Schwache Binnennachfrage und Exporte Industrie erlebt herben Auftragseinbruch

Damit hatte niemand gerechnet: Die Industrie muss trotz positiver Stimmung und guter Prognosen starke Rückgänge bei Bestellungen deutscher Produkte hinnehmen. Hauptproblem ist die schwache Binnennachfrage.
Update: 08.01.2015 - 11:25 Uhr 23 Kommentare
Deutsche Industriegüter wie etwa aus dem Maschinenbau wurden zuletzt deutlich weniger nachgefragt. Quelle: dpa

Deutsche Industriegüter wie etwa aus dem Maschinenbau wurden zuletzt deutlich weniger nachgefragt.

(Foto: dpa)

BerlinÜberraschender Rückschlag für die deutsche Industrie: Ihre Aufträge schrumpften im November nach zuvor zwei kräftigen Anstiegen in Folge. Die Bestellungen sanken wegen der schwachen Nachfrage aus dem Inland um 2,4 Prozent zum Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag in Berlin mitteilte. Ökonomen hatten lediglich mit einem Minus von 0,7 Prozent gerechnet.

„Das sieht erst einmal nicht so toll aus, ist aber auch kein Beinbruch“, sagte Ökonom Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe. „Denn es gab zuvor zwei Monate mit recht kräftigen Zuwächsen, da ist so ein Rückprall normal.“ Im Oktober hatten die Bestellungen noch um 2,9 Prozent zugelegt, im September um 1,1 Prozent.

Auch das Ministerium sieht keinen Grund zur Schwarzmalerei. „Insgesamt entwickeln sich die Bestellungen in der Industrie seit Mitte des Jahres wieder leicht positiv, trotz des aktuellen Rückgangs.“

Allerdings signalisiert die Auftragsentwicklung, dass die deutsche Wirtschaft im vierten Quartal 2014 kein großes Wachstum geschafft haben dürfte. Die Experten der NordLB rechnen nur mit einem Mini-Plus von 0,1 Prozent. Auch im Sommerquartal hatte es einen Zuwachs in dieser Größenordnung gegeben, nachdem im Frühjahr sogar ein Minus zu Buche gestanden hatte.

Die Bestellungen aus dem Ausland sanken im November um 0,7 Prozent - trotz umfangreicher Großaufträge aus dem Euro-Raum. Die Inlandsaufträge brachen um 4,7 Prozent ein, nachdem sie im Oktober noch um 5,9 Prozent zugelegt hatten.

„Die Achillesverse der ansonsten überwiegend guten Konjunkturlage in Deutschland, nämlich die sehr schleppende Investitionstätigkeit, zeigt sich in den Zahlen“, sagte NordLB-Ökonom Jens Kramer. Die Nachfrage nach Investitionsgütern wie Maschinen und Fahrzeugen nahmen ebenso ab wie die nach Vorleistungen wie Chemikalien. Die Bestellungen von Konsumgütern legten hingegen zu.

  • rtr
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23 Kommentare zu "Schwache Binnennachfrage und Exporte: Industrie erlebt herben Auftragseinbruch"

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  • Es ist die kommende Deflation, Ihr Dummchen.
    Wartet nur ein Weilchen. Bald kommt Drucki-Draghi und druckt Euch ein paar Billiönchen, damit ist alles wieder paletti!

  • Industrie erlebt herben Auftragseinbruch

    Damit hatte niemand gerechnet

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    Im Handelsblatt war noch letztes Jahr 2014 zu lesen,

    dass Herr Weidmann der besserer Hellseher sei.

    Was ist jetzt passiert ?

    Die Glaskugel kaputt ?

    Die Glaskugel verstaubt ?

    Oder die 3-D-Brille zum Glaskugel lesen verloren gegangen ?






  • "Putin ist ein eigenes Thema mit seinem zur Schau gestellten Faschismus"

    Ja, das hat man besonders beim Ukraine-Putsch gesehen. An der Seite der Regierung in Kiew kämpften offen Faschisten - und tun es gegen die Aufständischen immer noch.
    Nun auch mit Waffen, von Europa finanziert!

  • @Meisenkaiser

    Eine Vermögenskonzentration ist völlig normal und resultiert aus der wirtschaftenden Tätigkeit. Sie könnten das System komplett neu Starten und alle Individuen mit gleichen Vermögenswerten ausstatten, am ende Erhalten sie immer wieder eine exponentielle Vermögensverteilung. Das heißt aber nicht, dass dies schlecht ist. „Trotz ausgezeichneter wirtschaftlicher Werte profitieren die, die alles erwirtschaften immer weniger davon.“ Diese Aussage trifft eben nicht zu, die Reallöhne stagnierten in der Vergangenheit in Deutschland und die Lohnquote ist in den letzten 20 Jahren zwischen 60 und 70% relativ stabil, d.h. den Arbeitern steht nicht weniger zur Verfügung. Die hinzugewonnenen neuen Produkte und Preissenkungen im Zuge des technischen Fortschritts sind dabei noch nicht einmal berücksichtigt.
    „Und 1Mrd Euro den Reichen gegeben führt zu einer Erhöhung deren Vermögens. Diese Milliarde an die gegeben, die sie erwirtschaftet haben führt zu einer Steigerung der Nachfrage - damit zu einer Steigerung der Wirtschaft.“ Dabei berücksichtigen Sie nicht das von mir gesagte, die Vermögenden nutzen ihr Kapital produktiv, dies führt zu technischen Fortschritt, höherer Produktivität, höhere Wettbewerbsfähigkeit usw.
    Wenn Sie die Vermögen mit „Besitzsteuern“ beeinträchtigen, dann greifen Sie damit den Kapitalstock an, die Substanz der wirtschaftlichen Tätigkeit.

  • @ Michael Müller,

    "Denke Besitzsteuern sind eher kontraprosuktiv."
    Sind sie gerade nicht! Da sie der Kaufkraft in keiner Weise schaden.

    "Das geht dann immer mehr in Gleichmacherei und in letzter Konsequenz Richtung DDR 2.0!"
    In der DDR gehörten m.E. die Unternehmen und die Banken dem Staat - Verluste und Gewinne. Daraus wurde alles bezahlt. Mal im Ernst - wie stark bewegen wir uns in diese Richtung. Wohl eher entgegengesetzt.

    "Deutschland hat genug Steuereinnahmen,"
    sehe ich an der Infrastruktur, an der Ausrüstung z.B. der Polizei, an den Schulen, alles liegt im Argen.


    " verschleudert die jedoch teilweise sinnlos!"
    Stimmt Subventionierungen für Unternehmen, Großagrarindustrie usw.

    "Ein Manager der 28 Mio Steuern hinterzieht kommt in's Gefängnis." Ja, aber nur ein bischen, schließlich hat er Geld. Die kleinen Fische - die werden hart bestraft. Für ein paar falsche Worte gegen Banken kommt man jahrelang in die Klappse - ohne jegliche Rechtsstaatlichkeit...
    Aber die Reichen können sich das Recht schon zurechtbiegen, oder lassen sich gleich die Gesetze passend verabschieden.
    "Was passiert einem Politiker der 28 Mio Steuergelder verschwendet? NICHT!!! "
    Verschwendet er sie, oder profitieren Unternehmenseigner davon?

  • .... erlebt herben Auftragseinbruch....
    Ein einmaliger Rückgang von etwas mehr als 2% ist doch locker zu verkraften.
    Solche Schlagzeilen überlassen Sie doch bitte der Springerpresse und den Zeitgenossen.

  • Denke Besitzsteuern sind eher kontraprosuktiv. Das geht dann immer mehr in Gleichmacherei und in letzter Konsequenz Richtung DDR 2.0!

    Wie Sie schreiben sind die Ausgaben das Problem. Deutschland hat genug Steuereinnahmen, verschleudert die jedoch teilweise sinnlos!

    Ein Manager der 28 Mio Steuern hinterzieht kommt in's Gefängnis. Was passiert einem Politiker der 28 Mio Steuergelder verschwendet? NICHT!!!

  • Herr Noack,
    die kaufen nur das Nötigste, was sie unbedingt brauchen und z. T. nicht mal das

  • Naja, die Besitzsteuern sind eben fast nicht da! Deshalb muß da Geld bei den Bürgern geholt werden. Die Subventionen für Unternehmen, für Länder wie die Ukraine usw. müssen ja irgendwo herkommen!

  • @ Herr Johann Brädt

    Die weitere Öffnung der Einkommens- und Vermögensschere kann mann an vielen Stellen im Internet nachsehen - ich denke das ist unumstritten.

    Trotz ausgezeichneter wirtschaftlicher Werte profitieren die, die alles erwirtschaften immer weniger davon.

    Im internationalen vergleich sind die Besitzsteuern in Deutschland viel zu niedrig. Die Steuern auf Arbeit sind deshalb viel zu hoch. Dort sollte als ersten korrigiert werden.

    Und 1Mrd Euro den Reichen gegeben führt zu einer Erhöhung deren Vermögens. Diese Milliarde an die gegeben, die sie erwirtschaftet haben führt zu einer Steigerung der Nachfrage - damit zu einer Steigerung der Wirtschaft.

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