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Studie Deutschland wird Handelsüberschüsse abbauen müssen

Deutschlands Überschüsse steigen – doch das wird einer Studie zufolge zu einem Problem für die EU. Wirksame Handlungsansätze fehlen.
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Deutschland hatte 2017 einen Überschuss in der Leistungsbilanz von rund 287 Milliarden US-Dollar. Quelle: dpa
Exportüberschuss

Deutschland hatte 2017 einen Überschuss in der Leistungsbilanz von rund 287 Milliarden US-Dollar.

(Foto: dpa)

Washington Angesichts heftiger Kritik aus dem Ausland wird sich Deutschland einer Studie zufolge einem Abbau seiner anhaltend hohen Handelsüberschüsse kaum entziehen können. „Der Überschuss (in der Leistungsbilanz) ist im wachsenden Maße ein Streitpunkt mit seinen Wirtschaftspartnern, namentlich denen aus den anderen EU-Ländern und den USA“, hieß es in einer Studie der Bertelsmann-Stiftung, die in der Nacht zum Dienstag in Washington veröffentlicht wurde.

Auch wenn es Deutschland dazu an kurzfristig wirksamen Ansatzpunkte zu fehlen scheine, werde die Politik wohl unter wachsenden Druck kommen, zu handeln.

Das gelte angesichts der aktuellen Gefahren für den EU-Zusammenhalt, wie auch der Herausforderungen von US-Präsident Donald Trump. „Obwohl der deutsche Überschuss, wenn man ihm im großen weltwirtschaftlichen Zusammenhang sieht, klein erscheint, ist seine Langlebigkeit zweifellos zu einem globalen politischen Thema geworden“, heißt es in der Studie.

Auf Deutschland dürften schwierige Entscheidungen zukommen. Zudem seien kreative Lösungswege vonnöten, um ein vertrauenswürdiger Handelspartner in- und außerhalb der Europäischen Union zu bleiben, unterstrichen die Bertelsmann-Experten.

Die seit langem großen Wirtschaftsungleichgewichte in der Welt, die sich in großen Defiziten und Überschüsse in den Handels- und Leistungsbilanzen der Staaten ebenso ausdrücken, wie in den Schuldenzahlen, gelten seit Jahrzehnten als ein Risiko für die Weltwirtschaft. Deutschland mit einem Überschuss in der Leistungsbilanz von rund 287 Milliarden Dollar im Jahr 2017 und die USA, die nach amtlichen Angaben mit 466 Milliarden Dollar im Defizit lagen, stellen der Studie zufolge die Pole dieses Ungleichgewichts dar.

Für diese krassen Unterschiede gebe es eine Vielzahl von Gründen wie Wettbewerbsfähigkeit von Volkswirtschaften, Nachfrage, Investitionsentscheidungen sowie die Steuer- und Geldpolitik. So spielen der Analyse zufolge für die deutschen Überschüsse der Euro und die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) eine wichtige Rolle - auf die die Politik keinen Einfluss hat.

Die deutsche Exportwirtschaft erhalte beispielsweise durch den eher niedrigen Euro noch eine Extra-Unterstützung. Einen Königsweg zur Minderung der weltweiten Ungleichgewichte gibt es der Studie zufolge nicht. Laut Experten seien vor allem Länder mit hohen Überschüssen, wie Deutschland, gefordert, mehr zu investieren und generell die Nachfrage zu stärken. Defizitländer wie die USA hingegen bräuchten etwa eine solidere Haushaltspolitik.

  • rtr
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