Privatkonsums von 7 Prozent. Ohne das Konjunkturpaket der Bundesregierung würden die privaten Konsumausgaben aber wohl um 8,5 bis zehn Prozent einbrechen, hieß es in dem BDI-Quartalsbericht.

    Über das aktuelle Paket hinaus fordert der Industrieverband ein Investitionsprogramm von etwa 1 bis 1,5 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung, strukturelle Reformen und die Senkung der Unternehmensteuern auf 25 Prozent. Damit solle der absehbar mehrjährigen Schwäche der weltwirtschaftlichen Nachfrage, der Investitionstätigkeit und des Außenhandels entgegengesteuert werden.

    Mehr: Bundesbank rechnet nach Einbruch schon 2021 mit einer deutlichen Erholung.

    • dpa
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    1 Kommentar zu "Prognose: BDI: Konjunkturerholung wird sich bis weit ins Jahr 2022 erstrecken"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Wenn die Herrn dieses einflussreichen Bundesverbandes auch noch sagen würden, wie man das alles bezahlt/finanziert, wäre schon mal die Diskussion auf höherem Niveau. Höhere Steuern werden sie vermutlich nicht zahlen wollen. Dann sollten sie doch wenigstens den Teil der Ökonomen unterstützen, die die Finanzierung über die EZB fordern. Die EZB kauft Staatsanleihen, 50 Jahre Laufzeit, Zinsen Null, und finanziert so den Aufschwung. Mal Mut zeigen und nicht so feige sein. Hilfen fordern, aber dann zu feige sein zu sagen, wie man es am klügsten finanzieren könnte, auch wenn man damit die alten pensionierten Bundesbank-Ökonomen diskursiv entmachtet.

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