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Teuerungsrate im Euro-Raum Draghi will Inflationsziel bald erreichen

Das Preisniveau in der Euro-Zone ist im November um 0,6 Prozent gestiegen. In einem Zeitungsinterview kündigte Mario Draghi an, schon zwischen 2018 und 2019 das Inflationsziel von knapp zwei Prozent erreichen zu wollen.
30.11.2016 Update: 30.11.2016 - 14:48 Uhr 4 Kommentare
Der EZB-Präsident sieht sein Inflationsziel schon bald erreicht. Quelle: AFP
Mario Draghi

Der EZB-Präsident sieht sein Inflationsziel schon bald erreicht.

(Foto: AFP)

Brüssel Die EZB will eher als erwartet den von ihr gewünschten Preisauftrieb in der Euro-Zone in Gang bringen. EZB-Chef Mario Draghi kündigte in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview der spanischen Zeitung „El Pais“ an, die Inflationsmarke von knapp zwei Prozent im Zeitraum „zwischen 2018 und 2019“ erreichen zu wollen. Diese Äußerung lässt aufhorchen. Denn Fachleute hatten bislang ein Verfehlen des Ziels bis ins nächste Jahrzehnt hinein vorausgesagt. Aktuell liegt die Inflation mit 0,6 Prozent noch weit von dem EZB-Ziel entfernt.

Deshalb ist Draghi zufolge die ultralockere Geldpolitik derzeit notwendig, um der Konjunktur unter die Arme zu greifen. Die niedrigen Zinsen seien „wesentlich“ für eine vollständige Erholung. „Und wenn dies erreicht ist, werden die Zinsen steigen“, sagte der Italiener.

Die Europäische Zentralbank wird kommende Woche zu ihrer nächsten Sitzung zusammenkommen. Sie wird dabei aller Voraussicht nach an ihrer Nullzinspolitik festhalten. Zugleich werden Draghi & Co. darüber entscheiden, ob sie ihr noch bis Ende März 2017 laufendes billionenschweres Wertpapierprogramm verlängern, mit dem sie Wachstum und Inflation antreiben wollen. Die Währungshüter erwarben zuletzt Staats- und Firmenanleihen sowie weitere Wertpapiere im monatlichen Volumen von rund 80 Milliarden Euro.

Was ist teurer und was billiger geworden?
Butter
1 von 10

Das beliebte Streichfett ist vielseitig einsetzbar: Zum Backen, Braten oder einfach nur als Aufstrich. Leider ist es im Oktober 2016 rund 21,7 Prozent teurer als im Vorjahresmonat. Dann doch lieber Margarine.

(Foto: dpa)
Betriebssysteme oder andere PC-Anwendersoftware
2 von 10

Ob nun Windows oder IOS, zur optimalen Handhabung benötigt jeder Computer ein Betriebssystem. Dementsprechend erscheinen regelmäßig neue Versionen der altbekannten Begleiter. Allerdings sind sie im Oktober 19,8 Prozent teurer als im selben Monat des Jahres 2015. Ein Jammer für jeden Computer Enthusiasten.

(Foto: dpa)
Olivenöl
3 von 10

Ganze elf Prozent Teurer als im Vorjahr. Dann doch lieber das klassische Rapsöl.

(Foto: dpa)
Digitale Kameras
4 von 10

Ob nun Canon oder Nikon, die klassischen Fotoapparate sind oftmals beliebte Urlaubsbegleiter. Bei einer Preiserhöhung von 10,8 Prozent allerdings wesentlich teurer als im Vorjahr. Das persönliche Smartphone ist ja auch nicht schlecht.

(Foto: Reuters)
Apfelsaft
5 von 10

Das gesunde Gegenstück zu Limonaden ist leider rund 9,7 Prozent teurer als im Vorjahr. Doch statt jetzt zu süßen Limonaden zu greifen, sollte man sich doch lieber für ein erfrischendes Wasser entscheiden. Der Preis hat sich nicht großartig verändert und es enthält noch weniger Zucker.

(Foto: dpa)
Tomaten
6 von 10

Das Strauchgewächs lässt sich vielseitig verarbeiten. Bei einer Preissenkung von 14,5 Prozent kann man ruhig häufiger zu greifen und seiner Kreativität freien Lauf lassen.

(Foto: dpa)
Milch
7 von 10

Selbst der Klassiker kostet weniger als im Vorjahr. Und das sogar gute 15,1 Prozent.

(Foto: dpa)

Ökonom Peter Vanden Houte von der Bank ING erwartet, dass die Euro-Wächter das aktuelle Programm um „drei bis sechs Monate“ verlängern werden. Falls sich der Aufschwung weiter festigen und die Inflation stärker anziehen sollte, könne die EZB dann Mitte nächsten Jahres das Abschmelzen der Anleihenkäufe angehen.

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    Draghi ließ sich in dem Zeitungs-Interview jedoch nicht in die Karten blicken: Er deutete lediglich an, dass die EZB beim Anschieben der Konjunktur nicht auf die Bremse treten will. Das „sehr erhebliche Ausmaß an geldpolitischer Unterstützung“ werde beibehalten. „Wir können die angemessene Ausrichtung über verschiedene Kombinationen von Instrumenten erreichen“, fügte er hinzu. Dabei nannte er den monatlichen Umfang der Anleihenkäufe und auch ihre zeitlichen Rahmen. „Ich möchte der Debatte über die verschiedenen Optionen nicht vorgreifen.“

    Die EZB hat in diesem Jahr bereits bei der mit ihren massiven Geldspritzen angestrebten Erhöhung der Inflationsrate Etappensiege erzielt: Seit August nimmt der Preisauftrieb stetig zu. Im November verteuerten sich Waren und Dienstleistungen zum Vorjahr um 0,6 Prozent und damit so stark wie seit 31 Monaten nicht mehr. Die Kosten für Lebensmittel, Alkohol und Tabak stiegen um 0,7 Prozent. Zugleich verbilligte sich Energie allerdings stärker als im Vormonat und zwar um 1,1 Prozent zum Vorjahr nach einem Rückgang von 0,9 Prozent im Oktober. „Der Preisdruck in der Euro-Zone ist gering. Vor diesem Hintergrund gibt es für die Europäische Zentralbank keinen Grund, von ihrer ultralockeren Geldpolitik abzurücken“, meint Helaba-Ökonom Ulrich Wortberg.

    • rtr
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    Mehr zu: Teuerungsrate im Euro-Raum - Draghi will Inflationsziel bald erreichen
    4 Kommentare zu "Teuerungsrate im Euro-Raum: Draghi will Inflationsziel bald erreichen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Butter ist im Oktober 2016 um 21,7 Prozent teurer geworden.
      Jetzt kostet die immer noch weniger als vor 50 Jahren 1966 im Oktober, da waren es noch 2,40 bis 2,50 DM.

    • Die Wahrheit ist, dass der Absturz des Ölpreises der zu einer rechnerischen 0-Inflation geführt hat (die ja angeblich die Wirtschaft belastet) nach einem Jahr anfängt auszulaufen und damit dieser Sondereffekt keinen Einfluss mehr ausübt. Dann kommen wir schon an "normale" Inflationszahlen (also auch geschönt durch Elektronikartikel etc.).

      Zudem ist das Inflationsziel von 2% dadurch begründet, dass man einen Sicherheitsabstand zu einer sich selbst verstärkenden Deflation mit wirtschaftlicher Abwärtsspirale halten will. Auch die EZB sieht das nicht als eine aktuelle Gefahr an, eine Deflation steht nicht an! Vor allem ist der schädliche Effekt (Verschiebung von Ausgaben in die Zukunft) für ein Großteil der Güter vollkommen irrelevant (man kann z.B. heizen nicht auf den nächsten Winter verschieben...). Insofern ist die Aussage, dass man noch weit vom Inflationsziel der EZB entfernt ist, kompletter Unsinn. Wir sind nahe genug dran! Ein langsames Zurückfahren der Anleihenkäufe ist dann wiederum nur noch eine Ausrede um nochmal etwas Geld drucken zu können! Es reicht!

    • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette

    • Übersetzt für den unkundige Leser/ Bürger:

      Die Entwertung eurer Einkommen, Rücklagen/ Ersparnisse und Renten nimmt Fahrt auf. Initiiert durch Draghi und die EZB.

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