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Sinn und seine Abschiedsvorlesung Der Professor für Weltweisheit

Zum Schluss noch mal ausverkauftes Haus: Ifo-Chef Hans-Werner Sinn hält seine Abschiedsvorlesung in München und per Livestream in der ganzen Welt. In knapp 90 Minuten von der Studentenrevolution bis zur Euro-Krise.
14.12.2015 Update: 15.12.2015 - 09:27 Uhr

München Gäbe es heute noch eine Professur für Weltweisheit, so wäre Hans-Werner Sinn wohl der Kandidat schlechthin: Egal ob Klimaschutz, Deutsche Einheit, Lohnpolitik,- Flüchtlings-, Energie- und Geldpolitik oder die Frage nach der Notwendigkeit einer europäischen Armee – der umtriebige Ökonomieprofessor weiß auf alle Fragen des Weltgeschehens eine Antwort. Und so ist es kein Wunder, dass der frisch gekürte Hochschullehrer des Jahres am Montagabend große Mühe hatte, in seiner Abschiedsvorlesung an der Uni München seinen „Rückblick auf ein halbes Jahrhundert“ auf knapp 90 Minuten zu begrenzen.

Genau 82 Semester lang hat der heute 67-Jährige Studenten die Volkswirtschaftslehre erklärt. In den letzten Jahren während der Euro-Krise lief er noch einmal zur Höchstform auf. Kaum ein Tag verging, ohne dass Sinn nicht nur den Hörsaal, sondern per Pressemeldung oder Interview die ganze Welt um Gehör bat. Ende März geht er nun in den Ruhestand. Seinen Platz an der Uni und im Ifo-Institut wird der Finanzwissenschaftler Clemens Fuest einnehmen.

Manch Politiker wird erleichtert sein. Vor allem mit seinem knallharten Griechenland-Kurs machte er sich in der Regierung keineswegs nur Freunde. So schimpfte Finanzminister Wolfgang Schäuble in Richtung Ifo: „Ich finde, Milchmädchen dürfen Milchmädchenrechnungen vorlegen.“ Bei Professoren sehe das anders aus. „Mit der Autorität von akademischen Titeln und von wissenschaftlichen Instituten, die mit viel Geld vom deutschen Steuerzahler subventioniert werden“, sei hingegen „eine besondere Verantwortung verbunden“.

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    „Ich bin nicht gegen die Euro-Rettung“, verteidigte Sinn seine scharfe Kritik. „Ich glaube nur nicht, dass das, was gemacht wurde, den Euro rettet.“

    Sinn war keineswegs immer rechts. Als der damals 20-Jährige 1967 sein Studium begann, startete der Keynesianismus seinen Siegeszug rund um den Globus. „Wir glaubten an die Feinsteuerung der Wirtschaft“, gab Sinn zu, „die Allmacht des staatlichen Handelns“.

    „Wir müssen dem Volk dienen, nicht der Politik“
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