Umfrage Deutsche Unternehmer sehen Weltkonjunktur optimistisch

Trotz politischer Spannungen und Sanktionen aus den USA, lässt die globale Konjunktur deutsche Unternehmer positiv auf das kommende Jahr blicken.
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BerlinDie meisten im Ausland tätigen deutschen Unternehmen erwarten für das laufende Jahr gute Geschäfte, aber die Sorgen wegen der US-Politik gegenüber Russland und dem Iran schlagen aufs Gemüt. „Das ist ein enormes Damoklesschwert“, sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier, am Freitag in Berlin. Denn wegen des US-Sanktionsrechts würden von den neuen Sanktionen auch deutsche Unternehmen getroffen, wenn diese zum Beispiel im Iran Geschäfte machen und zugleich in den USA auch tätig sind. Zudem müssten dann US-Unternehmen mit diesen Unternehmen ihre Geschäfte zurückfahren.

Bei einer Befragung von rund 5.000 deutschen Unternehmen, die in insgesamt 92 Ländern tätig sind, ergibt sich für 2018 aber eine positive Stimmung: 40 Prozent rechnen in den kommenden zwölf Monaten dennoch mit einer positiven Konjunkturentwicklung an ihren jeweiligen Standorten. Das sind so viele wie noch nie seit Beginn der halbjährlichen Umfrage im Frühjahr 2015. Lediglich zehn Prozent erwarten eine Verschlechterung, 50 Prozent erwarten ein gleichbleibendes Niveau. In fast allen Weltregionen legten die Erwartungen an die Konjunktur zu. Lediglich in China gibt es einen leichten Rückgang, allerdings ausgehend von einem hohen Niveau.

„Zwar werden international mehr Handelshemmnisse beobachtet und sind politische Krisen sowie wirtschaftspolitischer Unsicherheiten wie dem Brexit bei den Unternehmen spürbar“, heißt es in dem „World Business Outlook“. „Die weltweite Konjunktur schlägt sich jedoch derzeit noch wacker. Davon profitiert die deutsche Wirtschaft angesichts ihrer internationalen Aufstellung.“

Dafür rückten Themen wie Rechtsunsicherheit und Handelshemmnisse als Herausforderungen und Risiken immer mehr ins Blickfeld. „Diverse Konflikte – in der Ukraine, im Nahen Osten oder in Afrika – sind ein weiterer Beleg für die nach wie vor hohe Unsicherheit über geeignete Rahmenbedingungen im internationalen Geschäft“, hieß es. Zusätzlich sorge die Handelspolitik der US-Regierung und die Schwächung der Welthandelsorganisation WTO für Sorgenfalten.

Zuvor schon hatten neue US-Sanktionen unter anderem gegen den russischen Aluminium-Oligarchen Oleg Deripaska deutsche Unternehmen getroffen – wenn sie weiter Geschäfte mit dem Konglomerat Deripaskas machen, müssen sie Strafen fürchten. Dreier betonte, man gehe für 2018 von einem Wachstum beim Welt-Bruttoinlandsprodukt von vier Prozent aus. Besonders in den USA erwarten die Unternehmen bessere Geschäfte. „Die USA glänzen mit der Unternehmenssteuerreform“. Sorgen bereiteten dagegen besonders die Geschäfte in der Türkei, Russland und Argentinien, das gerade in eine neue Währungskrise schlittere.

  • rtr
  • dpa
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