Statistisches Bundesamt Kommunen rutschen 2014 weiter ins Minus

Die Steuern sprudeln, die Zinsen sind niedrig. Die Kommunen nutzen das, um zu investieren. Aber auch die Pflichtaufgaben der Gemeinden werden teurer. So stand am Ende doch eine negative Zahl.
Update: 26.03.2015 - 12:08 Uhr Kommentieren
Für soziale Leistungen mussten die Gemeinden 5,8 Prozent mehr ausgeben. Quelle: dpa
Die Reste des Schriftzugs „Fachgeschäft“ in Grevesmühle

Für soziale Leistungen mussten die Gemeinden 5,8 Prozent mehr ausgeben.

(Foto: dpa)

WiesbadenDie Gemeinden in Deutschland sind im vergangenen Jahr wieder ins Minus gerutscht: 2013 hatten sie 1,5 Milliarden Euro Überschuss erwirtschaftet – für 2014 berechnete das Statistische Bundesamt ein Defizit von 0,7 Milliarden Euro. Das geht aus der vierteljährlichen Kassenstatistik hervor. Darin sind die Kern- und Extrahaushalte aller Gemeinden und Gemeindeverbünde ohne Stadtstaaten enthalten.

Die Kommunen nahmen 2014 mehr ein, gaben aber auch mehr aus. Die Einnahmen lagen bei 217,0 Milliarden Euro und legten damit um 4,4 Prozent zu. Die Gesamtausgaben aller Gemeinden beliefen sich auf 217,6 Milliarden Euro. Das waren 5,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Einer der Gründe: Nach den Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst stiegen die Personalausgaben um 5,2 Prozent auf 58,3 Milliarden Euro.

Für soziale Leistungen mussten die Gemeinden - hautsächlich wegen gestiegener Leistungen - 5,8 Prozent mehr bezahlen, insgesamt 49,7 Milliarden Euro. Für Sachaufwendungen gaben die Gemeinden mit 51,0 Milliarden Euro 6,1 Prozent mehr aus. In Sachinvestitionen, etwa für Baumaßnahmen, flossen 24,6 Milliarden Euro, das waren 9,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Wegen der niedrigen Zinsen mussten die Gemeinden für Zinsausgaben 5,5 Prozent weniger berappen (3,9 Milliarden Euro).

Auf der Einnahmenseite flossen vor allem die Steuern reichlich. Die Gemeinden nahmen damit netto 79,5 Milliarden Euro ein, 3,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Allerdings brachte die wichtigste kommunale Steuer, die Gewerbesteuer, nur ein Plus von 1,3 Prozent auf 33,1 Milliarden Euro. Stärker erhöhte sich der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer, nämlich um 6,4 Prozent auf 30,3 Milliarden Euro.

Die Länder beteiligten sich stärker an der Finanzierung kommunaler Aufgaben. Sie überwiesen mehr Schlüsselzuweisungen und höhere Zuweisungen für Investitionen. Auch aus diversen Gebühren nahmen die Gemeinden 2014 mehr ein.

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