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Rücklagen schrumpfen Russlands Finanzminister fordert Zurückhaltung

Russland leidet unter einer Konjunkturabkühlung, niedrigen Ölpreisen und westlichen Sanktionen. Um die Gefahr einer Inflation zu vermeiden, will Finanzminister Anton Siluanow nun den Reserven-Fonds des Landes schützen.
23.03.2015 - 18:57 Uhr Kommentieren
Die Rücklagen Russlands schrumpfen dramatisch. Der Etat klemmt. Quelle: dpa
Russischer Rubel

Die Rücklagen Russlands schrumpfen dramatisch. Der Etat klemmt.

(Foto: dpa)

Moskau Russlands Finanzminister Anton Siluanow hat vor einem ungezügelten Zugriff auf die Rücklagen des Landes zur Überbrückung von Haushaltsengpässen gewarnt. „Wir müssen unsere Reserven extrem konservativ einsetzen“, sagte Siluanow am Montag im russischen Parlament. Vielmehr müsse das Haushaltsdefizit gekürzt werden. Wenn dies nicht geschehe und der Reserven-Fonds aufgebraucht sei, müsste als nächstes die Zentralbank damit beginnen, Geld zu drucken, um Etatlücken zu schließen. „Und das ist inakzeptabel.“ Denn die Folge wäre ein Anstieg der Inflation, die ohnehin bereits auf dem höchsten Stand seit 13 Jahren ist.

Russland leidet unter einer Konjunkturabkühlung, niedrigeren Ölpreisen und westlichen Sanktionen, die wegen des Ukraine-Konflikts verhängt wurden. Die Abgeordneten der Duma diskutieren über einen Nachtrag zum Haushalt, der es der Regierung erlauben würde, allein dieses Jahr auf mehr als die Hälfte der Summe des Reserven-Fonds zuzugreifen, nämlich auf bis zu 3,1 Billionen Rubel – oder umgerechnet 48 Milliarden Euro.

Das Finanzministerium plädiert dagegen dafür, dass die Regierung die Staatsausgaben drosselt. Der Kreml ließ sich jedoch nur Zusagen über eine Kürzung von umgerechnet etwa 4,7 Milliarden Euro abringen. Daraufhin musste das Ministerium seine Erwartung für das Defizit nach oben korrigieren und rechnet nun mit 3,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für dieses Jahr.

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