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Sabetta

In der russischen Arktis hat im vergangenen Jahr eine neue Produktionsanlage für Flüssigerdgas eröffnet.

(Foto: Reuters)

Überraschender Anstieg Russische Ökonomen zweifeln Zahlen zum russischen Wirtschaftswachstum an

Russlands Wirtschaft wächst überraschend stark. Stärker als selbst die Regierung erwartet hätte. Das ruft Zweifel an den Daten auf den Plan.
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Düsseldorf2,3 Prozent Wirtschaftswachstum – mit dieser unerwartet positiven BIP-Entwicklung hat Russland am Montag die Märkte überrascht. Selbst das Wirtschaftsministerium, seit rund zwei Jahren für die Erhebung der Konjunkturdaten zuständig, hatte lediglich mit zwei Prozent Zuwachs gerechnet. Doch die Überraschung ist so groß geraten, dass mit dem BIP die Zweifel wachsen.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg etwa hat Analysten befragt, und deren Erwartungen lagen im Durchschnitt bei einem Plus von 1,9 Prozent. 2,3 Prozent überträfen dabei sogar die optimistischsten Schätzungen.

„Die Statistiken beginnen, immer weniger den realen Zustand der Wirtschaft widerzuspiegeln“, zitiert Bloomberg Wladimir Tichomirow, Chefanalyst der BCS Financial Group. Demnach böten die Fundamentaldaten aus der Wirtschaft keinerlei Anlass, mit einem Wachstum über zwei Prozent zu rechnen.

Noch deutlicher wurde Andrej Klepatsch, Chefökonom der staatlichen Entwicklungsbank VEB (Bank für Außenwirtschaft). Er erklärte der russischen Nachrichtenagentur Tass, dass er nicht glaube, dass die Zahlen stimmten. Seine Schätzung beläuft sich auf 1,5 Prozent Wirtschaftswachstum. Eine Größe, von der auch der frühere russische Finanzminister Alexej Kudrin noch vor wenigen Wochen auf Twitter gesprochen hatte.

Die Statistikbehörde Rosstat hat die offiziellen Zahlen kurzfristig noch einmal revidiert, nachdem neue Daten aus dem Bausektor eingetroffen waren. Entscheidend war demnach der Baustart eines 27-Milliarden-Dollar schweren Gasprojekts in Nordsibirien. Auch der Tourismus-Boom durch die Fußball-WM wurde stärker bewertet.

Ob sich aus den Einschätzungen der Ökonomen Konsequenzen ergeben, ist zum jetzigen Zeitpunkt ungewiss. Allerdings hat Valery Mironow, Vizedirektor der Moskauer Wirtschaftshochschule, im Gespräch mit Bloomberg eine logische Folge bereits vorweggenommen. Zwar seien, sagt er, die Anstiege nach Revision der Zahlen aus dem Baugewerbe verständlich. Die Stärke der Anhebung wiederum sei das nicht: „Solche unerwarteten Neubewertungen sorgen dafür, dass die Menschen das Vertrauen in Statistiken verlieren.“

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