„The World in 2050“ Studie sagt Deutschlands Abstieg voraus

Deutschland und Europa verlieren im weltweiten Vergleich weiter an wirtschaftlichem Gewicht. Das ist das Ergebnis der Studie „The World in 2050“. Die Forscher gehen davon aus, dass Asien in Zukunft noch dominanter wird.
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Laut der Studie „The World in 2050“ wird Deutschland in 35 Jahren nur noch die zehntgrößte Volkswirtschaft der Welt sein. Quelle: dpa
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Laut der Studie „The World in 2050“ wird Deutschland in 35 Jahren nur noch die zehntgrößte Volkswirtschaft der Welt sein.

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FrankfurtDeutschland und Europa werden in den kommenden Jahrzehnten nach einer Studie im weltweiten Vergleich erheblich an wirtschaftlichem Gewicht verlieren. Während Europa aktuell mit Deutschland (Rang fünf), Frankreich (Rang acht) und dem Vereinigten Königreich (Rang zehn) noch hinter Asien die stärkste Region im Ranking der Top-Volkswirtschaften ist, werde 2050 nur noch Europas größte Volkswirtschaft unter den Top-Ten bleiben, wie die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) in ihrer am Mittwoch in Frankfurt veröffentlichten Studie „The World in 2050“ voraussagt.

Allerdings wird Deutschland 2050 laut dieser Studie nur noch die zehntgrößte Volkswirtschaft der Welt sein – hinter Nigeria, der es als erster afrikanischer Staat in die Spitzengruppe schaffen wird. „Unsere Prognose zeigt deutlich, dass Europa im weltweiten Vergleich weiter an wirtschaftlichem Gewicht verliert. Die Kraftzentren der Weltwirtschaft verschieben sich auch in Zukunft weiter nach Asien“, sagte Norbert Winkeljohann, Sprecher des Vorstands von PwC Deutschland.

China wird demnach seine Rolle als weltgrößte Wirtschaftsmacht verteidigen, die USA werden bis 2050 von Indien auf Rang drei verdrängt. Noch vor Nigeria (Rang neun) folgen Indonesien, Brasilien, Mexiko, Japan und das derzeit kriselnde Russland.

Für die Prognose gehen die PwC-Volkswirtschaftler von einem durchschnittlichen Wachstum der Weltwirtschaft von rund drei Prozent pro Jahr aus - Deutschland wächst laut Prognose nur um etwa 1,5 Prozent. „Der demografische Wandel wird ab etwa 2020 das Wachstum in weiten Teilen der Welt deutlich abkühlen“, sagte Winkeljohann. Das werde auch das deutsche Wachstum bremsen: Deutschland müsse sich auf eine ähnliche Entwicklung einstellen, wie sie Japan bereits erlebe.

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30 Kommentare zu "„The World in 2050“: Studie sagt Deutschlands Abstieg voraus"

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  • Wenn wir weiter mit Bürokratie und Staatsgängelei unsere Wirtschaft bremsen, statt vorausschauende Macher in die Regierung wählen, wird es noch schneller bergab gehen. Viele haben die Situation noch nicht begriffen. Wenn wir jetzt rechtzeitig reagieren, haben wir eine Chance. Investitionen in Bildung und Forschung statt in beleuchtete Spinde und Krötentunnel sind notwendig.

  • Den prognostizierten Abstieg Deutschlands in der Eurozone würde ich noch viel früher als PWC erwarten.
    Die Export-Produkte, die noch eine Domäne der Deutschen sind, werden in absehbarer Zeit zu wesentlich günstigeren Herstellungskosten in vergleichbarer oder besserer Qualität von den Asiaten produziert, wenn auch in vielen Fällen durch arglosen Know-how-Transfer oder Produktpiratie.

  • Dabei fängt die Zukunft mit Industrie 4.0 erst richtig an. Man sollte sich nicht die Frage stellen, wer damit fährt, sondern wer damit nicht fahren kann.

  • 2050 Daumen runter! Überrascht? Wundert mich. Pisa von 2012 besagte schon für diejenigen mit Migrationshintergrund Mathe mangelhaft und schlechter. Immerhin haben das 51% geschafft. Toll! Und im Globa Talent Competitveness GTCI fällt Deutschelaande immer weiter zurück.Und das schon seit Jahren. An was das wohl liegen kann?

  • Deutschland 2050 hinter Nigeria - super! Die Eurozone ist generell der kranke Mann der Weltwirtschaft - die Wachstumsraten sind hier so gering wie sonst nirgendwo. Wenn wie den unseligen Euro auflösen, häten wir eine bessere Zukunft. Aber auch die Umverteiler, die hier mehr und mehr den Kurs bestimmen, sind verantwortlich. Umverteilung schafft nun mal keinen Wohlstand. Alles in allem werden sich mehr und mehr Menschen in den nächsten 10 Jahren fragen, wo ihre Zukunft liegt, und die Antwort wird - je qualifizierter und leistungsbereiter sie sind - desto weniger Europa lauten. Hinzu kommt, was Herr Schwarz meint (das Video wird den Orient zeigen? - das Video wird auch zeigen , WARUM wir immer weniger Kinder haben!)

  • Wie sähe die "Studie" wohl aus, wenn der Autor und die Mitwirkenden die Haftung und Konsequenzen für darauf basiertes Handeln übernehmen müssten? ;-)
    Warum beschäftigen sich überhaupt Menschen mit irrwitzigen Studien, die 35 Jahre in der Zukunft liegen?
    Wie sahen die Studien zu heute vor 35 Jahren aus?
    Mist, es gibt auch Wichtigeres als hier zu schreiben!
    Ich hör jetzt auf! ;-)

  • von der Fahrt veröffentlichen. Dieses Video wird selbsterklärend sein!

  • Liebes HB, ich fshre jetzt mit der S-Bahn von Hanau über Offenbach nach Frankfurt. Ich würde gerne ein Video ve

  • Liebes HB, ich fshre jetzt mit der S-Bahn von Hanau über Offenbach nach Frankfurt. Ich würde gerne ein Video ve

  • Na ja - irgendwann müssen wir uns eben entscheiden - wollen wir als Nationen in den internationalen Rankings auftreten - also als Deutschland, Frankreich, Italien etc. - oder als Europa.
    Als Nationen werden wir zwangsläufig unbedeutend. Good Old Europe ist halt vorbei.
    Als Europa haben wir mehr Gewicht und sind in den Rankings auch weiterhin oben mit dabei. Aber dazu darf man sich eben nicht so ungeschickt anstellen, wie wir das tun.

    Ausserdem: wie wäre es, wenn die lieben Journalisten, die derlei Beiträge verfassen, bei Auflistungen immer eine Sammelzeile für Europa mit darstellen. Also ganz einfach - Wirtschaftsleistung EU, Anzahl der Medaillen - EU, Anzahl Arbeitslose - EU ... dann entwickelt sich vielleicht auch ein wenig mehr Bewusstsein für Europa als Ganzes bei den Lesern.

    Wenn ich zum Beispiel Chinesen erzähle, dass ich aus einem Wirtschaftsraum mit 450 Millionen Konsumenten komme, hört sich das schon anders an als 81 Millionen Deutsche. Oder wenn man das BIP der EU mit China vergleicht, sind wir auch wirtschaftlich noch gewichtiger.

    Wie immer - es ist Alles eine Frage der Betrachtungsweise und der Darstellung.

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